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The Gaslight Anthem: Live In London

Ein bisschen mehr hätte es sein dürfen
Wertung: 8/10
Genre: Alternative Rock, Punk
Spielzeit: 41:00
Release: 03.01.2014
Label: Mercury Records/Universal

The Gaslight Anthem sind eine Band, die mir hauptsächlich vom Namen, weniger von der Musik her bekannt war. Mit ihrem letzten und aktuellen Album „Handwritten“ aus dem Jahr 2012 haben die Jungs aus New Jersey einen gewaltigen Sprung in der Bekanntheitsskala auch hierzulande gemacht, und mit ihrer schmerzfreien Mischung aus Rock, Alternative und ein bisschen Punk decken sie, ohne sich anzubiedern und auf Klischees herumzureiten, ein recht breites Publikum ab.

Mit „Live In London“ erschien nun die erste Live-DVD des Quintetts. Die zehn Songs wurden am 29. und 30. März 2013 im The Troxy Theatre in London aufgenommen und präsentieren sich gut bürgerlich ohne wilde Kamerafahrten, aber mit sympathischen und gut aufgelegten Protagonisten. Das Menü begrüßt uns schnörkellos in schwarz-weiß und mit exakt zwei Auswahlpunkten, die einem anbieten, das komplette Set oder einzelne Songs zu spielen. Kein Bonus, kein Gar nichts – einerseits ganz nett, denn manche Bands bringen die unnötigsten Sachen auf einer DVD unter, andererseits hätte man von den Jungs gerne ein bisschen mehr Backstage-Szenen erlebt.

Gut, wenn man sich mal auf die Schwenker ins Publikum konzentriert, wird man schnell feststellen, dass The Gaslight Anthem eher eine Ladies’ Band sind. Um die männlichen Fans zu finden, muss man schon auf Pause drücken und Reihe für Reihe durchgehen. Aber mal ehrlich: Wenn Brian Fallen auch nur seinen Einkaufszettel vorsingen würde, wäre seine Stimme immer noch der Wahnsinn – Gänsehaut und ein seliges Lächeln sind da vorprogrammiert.

Das Troxy ist auf jeden Fall bis unters Dach vollgepackt und die Anwesenden klatschen und tanzen bereits bei den ersten Takten des Openers „American Slang“ motiviert mit. Zoomt die Kamera auf einzelne Personen, singen diese immer jedes Wort mit – das spornt die Band sichtlich an und verbreitet eine fast familiäre Atmosphäre. Sämtliche Bandmitglieder (hier zu fünft statt wie bisher zu viert) strahlen über beide Bäckchen, wenn die Fans mitsingen – da herrscht Begeisterung auf beiden Seiten.

„Here Comes My Man“ widmet Fallon seiner Mutter, und auch wird genauso ordentlich Stimmung gemacht wie bei den vorherigen Songs. „Too Much Blood“ verbreitet dann fast ein bisschen Southern-Rock-&-Country-Feeling, wozu die rauchige Stimme des Sängers natürlich perfekt passt – ob der schleppende Songs hundertprozentig ins Set passt, bleibt eine Glaubensfrage, zumindest feiern die Leute vor der Bühne aber ordentlich.

Insgesamt findet auf der Bühne ein bisschen wenig Bewegung statt, was aber auch daran liegt, dass die Jungs entweder ans Mikro oder an ihr Schlagzeug gebunden sind. Ein bisschen schade ist das, tut der guten Stimmung aber keinen Abbruch – erst recht nicht, wenn die Amis zeigen, dass sie bei „Great Expectations“ endlich das Gaspedal durchtreten und ordentlich Dampf ablassen.

Bei „She Loves You“, das einer B-Side-Compilation entstammt, wird es dann verhältnismäßig besinnlich und Fallon packt die Mundharmonika aus – es gibt augenscheinlich nichts, was der Mann nicht kann. Zum finalen „Mulholland Drive“ wird dann noch mal ordentlich Feuerwerk gezündet, die Gitarristen frickeln sich die Finger wund und Fallon gibt, schon leicht heiser, noch mal alles. Der Band wird mit frenetischem Jubel gedankt – kein Wunder, sind die Jungs nicht nur eine saugute Liveband, sondern halten auch noch – so weit mit den Händen voller Instrumente – Kontakt zum Publikum, was natürlich noch mal Sympathie-Extrapunkte gibt. Einziges Manko: Nach nicht mal 40 Minuten und nur zehn Songs ist der Spaß vorbei. Insgesamt handelt es sich bei „Live In London“ also um eine gut gemachte, schnörkellose Live-DVD, die sicherlich für die Fans den Kauf wert sein wird – nur drei, vier Songs mehr hätten es schon sein dürfen.

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