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The Few Against Many: Sot

Melodic Death Metal der alten Göteborger Schule, aber sehr originell und eigenständig gemacht
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 36:04
Release: 02.10.2009
Label: Pulverised Records / Soulfood

The Few Against Many sind das Baby von Workaholic Christian Älvestam, der den meisten hauptsächlich als früherer Frontmann von Scar Symmetry bekannt sein dürfte, von denen er sich 2008 trennte. Der offizielle Grund hierfür waren die üblichen unterschiedlichen musikalischen Vorstellungen in Bezug auf den weiteren Werdegang der Band. Möglicherweise ist Älvestam der Ansicht, Scar Symmetry sei inzwischen zu soft geworden – wenn man sich jedenfalls anhört, was er und seine Mitstreiter auf dem Debüt dieser frisch gegründeten Combo abziehen, könnte man leicht zu dieser Annahme gelangen. Der Glatzkopf, der übrigens noch bei zahlreichen weiteren Gruppen zockt, scheint bei The Few Against Many jedenfalls keine Lust auf melodischen Klargesang zu haben, wie er ihn bei seinen mittlerweile so erfolgreichen früheren Kumpels neben dem Growling verwendete, sondern beschränkt sich in seiner neuen Band ausschließlich auf letzteres.

Dass auf „Sot“ jedoch auch die Instrumentalfraktion schön brutal agiert, zeigt sich bereits nach wenigen Sekunden, wenn der Opener „Hädanfärd“ mit sattem Blastbeat-Geknüppel eingeläutet wird. Ja, hier gibt es sofort erbarmungslos auf die Zwölf und dies soll nicht nur für diesen ersten Track gelten. Vergleiche mit Dark Tranquillity oder Soilwork, wie bei Scar Symmetry des öfteren aufgekommen, sind aufgrund der nicht gerade spärlich eingesetzten Keyboards sicherlich dennoch nicht von der Hand zu weisen, doch vom Härtegrad eignen sich schon eher Bloodbath zur Gegenüberstellung. Im Übrigen haben Mikael Stanne von Dark Tranquillity und Jonas Renkse, Bassist bei Bloodbath und Sänger von Katatonia bei einigen der Texte mitgewirkt, welche fast ausschließlich in Schwedisch verfasst sind, wie man anhand der meisten Songtitel bereits erahnen kann.

Die erwähnten, teilweise fast schon bombastischen Keyboards mag der ein oder andere vielleicht als etwas gewöhnungsbedürftig empfinden, doch gerade das macht die Band bereits auf ihrem Debütalbum neben den hauptsächlich in ihrer Muttersprache gehaltenen Lyrics ziemlich eigenständig. Insgesamt gelingt es Älvestam und Co. wirklich glänzend, den hohen Aggressionslevel mit technisch starken Gitarrensoli und melodiösen, streckenweise sogar progressiv angehauchten Momenten, sowie eben jenen Keyboards zu paaren.

Nebenbei beweist vor allem das Songwriting, dass man es hier nicht mit Anfängern zu tun hat: „Bränd Mark“ zeichnet sich durch ein sehr eingängiges Main-Riff und eine mitreißende Strophe aus, „Blod“ beinhaltet sehr schöne, verspielte Gitarrenpassagen, die sich exzellent zwischen die Metzelparts einfügen, „Skapelsens Sorti“ ist ein sich bestens in den Gehörgängen festsetzender, kurzer Headbanger mit erneut sehr prägnanten Keyboardsequenzen, und der Titelsong ein treibendes, abwechslungsreiches Epos mit filigranen Soli und jeder Menge Blastbeats.

Ausfälle gibt es hier allerdings ohnehin nicht wirklich und mit dem finalen „One With The Shadow“ hat man nach sieben ordentlich Arsch tretenden Melo-Death-Brocken noch ein besonderes As im Ärmel, da hier Pianoklänge, wiederum clever zwischen rasend schnelle Riffs platziert, für ein überraschend subtiles Ausklingen der CD sorgen.

Dass „Sot“ ein Album ist, das aus Schweden kommen muss, hört man letztlich zwar sofort heraus – und das ist in diesem Fall natürlich nicht auf die Songtexte bezogen –, aber The Few Against Many heben sich mit ihrem originellen, im Vergleich zu den schon genannten Dark Tranquillity oder auch In Flames wesentlich härteren Sound von der Masse ab und wissen außerdem, wie man den Hörer mit Abwechslungsreichtum bei der Stange hält. Wer schon auf seinem ersten Album so viel Eigenständigkeit an den Tag legt, hat garantiert noch einiges in petto – von dieser Band wird man bestimmt noch eine Menge zu hören bekommen.  

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