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The Exploding Boy: Alarms!

Die Band hat einen festen Platz in der heimischen Sammlung verdient
Wertung: 8,5/10
Genre: Post-Punk, Alternative Rock
Spielzeit: 49:01
Release: 18.05.2018
Label: Drakkar

Es ist eine wahre Schande: Bereits im Mai letzten Jahres veröffentlichten die Schweden The Exploding Boy ihr fünftes Album „Alarms!“, im Überschwang wurde es vorbestellt, trudelte schließlich zu Hause ein und landete dann ernsthaft für ein ganzes Jahr auf dem überquellenden Schreibtisch. Völlig zu Unrecht noch dazu, denn die Schweden haben wie immer ein traumhaftes Stück Post-Punk/Indie hingelegt, ohne darum großes Aufhebens zu machen. Dabei schaffen die Herren locker den Spagat zwischen poppig, düster, melancholisch und kauzig, wie es auch schon ihre Vorbilder The Cure seit vierzig Jahren vormachen.

Dass der Sechser auf „Alarms!“ auch wirklich dem Albumtitel gerecht werden will, wird schon beim Opener „Fireland (The End Of Dark City)“ deutlich, das nicht nur mit einem grandiosen Titel aufwarten kann, sondern auch noch recht deutlich den scheinbar immer noch vorherrschenden Wahnsinn auf dieser Welt thematisiert und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt („A madman in control/And the bomb is ticking“). Dass solch ein Statement immer noch aktuell ist, ist an sich schon traurig genug und verleiht dem Track noch mal eine ganz neue Präsenz. Auch das folgende „Alarms In Silence“ wartet mit einer grandios-dumpfen Melodie zu Beginn auf, die den Track gleichzeitig düster und tanzbar wirken lässt, dazu noch der leicht nölige Gesang – und fertig ist das nächste Highlight auf „Alarms!“.

„Run Red“ positioniert sich dann als perfekter Ohrwurm, fast schon radiotauglich, aber mit seinen breiten Melodiebögen doch auch Gänsehaut-fördernd genug, um nicht kitschig zu wirken, zumal die Schweden immer wieder lärmige Keyboardpassagen einstreuen, die im ersten Moment nicht recht ins Gesamtbild passen wollen, aber die Aufmerksamkeit doch immer wieder fesseln.

Nach den eher soliden „Pointless Action“ und „Danger Zone“ fegt dann „Sign O‘ The Times“ noch mal richtig schön durch die Boxen, man gibt sich sangestechnisch eher minimalistisch und mit rauer Stimme, was dem Track aber super zu Gesicht steht; unterlegt wird das Ganze vor allem in der zweiten Hälfte mit einem breiten Soundteppich aus Gitarre, Drums und Synths – den Regler ordentlich nach rechts zu drehen ist hier also höchstes Gebot.

Ihren festen Platz in der heimischen Plattensammlung haben sich The Exploding Boy ja ganz klammheimlich schon längst gesichert und neben Truppen wie The Cure, Editory oder Joy Division fallen die Schweden auch kein bisschen auf. Zwar hat „Alarms!“ kleine Längen, schlechte Songs finden sich auf den knapp 50 Minuten Spielzeit dennoch nicht, dafür aber jede Menge eindringliche Texte, sphärisch-epische Melodien und erfrischend ungezwungen wirkende Vocals. Fans der oben genannten Bands und der entsprechenden Genres sollten sich schon längst mit den Schweden beschäftigt haben, für alle anderen besteht hier dringender Nachholbedarf.

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