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The Empire Shall Fall: Awaken

Jesse Leach meldet sich eindrucksvoll zurück
Wertung: 8/10
Genre: Metalcore/Progressive Metal
Spielzeit: 39:34
Release: 19.11.2009
Label: Angel Side Side

The Empire Shall Fall nennt sich die neue Band von Jesse Leach – ein Name, der Metalcore-Fans sicherlich nicht unbekannt ist, denn der Sänger stand bei den ersten beiden Alben von Killswitch Engage hinter dem Mikrofon. Obwohl einige Ähnlichkeiten zu der ehemaligen Band nicht von der Hand zu weisen sind, gehen The Empire Shall Fall deutlich progressiver zur Sache als die Metalcore-Spitzenreiter und haben auch textlich ein für das Genre eher ungewöhnliches Konzept: Statt Herzschmerz und Selbstfindung widmet man sich einer sehr politischen Ausrichtung, die gerade wegen ihrem Revolutions-Feeling stark an Hardcore-Bands erinnert.

Ohne Frage ist Killswitch Engage mit Jesse ein äußerst fähiger Sänger verloren gegangen, denn der Mann beherrscht nicht nur seine verschiedenen Gesangsstile sehr gut, sondern hat auch einen recht hohen Wiedererkennungswert. Die meiste Zeit herrscht mal rauer, mal etwas klarerer Gesang vor, jedoch greift der Frontmann auch gerne auf wütende Shouts und seine großartigen Screams zurück, die fast schon schwarzmetallisch daherkommen. Das musikalische Fundament bildet teilweise recht vertrackter Metalcore mit rockigen Einschüben, auch vor Experimenten scheut man sich nicht und bindet gelegentlich längere instrumentale Passagen ein, die einen atmosphärischen Charakter haben.

Der Titelsong „Awaken“ steigt direkt mit dem Refrain ein und zählt zu den melodischsten Stücken des Albums – positiv fällt vor allem der variable Gesang ins Auge, der die harten Strophen sowie den eingängigen Chorus optimal unterstützt, wobei dieser mit einer überraschend progressiven Rhythmik unterlegt wird. Den ruhigeren Parts des Songs steht ein donnernder Breakdown entgegen, in dem Jesse eine Menge Aggression in seine Screams verpackt. Anschließend steigt „Lords Of War“ mit einem Tapping-Intro ein und entwickelt sich zu einem der härteren Songs, bei dem der klare Gesang eher im Hintergrund steht. In der Mitte des Tracks gibt es zudem ein hervorragendes Solo zu hören, das später von einem groovigen Stoner-Part abgelöst wird. In eine ähnlich raue Kerbe schlägt „Voices Forming Weapons“ mit reichlich Breakdowns und einigen tiefen Growls, während „Our Own“ trotz einiger wütender Parts eher die melodische Seite der CD repräsentiert.

Deutlich komplexer geht es beispielsweise bei „Choir Of Angels“ zu: Eingeleitet mit einer Highspeed-Passage inklusive fiesen Screams, kommt später mehrstimmiger Gesang dazu – einige überraschend gesetzte ruhige Minuten sorgen zudem für Atmosphäre und unterlegenen eine Sprechsequenz. „We The People“ greift ebenfalls wieder auf den harmonischen Wechsel zwischen ruhigen und harten Parts zurück und besticht durch einen interessanten Songaufbau, während „These Colours Bleed“ sich vor allem durch mitreißendes, thrashig angehauchtes Riffing auszeichnet und gegen Ende eine durch viel Lead-Gitarre dominierte melodische Passage bietet.

Jesse Leach meldet sich mit The Empire Shall Fall eindrucksvoll in der Metalcore-Szene zurück und präsentiert sich als gereifter, eigenständiger Sänger. Der Stil, an dem sich die Band auf ihrem Erstling versucht, ist definitiv noch ausbaufähig, denn nicht alle experimentelleren Teile des Albums fügen sich optimal in das Gesamtbild ein – auf dem Weg zu einer eigenen Identität ist die Band aber fraglos, denn insgesamt gelingt es, sich von Genre-Kollegen genügend abzuheben. Wer den Gesang Jesses schon bei Killswitch Engage schätzte und sich schon lange gewünschte hat, dass sich dieser wieder mit härterer Musik befasst, kommt um dieses Album nicht herum, doch auch Freunde des etwas komplexeren Metalcores können hier ruhig einmal hineinhören.

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