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The Gathering: Home

Ein wirklich tolles Album
Wertung: 9/10
Genre: Progressive Pop
Spielzeit: 60:27
Release: 15.04.2006
Label: Soulfood Music Distribution GmbH

Es ist schon erstaunlich, wie The Gathering es schaffen, sich stets mit jedem Album weiterzuentwickeln. Ihr mittlerweile neuntes Album “Home” stellt hierbei keine Ausnahme dar, obwohl die Entwicklung der Band bei weitem nicht mehr so drastisch ausfällt, wie noch in der Vergangenheit. Vielmehr perfektionieren sie den Stil, den sie mit dem letzten Studioalbum “Souvenirs” vor drei Jahren einschlugen. Die neuen Songs wirken verträumter, düsterer, aber auch sperriger, was dem progressiven Pop der Niederländer wirklich gut tut.

Wie auch bei den Vorgängeralben, ist Anneke van Giersbergens wunderschöne Stimme die tragende Kraft der Songs. Ihre Stimme ist am ehesten mit der von Tori Amos zu vergleichen, wobei Anneke dieser qualitativ in nichts nachsteht. Die übrigen Musiker agieren eher im Hintergrund und erzeugen dort ein facettenreiches Klangbild, wie man es von Bands wie Radiohead oder Pink Floyd kennt. Die vielseitige Instrumentierung, welche von einigen Samples und Loops unterstützt wird, macht “Home” zu einem Album, bei dem es viel zu entdecken gibt. Deshalb braucht das Album auch einige Durchläufe, bis sich die Songs wirklich erschließen lassen, doch danach fällt es äußerst schwer, das Album aus dem CD-Player zu nehmen.

Die Songs stecken voller Emotionen, die sich vor allem bei den eher ruhigen, piano-orientierten Stücken, wie “Waking Hour” und “Forgotten”, deutlich zeigen. Diese Songs berühren und lösen beim Hörer eine Vielzahl von Gefühlen aus, welche sich irgendwo im Spektrum von Verzweiflung und Glück bewegen. Dieses Spektrum lässt sich damit erklären, dass die Band, sowohl lyrisch als auch musikalisch, tiefe Melancholie mit großer Hoffnung verknüpft. Ähnliche Fähigkeiten besitzen auch “Box” und “Alone”, obwohl diese doch weitaus komplexer arrangiert sind. Besonders bei “Alone” zeigt die Band, wie experimentell sie sein kann. Bemerkenswert ist allerdings, dass das Album, trotz aller Soundspielereien, niemals zerrissen wirkt, sondern, dass die Lieder immer noch eine Einheit bilden, wenn man von “Solace” einmal absieht. Dieser Song, bei welchem Anneke ständig in anderen Sprachen, wie z.B. Spanisch, redet, passt einfach nicht zum Rest des Albums und kann auch qualitativ nicht mit den anderen Songs mithalten. Man ist froh, wenn “Solace” endlich vorbei ist und das geniale “Your Troubles Are Over” erklingt. Der Song besticht durch seine tolle Gesangsmelodie und den vereinzelt auftretenden Rock-Elementen. Die Highlights sind aber der wunderschöne und verträumte Titelsong, bei dem Anneke noch mal ihr ganzes Können unter Beweis stellt, und der rockigste Song des Albums “In Between”. Dieser verfügt über einen kraftvollen Refrain und unterscheidet sich dank seinen rockigen und verzerrten Gitarren, die hier nicht mehr nur im Hintergrund zu finden sind, deutlich von den anderen Songs auf “Home”.

Vielleicht hätten ein oder zwei weitere Stücke im Stil von “In Between” das Album sogar noch stärker und noch abwechslungsreicher gemacht, doch von Langeweile und Eintönigkeit kann natürlich keine Rede sein. Dies allein aufgrund der vielen Details, mit denen die Songs gespickt sind. Es wird interessant sein, zu sehen, wie die Band es schafft, die neuen Songs auf der bald anstehenden “Homelands Tour” live zu präsentieren, aber wer die Holländer kennt, weiß, dass ihnen dieses, wie auch in der Vergangenheit, gelingen wird.

Mit “Home” haben The Gathering ein wirklich tolles Album erschaffen, welches keinen Fan der letzten The Garthering-Alben enttäuschen wird, auch wenn man sich vielleicht mal wieder ein paar härtere Songs von der Band gewünscht hätte. Für Freunde von unkommerziellem und progressivem Pop ist dieses Album somit ein absoluter Pflichtkauf!

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