Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

The Flesh Trading Company: River Runs Red

Guter erster Eindruck
Wertung: 7/10
Genre: Heavy Metal, Thrash Metal, Death Metal
Spielzeit: 24:06
Release: 07.01.2012
Label: Eigenproduktion

Das lobt man sich doch als CD-Sammler und Musikfan: Trotz fehlendem Support von einem Label liegt das Debütalbum „River Runs Red“ von The Flesh Trading Company nicht als schnöder Rohling in einer Plastikhülle vor, sondern kommt als richtige bedruckte CD in einer DVD-Hülle mit Booklet und allem Drum und Dran daher. Wenn man darüber nachdenkt, wie faul manche Labels in letzter Zeit bezüglich der optischen Aufmachung ihrer Promoexemplare geworden sind, ist das hier definitiv ein Lichtblick am Horizont.

Damit haben die Unterfranken schon mal die Sympathien auf ihrer Seite. Musikalisch findet sich auf der Sechs-Track-EP, die laut Info in weniger als zwölf Stunden im Studio aufgenommen wurde (was man ihr aber glücklicherweise nur minimal anhört) eine Mischung aus Death, Thrash und Heavy Metal, zweisprachig noch dazu, denn neben den englischen Tracks finden sich mit „Freund Hein“ und „Erlösung (Ein Traum vom Leben)“ auch zwei deutschsprachige Stücke auf der Kurzspielplatte; damit sollte doch zumindest ein nicht geringer Teil der Metalgemeinde abgedeckt werden können. Zumal mit Patrick Gajda ein durchaus versierter Leadsänger am Mikro steht.

„Reborn In Death“ startet den munteren Reigen mit thrashigen Gitarren und einem einprägsamen Mainriff. Der Sound hätte gerne druckvoller daherkommen können, aber wie erwähnt befinden wir uns hier in den Sphären der Labellosigkeit, da kann man keinen Bombast erwarten. Das etwas knarzige Schlagzeug stört aber doch ein wenig, dafür groovt der Refrain ganz ordentlich und irgendwie zombiemäßig vor sich hin.

„The Light Within“ haut schon mehr in die Death-Kerbe, auch wenn das verhältnismäßig melodiöse Intro mehr die Heavy-Metal-Wurzeln der Band unterstreicht. Melodie gibt es allerdings nur noch in kleinen Dosen, stattdessen wird dynamisch zum Headbangen aufgerufen – ein wirklich gutes Stück, stimmlich wird hier zwischen Growls und heiserem Geschrei variiert, das von der Tonlage eher ein bisschen in die schwarzmetallische Ecke tendiert. Direkt im Anschluss wird mit „Dissipated Life“ ebenfalls wieder ein eigentlich recht guter Track in die Schlacht geschickt, dessen Introgitarren allerdings so und ähnlich schon von zig Power- und Heavy-Metalkapellen zelebriert worden sein dürften. Problematisch wird es dann außerdem, wenn der Gesang von den Instrumenten übertönt wird. Hier hapert es ganz klar an der Umsetzung, obwohl alle nötigen Zutaten vorhanden wären.

Das finale „Erlösung (Ein Traum vom Leben)“ klingt sowohl instrumental als auch vokalistisch nach einer Mischung aus Die Vorboten und Hroptatyr, garniert mit einer Prise Heavy Metal. Daran sind natürlich hauptsächlich die deutschen Texte – die übrigens ebenfalls im Booklet abgedruckt sind; ein Hoch auf die Bands, die noch wissen, dass es auf das Gesamtpaket ankommt - und die geniale Leadgitarre im Refrain Schuld. Ein bisschen Pagan-Feeling kommt hier fast schon auf – der Song würde sich sicherlich auch auf Mittelaltermärkten gut machen.

Alles in allem liefern The Flesh Trading Company hier einen guten ersten Eindruck ab, der sich aber bestimmt noch im Laufe der Zeit verbessern lässt. Immerhin arbeitet die Truppe schon an neuen Songs, man darf also gespannt sein, wie und ob der Sound der Hassfurter sich weiterentwickeln wird.

comments powered by Disqus