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The Early Days

Eine Reise in die Hoch-Zeit des Post-Punk
Wertung: 9/10
Genre: Post-Punk, (New) Wave, Brit-Pop, Indie
Spielzeit: 85:06
Release: 30.06.2017
Label: Unter Schafen Records

Wir begeben uns auf eine kleine Zeitreise. Ganz ohne DeLorean, ohne Cyborgs, dafür aber mit hochtoupierten, schwarz gefärbten Haaren, dickem Lidstrich und düsteren Klamotten, auch bei 40 Grad im Schatten – sondern ausschließlich mithilfe der heimischen Musikanlage. Wir begeben uns in die Achtziger, die Hochzeit des Post-Punk, des Wave, des düster-romantischen Brit-Pop. Wer, so wie ich, ein paar Jährchen zu spät geboren und trotzdem ein großer Fan der genannten Genres ist, für den hat sich Unter Schafen Records was Schönes einfallen lassen: „The Early Days“ bietet als Compilation 22 Tracks von Joy Division über Bauhaus bis zu Editors – alles irgendwie abseitig vom Mainstream-Pop, dafür schön dunkel gefärbt und weltverdrossen.

Knapp anderthalb Stunden Laufzeit hat die Compilation aufzuweisen – man muss schon ein wirklicher Fan sein, um dem Drang, sich runterziehen zu lassen, zu widerstehen; andererseits lockern Songs wie IDEALs „Blaue Augen“ den pechschwarzen Reigen immer mal wieder auf. Im Booklet tauchen übrigens sowohl Anekdoten zur Entstehung einzelner Songs auf, als auch Erinnerungsstücke von Musikern, die sich in den Achtzigern zu The Cure und Co. über die Tanzflächen geschoben haben – ein schönes „Nebenprodukt“.

Aber auch das Haupt-Kaufargument hat einiges zu bieten: Gestartet wird mit dem treibenden Joy-Division-Klassiker „Transmission“, auch das spätestens seit „Fight Club“ zum Hit mutierte „Where Is My Mind?“ der Pixies darf nicht fehlen, einer der wenigen Tracks, der trotz reichlich Airplay noch nicht totgenudelt wurde. Auch die zwar nicht in den Achtzigern verhafteten, aber musikalisch dort anknüpfenden Editors haben mit „All Sparks“ ihr Plätzchen auf der Compilation gefunden und machen dank dezent stampfendem Rhythmus und Sänger Tom Smiths leicht monotoner Stimme einen super Eindruck.

Manche Bands muss man allein wegen des grandiosen Bandnamens erwähnen – so haben es Martha & The Muffins mit „Echo Beach“ zwar sicherlich nicht nur wegen des Namens auf die Platte geschafft, super ist der aber trotzdem. Der Doppelschlag Bauhaus/Ski Patrol zeigt dann auf, wie unterschiedlich die Post-Punk/Waver ihre Musik gestaltet haben – ersteres ein Song mit fast melancholischer und sehr auffälliger Melodie („She’s In Parties“), „Agent Orange“ dann ein leise und monoton vor sich hin stampfendes Stück; allein an diesen beiden Songs merkt man, wie breit das hier abgedeckte Spektrum tatsächlich ist. Wenn sich dann noch ein absolut nach Achtzigern klingender Track wie UV Pops „Serious“ in die Tracklist gesellt, fühlt man sich nostalgisch, obwohl man gar nicht dabei war. „View From A Hell“ von The Chameleons kennt man dann sogar aus dem Radio – während The Sounds „Resistance“, das die Tracklist abschließt, mit seiner punkigen, fast rockabilly-lastigen Attitüde dort eher nicht laufen würde.

Eine wunderbar abwechslungsreiche Compilation wurde hier liebevoll zusammengestellt, das prall gefüllte Booklet dürfte die Nostalgie, die die 22 Bands auf „The Early Days“ ohnehin schon mitbringen, noch schüren. Hier hat man die Genres Post-Punk, (New) Wave, Indie und Brit-Pop zu einem Bündel zusammengeschnürt, das erstaunlich vielseitig und bunt ausgefallen ist. Wäre ich doch nur ein paar Jahre früher geboren worden…

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