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The Final Harvest: The End

TFH liefern den Soundtrack zur Apokalypse
Wertung: 8.5/10
Genre: Thrash, Death Metal, Hardcore
Spielzeit: 36:36
Release: 16.10.2009
Label: Cyclone Empire

Tuomas Saukkonen scheint an Hyperaktivität zu leiden. Nicht nur, dass sich der Finne mit seinen Bands Before The Dawn und Black Sun Aeon austobt, 2008 hat er auch ein neues Baby aus der Taufe gehoben: The Final Harvest heißt die Band, "The End" ihr im selben Jahr erschienenes Debüt-Album. Jetzt endlich wird die Scheibe als Re-Release auch auf den Rest der Welt außerhalb Skandinaviens losgelassen und siehe da: Es erwartet uns eine wahre Atombombe.

Es ist tatsächlich kaum zu glauben, dass TFH erst vor knapp anderthalb Jahren gegründet wurde - wobei man sagen muss, dass ein Teil der Männer auch bei der Death Metal-Formation Casket in Lohn und Brot steht, wodurch sich die Aktivitäten beider Bands verzögert haben dürften. Vergangenen Winter durfte das Quartett sogar Napalm Death auf ihrer Finnlandtour begleiten, ein Traum für jeden Fan der extremen Musik.

Mit ihrer Mischung aus viel Thrash, jeder Menge Hardcore und einer Portion Death Metal haut die aktuelle Scheibe einem von der ersten Sekunde an die Boxen um die Ohren. Es kommt selten genug vor, dass ich mich für Intros begeistern kann, aber "The Beginning Of The End" ist einfach genial: Erst ertönen sphärische Klänge, dann setzen Hammer-Drums ein. Ebenso erfreulich geht es weiter. Bei "Purgatory" klingt Sänger Ville Rutanen etwas nach Chimairas Brüllwürfel Mark Hunter, nur fehlt natürlich dessen enormer Wiedererkennungswert. Sofort fällt der exzellente Klang und die fette Produktion auf, für die sich ebenfalls Tuomas verantwortlich zeigt - genauso wie für alle musikalischen Arrangements und beinah alle Songtexte. Der Mann hat einfach Hummeln im Hintern.

Ein eher thrashiger Song ist "Wheel Of Misfortune", bei dem Ville die Grenzen seiner Stimmbänder auslotet. Tempowechsel geben dem voranbretternden Song eine gute Dynamik, die durchgängig auf dem ganzen Album zu finden ist. Mit "Obidience" haben die Vier ein Biest von einem Song erschaffen: Tuomas hat einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum entdeckt und überholt sich bei den Drumparts fast selbst; Gitarrist Eero Silvonen liefert nicht zum letzten Mal ein absolut geniales Solo ab. Die Dynamik und Atmosphäre des Stücks erinnert stark an die holländischen Thrasher Magnacult und dominiert ganz klar die erste Hälfte des Albums.

"Bleeding" führt einen mit einem ruhigen Gitarren-Intro ordentlich in die Irre, bevor Ville einem ins Gesicht brüllt - man kann hören, wie ein Abzug gezogen wird, dann walzt der Song endgültig alles platt, was ihm in den Weg kommt. Der bisher brutalste und schnellste Song der Platte wartet mit großartigen Arrangements auf, die Tuomas´ Platz an der Spitze der Metalszene erneut festigen.

"The End" läutet die Apokalypse ein: Man hört einer Art Nachrichtensprecher zu, bevor der Sänger seinen Frust über das Ende der Welt herausbrüllt. "The end of it all is here" ist wohl die passendste Zeile überhaupt für den letzten Song eines Albums. Doch die Rechnung wurde ohne die beiden Bonustracks gemacht: zwei brutale Neo-Thrash-Stampfer, die direkt durch die Decke gehen. Vor allem "Chosen Suffering" beinhaltet völlig kranken Gesang, der klingt als hätte Ville den Mund voll Blut. Erstklassig!

Mit einem Album wie diesem sieht man dem Weltuntergang gleich viel entspannter entgegen. The Final Harvest haben ein Erstlingswerk der Extraklasse abgeliefert, mit ausnahmslos genialen Musikern und einem treibenden Groove, der die Knie zittern lässt. Dabei ist es schön zu sehen, dass ein Mann wie Tuomas Saukkonen, der seine schier unbändige Energie auf drei Bands verteilen muss, trotzdem qualitativ hochwertige Arbeit abliefern kann. TFH kann man also definitiv und ohne Übertreibung als eine der vielversprechensten Metal-Bands des Jahres bezeichnen.

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