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The False Poets: Cosmo Poems

Eine bodenständige und sympathische Truppe
Wertung: 7/10
Genre: Alternative Rock, Indie
Spielzeit: 21:05
Release: 21.09.2018
Label: Eigenproduktion

Wenn eine Alternative-Rock-Band bereits seit 18 Jahren die (zumindest Bonner) Musikszene bevölkert, kann man von einer gewissen Qualität ausgehen. Dass die Schreiberin dieser Zeilen noch nie von der Truppe gehört hat, hat auf den ersten Blick zwei Gründe: Erstens gibt es neben Deutsch und Englisch auch Texte auf Französisch (erinnert zu sehr an die furchtbare Lehrerin in der achten Klasse mit ihren grauenvollen Vokabeltests), zweitens haben The False Poets eine Sängerin. Klingt erst mal nicht schlimm, im heimischen CD-Regal kann man aber die „female fronted“-Bands an zwei Händen abzählen. Diese beiden Punkte sollten jetzt aber niemanden davon abhalten, in die neue Scheibe „Cosmo Poems“ reinzuhören, denn die Truppe hat tatsächlich einige ganz spannende Momente im Gepäck.

Da wir uns mittlerweile auf EP Nummer vier befinden, werden die Bonner ihren Sound inzwischen vermutlich gefunden haben. Eine rockige Mischung ist hier zu hören, getragen von Nicoles warmer Stimme, die aber immer eine Spur zu brav klingt – gerade bei Songs wie dem flotten „1-5-0“ könnte man sich auch gut punkigere Strukturen vorstellen, dafür muss man aber als großen Pluspunkt verbuchen, dass die Dame sich nicht in pseudo-kitschigen Gesängen versucht, sondern bodenständig und sympathisch agiert.

Der Punk hält dann zumindest in etwas gezähmter Form doch noch Einzug, und das schon beim folgenden „Like“, das sich bereits nach wenigen Durchgängen als ordentlicher Ohrwurm entpuppt, auch dank des textlich recht minimalistisch gehaltenen Refrains. Dabei ist Minimalismus ansonsten gar nicht so sehr das Ding der False Poets – schon der Opener „Icare“ ist beispielsweise ein satter Track, der mit recht fragilem Gesang über einem klasse Riff aufwarten kann – da stört auch der französische Gesang nicht mehr, viel zu sehr ist man damit beschäftigt, die Füße stillzuhalten.

Grade beim romantisch betitelten „Wedding Day“ erhält Nicoles Gesang dann Gesellschaft in Form eingestreuter kurzer Growl-Sprechparts – eine unerwartete Einlage und eigentlich erstaunlich passend zu den sägenden Gitarren, die sich hier im Refrain einschleichen. Wie auch bei einigen anderen Songs auf „Cosmo Poets“ benötigt dieser Track einige Durchläufe, um richtig beim Hörer anzukommen, entwickelt sich dann aber zu einem ziemlich starken Stück.

Überhaupt ist „Cosmo Poems“ insgesamt eine überraschend starke EP geworden, trotz den oben angesprochenen Skepsispunkten. Die Bonner Damen und Herren pendeln sich hier auf jeden Fall im guten oberen Mittelfeld ein, die CD hält einigen Rotationen stand und hinterlässt ein ziemlich gutes Gefühl beim Hörer, auch durch den erdigen Sound und den einfach rundweg sympathischen Eindruck, den die Truppe auf den sechs Songs hinterlässt.

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