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The Flower Kings: The Sum Of No Evil

Hörprobe angeraten
Wertung: 5/10
Genre: Old-School Progressive Rock
Spielzeit: 75:1
Release: 28.09.2007
Label: InsideOut Music GmbH

Auch im Jahre 2007 schieben Roine Stolt und seine Blumenkönige eine neue Langrille aus dem Tonstudio. Ergo, bleibt der jährliche Turnus auch weiterhin ungebrochen, was natürlich insbesondere die Fans der schwedischen ProgRock - Formation freuen dürfte...

Doch so langsam scheinen auch den fleißigen Flower Kings die Ideen auszugehen. Ein erster Indiz ist hierfür, das sich dieses mal Produzent und Sänger Roine Stolt als nahezu einziger Komponist auf “The Sum of no Evil“ auszeichnet! Wurden die textlichen Kompositionen doch bis dato immer gerne als „besonderes Kollektiv“ angesehen. Gab Stolt dieses mal ganz offen und ehrlich zu, das die übrigen Bandmitglieder „diesmal nicht allzu viele Ideen“ hatten. Na, wenn dies nicht eher auf ein eindeutig negatives Omen hindeutet?

Gänzlich unbeeindruckt von dem inhaltlichen „Burn out“ - gestalten sich die kompositorischen Umsetzungen aber dennoch weiterhin als komplexe und eigenwillige Mammutprojekte. De facto entpuppt sich auch der gegenwärtige Hörgenuß eines The Flower Kings - Erzeugnisses als ein gedulds schwerer Kraftakt mit hoher Ausdauerfähigkeit... Oder wie sonst soll man ein Klangwerk bezeichnen, das trotz gerade einmal sechs Liedern eine Spielzeit von insgesamt 75 Minuten(!) erreicht?

Allerdings ist es bei “The Sum of no Evil“ weniger das epische der Songs das mich dieses mal stört (weil irgendwo hat man sich ja mittlerweile daran gewöhnt). Viel mehr ist es diesmal die radikale Reduzierung der musikalischen Bandbreite. Soll heißen: Wo man in den letzten Jahren noch gekonnt den praktizierten Progressive Rock mit Stilelementen aus Pop-, Jazz- und Amient-Mysterien kreuzte, ist davon auf “The Sum of no Evil“ rein gar nichts mehr vorhanden. Doch woran liegt das? Die Antwort: Stolt selbst war dieses mal der Ansicht, ein Album machen zu müssen, welches den „unvergleichlichen Spirit der 60er und 70er Jahre“ authentisch widerspiegelt. Entsprechend produzierte Roine Stolt das Album nicht nur im Stile eines nostalgischen Aufnahmeequipments - sondern verwandte zugleich auch entsprechende Instrumente wie analoge Keyboards, Grand Pianos, Hammond Orgeln, alte Röhrenverstärker für Gitarren, sowie letztendlich auch viele Mini-Moogs.

Somit halten sich die bisherigen (musikalischen) Experimente auf “The Sum of no Evil“ wirklich extrem in Grenzen. Eine Tatsache, die insbesondere den Liebhabern der modernen Avantgarde ProgRock - Musik sauer aufstoßen wird. Selbst ich hatte bei einem turbulent-psychedelischen “Love is the only Answer“ nicht selten das Gefühl, das gleich ein völlig zugedröhnter Billigverschnitt eines John Lennon durch meine Zimmertüre tritt, um mir dann freudetrunken seinen Joint in die Hand zu drücken... Und da “Love is the only Answer“ mit knapp 25 Minuten(!) Spielzeit auch der zugleich längste Song auf dem Silberling ist, sollte man tunlichst auf sich aufpassen, um nicht vollkommen in solch „paranoiden Phantasien“ zu ertrinken.

Nicht weniger anstrengend ist auch der Rest auf “The Sum of no Evil“. Auch wenn es mit dem 5-minütigen Instrumentalstück “Flight 999 Brimstone Air“ endlich mal einen Track gibt, der nicht ganz so vertrackt daherkommt. Aber dennoch: Diese Fusion aus Retro-Hippie-Ära und elegischen ProgRock - Epen ist nur mit viel eigenwilligen Lokalcolorit gänzlich zu genießen.

Fazit: Wer sich nicht scheut zusammen mit Roine Stolt ein wenig „Back to the Future“ zu veranstalten, wird an “The Sum of no Evil“ sicherlich nicht vorbei kommen. Alles Anderen möge ich aber die nötige Vorsicht ans Herz legen und zu einer entsprechenden Hörprobe raten.

Des Weiteren wird von “The Sum of no Evil“ auch eine Special Edition erscheinen, welche noch zusätzliche Bonustracks und einen Multimedia-Part auf einer zweiten CD beinhalten wird.

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