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The Fuccflokks: Das Jüngste Gericht

Polarisierender Trash-Metal
Wertung: 5/10
Genre: Metal
Spielzeit: 64:23
Release: 04.10.2013
Label: MetalTheo-Records

2008 gründete sich die Band „Ficcflikks“. Mittlerweile treten die sechs Herren unter dem nicht minder eigenwilligen Namen The Fuccflokks an und geben sich selber schöne Titulierungen wie Pretty Petrus oder Dr. J.J.Jesus. Dass das vierte Album der Band „Das Jüngste Gericht“ getauft wurde, scheint also nicht wirklich verwunderlich, auch wenn das Cover ein Bärengesicht aus Kartoffelbrei und Hack ziert.

Und genau dieses dargestellte Thema kommt als erstes auf die Silberscheibe. Von den zarten Tönen einer Spieluhr eröffnet, übernehmen Brachial-Riffs alsbald das Zepter, um infolge noch von Keyboardsequenzen unterstützt zu werden. „Das Jüngste Gericht“ huldigt den Zeiten, als noch jede Mahlzeit bei der Oma ungeprüft in den Magen wandern konnte. Die Frage, ob ein Salat nicht auch Gefühle hat, kommt auf den Tisch und dürfte so manchen Vegetarier in eine tiefe Glaubenskrise stürzen. Restlichen Zuhörern wird angesichts dieser völlig übersteigerten Korrektheit ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert.

Damit ist ein recht anständiger Einstieg gelungen und auch „Vieh am Knie“ setzt sich ähnlich fort. Was hiernach auf der Scheibe zu hören ist, dürfte allerdings für viele die Grenzen des guten Geschmacks deutlich sprengen. Wobei man angesichts des Themas „Durchfall in der Badewanne“ das Wort Geschmack schon gar nicht mehr in den Mund nehmen will. Aber immerhin geht der „selbstgemachte Gummibärchen-Metal“ durchaus flott zu Werk (bei Diaroe dann auch kein Wunder; Anm. D. Red.). Wer diesen verbalen Angriff auf den Magen überstanden hat, kann sich nun auf die nächste Attacke in Form von „Bestattungsunternehmen Dr. Wurst“ freuen. Was mit der gerade Verstorbenen passiert, kann man sich sicherlich auch ohne nähere Erklärungen vorstellen. Wirklich lustig werden dies wohl die wenigsten finden, auch wenn die Dresdner wenigstens einen musikalisch durchaus passenden Epos einfließen lassen.
„Frau Zocher“ kommt recht rockig um die Ecke und mit „Schmödsch“ werden die ersten ruhigen Töne angeschlagen. Vorgetragen von einem räudig klingenden Männerengelschor hört sich dieses Liebeslied stellenweise so schräg und komplett daneben an, dass man es fast schon wieder gut finden möchte.

Nach diesen gemächlichen Tönen wird zu „Der Jüngste erbricht“ wieder auf Riffgeschredder und ausgiebige Growls gesetzt. Diesen Drei-Minuten-Song füllen die The Fuccflokks mit sagenhaften vierzig Minuten von Nichts auf, was der Scheibe immerhin eine Gesamtspielzeit von einer guten Stunde einbringt.

Jedoch sind die ersten zwanzig Minuten durchaus nicht einfach zu verkraften. Angesichts der verarbeiteten Themen zeigt man sich gar geneigt, dem Beispiel des Jüngsten zu folgen. Musikalisch nicht außergewöhnlich einfallsreich und eher in der Durchschnittlichkeit gelandet, kann man hier noch halbwegs mitgehen. Textlich werden sich aber die Geister an dieser CD scheiden. Ob man den Trash gut oder schlecht findet, sei dahin gestellt, polarisieren tun die Dresdner damit auf jeden Fall. Was ja immerhin auch schon ein Erfolg ist, den nicht jede Band verbuchen kann.

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