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The Gathering: The West Pole

Trotz neuer Sängerin immer noch die alten
Wertung: 8.5/10
Genre: Progressive Rock
Spielzeit: 54:15
Release: 08.05.2009
Label: Psychonaut Records

Der Ausstieg der langjährigen Sängerin Anneke van Giersbergen, die für viele Hörer der Band deren Aushängeschild und Seele darstellte, war für viele Bands ein Schock. Nun stellt sich für eine prägende Band wie The Gathering die Frage, wie und ob man ohne Anneke weitermachen kann. Da das „ob“ für die Niederländer schnell klar war, blieb nur noch zu entscheiden, wie man mit dem Sängerposten verfährt – zuerst sollte das Album komplett mit Gastsängern aufgenommen werden, die man auch noch auf einigen Stücken hört, doch einer der besagten Gäste überzeugte die Band so sehr, dass man sich kurzerhand entschied, diesen als feste Sängerin einzustellen.

Wieso aber nun wurde Silje Wergeland gewählt? Die Antwort ist denkbar einfach: Die Stimmfarbe Siljes und ihre Art zu singen ist der von Anneke verblüffend ähnlich. Da man auch musikalisch weitgehend bei dem Progressive Rock, den The Gathering die letzten Jahre spielten, geblieben ist, dürfen alle Fans, die nicht zu sehr auf Anneke fixiert sind, aufatmen: „The West Pole“ wird kaum einen Anhänger des Quintetts vertreiben.

Die Musik zeichnet sich wie gewohnt durch eine schwer beschreibbare Atmosphäre aus, die der Band schon immer eigen war und auch auf dem aktuellen Output wieder eine wichtige Rolle spielt. Dafür verantwortlich ist zum einen die außergewöhnliche Melodieführung, durch die sich die Niederländer schon immer aus der breiten Masse hervortaten, zum anderen aber auch die geradezu perfekt eingesetzten Keyboards, die fesselnde Klangteppiche erzeugen. Alle, denen „Home“ etwas zu ruhig war, dürften sich auch freuen zu hören, dass der Fokus dieses Mal wieder deutlich mehr auf Rock liegt, denn viele der Stücke basieren wieder deutlich mehr auf den nur leicht verzerrten Gitarren. Die Stimmung der CD ist gewohnt melancholisch ausgefallen und insbesondere die neue Sängerin verstärkt diesen Eindruck mit ihrer ausdrucksstarken Stimme. Dabei legt sie so viel Emotion in ihren Gesang, dass man sie sofort als neue Frontfrau liebgewinnt. Die wunderschönen Gesangsmelodien sind weiterhin erhalten geblieben und geben den Songs einen ganz eigenen Charme.

Eröffnet wird das Album jedoch zunächst ohne Gesang, denn bei „When Trust Becomes Sound“ handelt es sich um ein Instrumental-Stück, bei dem deutlich wird, dass die Gitarren wieder Einzug bei The Gathering gehalten haben. Vier Minuten lang wird der Hörer mit eingängigen Riffs verwöhnt, die den Track gleich zu einem der stärksten Songs auf der Platte machen.

Mit „Treasure“ folgt dann ein Stück, das ebenso Rock-orientiert klingt und zudem mit reichlich Ohrwurm-Potenzial ausgestattet ist. Überraschenderweise klingt hier jedoch auch eine Menge Hoffnung heraus, denn so schwermütig wie der Rest des Albums ist „Treasure“ nicht. „All You Are“ drosselt danach zwar das Tempo ein wenig, vertraut aber ebenso auf Gitarren. Neben einigen fernöstlich klingenden Keyboard-Sounds weiß vor allem der wunderschöne, verträumte Refrain zu begeistern, der den Hörer in den Sphären der Platte schwelgen lässt. Doch auch die ruhigen Stücke kommen nicht zu kurz, so finden sich mit dem düsteren, nur von Klavier-Klängen und Siljes Stimme getragenen Stück „You Promised Me A Symphony“ und dem mit asiatisch anmutenden Flöten ergänzten Track „No Bird Call“ zwei balladeske Songs auf der CD. Für eine kleine Überraschung sorgt dann noch „Pale Traces“: Eingängige Melodien werden mit einem Trip Hop-ähnlichem Beat verknüpft und schaffen einen gelungenen Kontrast zu den restlichen Stücken. Mit den abschließenden Songs „No One Spoke“ und „A Constant Run“, die zwar eingängig rockend daherkommen, aber gegen den Rest des Albums nicht vollkommen überzeugen können, klingt „The West Pole“ dann aus und entlässt den Hörer zurück in die reale Welt.

Zurück bleibt ein mehr als zufriedenstellender Eindruck, denn The Gathering ist es trotz Besetzungswechsel gelungen, ein bandtypisches Album aufzunehmen, das perfekt mit der neuen Sängerin, die Anneke technisch in nichts nachsteht, harmoniert und wie immer von der dichten Atmosphäre lebt. Abwechslung wird ebenfalls genug geboten, denn die Melodien unterscheiden sich stark voneinander und sind allesamt sehr gut ausgearbeitet. Trotz der beiden abschließenden Tracks, die das Niveau der vorangegangenen Songs nicht halten können, ist „The West Pole“ ein starkes Album geworden, das keinen Fan The Gatherings, für den die Band nicht nur aus Anneke bestand, enttäuschen dürfte und den Sonder-Status der Band ein weiteres Mal betont.

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