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The Funeral Pyre: Vultures At Dawn

Hinein in die graue Einöde
Wertung: 7/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 44:36
Release: 24.09.2010
Label: Prosthetic Records

Obwohl die Black-Metal-Szene der USA bekanntermaßen nicht annähernd so groß ist wie deren skandinavisches Pendant, hat sie einige interessante Acts wie Wolves In The Throne Room oder Abigail Williams zu bieten, die sich untereinander stark unterscheiden. Auch The Funeral Pyre kommen aus den Staaten und haben sich dem Schwarzmetall verschrieben, geben sich aber lange nicht so experimentell wie die genannten Bands – vielmehr wird auf eine gesunde Mischung aus Aggression und Atmosphäre gesetzt, die so zwar nicht neu ist, aber immerhin ansprechend umgesetzt wurde.

Zwar bindet die Truppe aus Kalifornen immer mal wieder melodische Leads ein, den größten Teil der Zeit herrscht aber ein schwarzer, rasender Sturm. Blastbeats sind dementsprechend natürlich an der Tagesordnung und werden von keifenden Screams begleitet, die ihre Wurzeln im Crustcore zu haben scheinen. Die raue Produktion tut ihr Übriges, um die hoffnungslose Stimmung des Albums angemessen zu untermalen, die auch gut vom Cover des Werkes widergespiegelt wird – leider haben die etwas verwaschenen Gitarren auch zur Folge, dass so manch gelungener Lead einfach im Soundbild untergeht. Nichtsdestotrotz tut dies der nihilistischen Atmophäre des Materials keinen Abbruch und wirkt sich nur geringfügig auf den Gesamteindruck aus, denn die beabsichtigte Wirkung bleibt den Songs erhalten.

Schon der Einstieg „Vultures“ präsentiert sich als tiefschwarzer Brocken, der mit seinen Blastbeats, die immer wieder von schleppenden Passagen abgelöst werden und den hasserfüllten Vocals ein trostloses Ambiente erzeugt, das auch in „Destroying Gods“ nicht aus der Musik weicht. Nach einem mächtigen Intro mit wummernden Drums folgt auch hier ein bedrohliches, erbarmungsloses Stück Black Metal, das durch ein interessantes Gitarren-Solo aufgelockert wird. Kleinere Ausbrüche aus dem üblichen Schema markieren Tracks wie „Monolith“, der seinen Namen zurecht trägt – schleppende Riffs werden mit leichten, gekonnt eingesetzten Disharmonien in den starken Doom-Einfluss des Stückes eingefügt und machen dieses zu einigen der finstersten Minuten auf dem Album.

Im weiteren Verlauf der Spielzeit bleibt zwar das bedrückende Grau in den Songs erhalten, jedoch kristallisieren sich auch nur wenige Highlights heraus, denn wirklich einprägsame Momente und Riffs gibt es leider nicht regelmäßig. Obwohl es ziemlich Blastbeat-lastig ist, enthält „Blistered Hands“ beispielsweise einige sehr melancholische Momente, die aber von der Produktion in diesem Fall deutlich geschmälert werden, denn wirklich entfalten können sich die Melodien so nicht. Zu den stärkeren Stücken der CD gehört definitiv „Personal Exile“ - hier wird chaotisches Gemetzel auf technisch hohem Niveau geboten, das gegen Ende in grandioses Riffing übergeht, das der Nackenmuskulatur keine Ruhe lässt. Mit „Clarity Of Time“ gelingt der Truppe immerhin noch ein interessanter Ausklang, denn die Riffs tönen dieses Mal recht eigen und der epische Charakter des Songs bietet eine angenehme Abwechslung zum Rest des Albums.

Wer den „Vultures At Dawn“ einen Besuch abstattet, den erwartet ein bedrückendes, raues Black-Metal-Werk, das sich vor allem durch seine dichte Atmosphäre auszeichnet. Zwar verliert man sich zwischenzeitlich ein wenig zu sehr im ewig gleichen Sound und nimmt manchen Melodien mit der Produktion ihr Potential, trotzdem ist das, was die Amis hier bieten, immer noch eine mehr als solide Leistung – wer auf aggressiven, stimmungsvollen Schwarzmetall à la alte Gorgoroth abfährt, sollte hier ruhig einmal ein Ohr riskieren. Sollten auf dem nächsten Album weitere interessante Stücke wie „Monolith“ oder „Clarity Of Time“ vertreten sein, ist dort sicherlich auch eine höhere Wertung angemessen, denn Talent haben The Funeral Pyre ohne Frage.

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