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The Dogma: Black Widow

Verschiedene Stile in den Topf zu werfen, ergibt keinen guten Eintopf
Wertung: 5.5/10
Genre: Symphonic/Melodic/Power/Death Metal
Spielzeit: 49:17
Release: 03.12.2010
Label: Drakkar

„Make it or break it“ heißt landauf, landab die Regel für das dritte Album einer Band. Nach dem sehr starken Debüt-Album „Black Roses“, welches vornehmlich im Melodic Metal angesiedelt war, gab es eine Metamorphose zum Power Metal, wie er auf „A Good Day To Die“ zelebriert wurde. Nicht ganz so überzeugend, aber dann wurde es ruhiger um die Band. Umso größer ist die Spannung auf das neueste Werk „Black Widow“. Wo geht die Reise hin, wie hoch ist der Qualitätsbogen, den die Band zu anno 2010 zu spannen weiß?

Die Eröffnung bestreitet „Dirty Dark Diane“. Ein Rocker, der dem Ego der Band schmeicheln soll. Beim besten Willen und allen Versuchen, einen Ohrwurm zu kreieren, aber das haut nicht hin. Das wirkt wie stellenweise schon zigmal gehört und überzeugt nun wirklich nicht. Ein mittelprächtiger Einstand, der im Übrigen von Lordi-Keyboarderin Leena Peisa aka Awa mitgeschrieben wurde. Im Video rockt die Band im Parkhaus und Diane huldigt der Band auf ihre Weise. In den Achtzigern noch tolerierbar und umjubelt, aber inzwischen ein wenig befremdlich.

Besser gerät dann „Mindfreak“. Mit mehr Power im Popöchen rockt sich die Band recht variabel durch die Strophen. Daniele versucht sich an Death Metal-artigen Gesangseinlagen und wirkt damit eher befremdlich als gelungen. Der Track an sich kann ein wenig mehr überzeugen.

Melodischer, aber mit recht poppigen Keyboardtönen unterlegt, wird dann Song Nummer drei zum ersten Höhepunkt des Albums. „Eternal Embrace“ hat eine nicht schwache Gothic-Schlagseite und besticht durch den leicht symphonischen Charakter. Das Ganze wird recht druckvoll in Szene gesetzt und man fühlt sich songwriterisch eher an das Debüt als an den Nachfolger erinnert. Und das ist auch gut so.

Leider folgt dann mit „Lost Forevermore“ der nächste Tiefschlag. Die Eröffnung mit der ersten Strophe geht dem Hörer schon nach wenigen Durchläufen auf die Nerven. Schade, dass die Band sich hier verzettelt. Der Refrain ist zumindest noch gefällig gestaltet worden, aber das rettet den Track letztendlich auch nicht.

„Gore Gore Girls“ verdeutlicht dann die Schieflage der Band. Recht symphonisch beginnt der Track mit deutlichsten Power Metal-Anleihen, um dann im Refrain das anscheinend für die Band neu entdeckte Melodic Death Metal-Genre für sich zu beanspruchen. Toll, dass Daniele eine so variable Stimme hat, aber mal ganz ehrlich, die Growls, wenn man sie denn so bezeichnen will, klingen eher fürchterlich als furchteinflößend. Die Bridge könnte auch aus mittelalten Judas Priest-Zeiten verwurstet worden sein.

„The Nature Of The Icelander“ beginnt eher mit orientalischem Touch denn mit eiskalter Nordmannen-Mucke. Man befindet sich im Power Metal, welcher von zarten Melodic Metal-Keyboardpassagen aufgelockert wird. Das ist ganz nett und wirkt mit jedem zusätzlichen Durchlauf etwas besser. Die extremeren Vocals werden zum Glück nur andeutungsweise Richtung Melodic Death getrieben. Das ist angenehm zu hören. Cosimo Binetti gehört zu den besseren Gitarristen aus Italien, das weiß man und das zeigt er auch durchgehend auf diesem Album, ohne zu sehr in Egotrips zu verfallen.

„The Bride Is Back“ lässt die Hoffnung aufkommen, dass man wieder deutlich mehr in Richtung von „Black Roses“ gehen würde, aber das bewahrheitet sich nicht so ganz. Wen will die Band mit solch einem Rocker beeindrucken? Dass das Ruder stilistisch mal wieder fast komplett herumgeworfen wurde, soll mal außer Acht bleiben, aber das Songwriting ist dieses Mal auf sehr überschaubarem Niveau. Das klingt nicht frisch, sondern schon recht bekannt, wenn auch aus anderen Jahrzehnten.

„Sister Pain“ mixt dann trotz der ruhigeren, sehr schönen Grundstimmung wieder zuviel verschiedene von der Band bevorzugte Stile miteinander. „Die Schöne und das Biest“ als Song audional verarbeitet. Keine Frage, hier zocken keine blutigen Anfänger, aber entweder weiß man nicht mehr, welchen Stil man zocken will oder man ist zu offen für alles.

„The Fate Of The Leader“ ist dann wieder eine eher simple Rocknummer. Kein Wunder, hier beteiligte sich auch wieder die Lordi-Keyboarderin am Songwriting. Nett als Hintergrundmusik, aber kein Reißer, auch wenn das Gitarrensolo wirklich gelungen ist.

„Black Widow“ dümpelt dann zwar für das Album überdurchschnittlich vor sich hin, aber auf dem breiten Musikmarkt wird das nicht reichen. Schade, wenn man bedenkt, wie die Band 2006 gestartet ist. Stefano Smeriglio eröffnet dann am Klavier den Ender des Albums: „All Alone“. Gelungenes Schlagzeug von Drummer Marco Bianchaella und passende Bassarbeit von Bandneuling Giacomo Astorri sorgen für einen guten Abschluss für das Album. Diese Ballade knüpft an alte Bandzeiten an.

Fazit: Man weiß gar nicht mehr, in welche Richtung die Band inzwischen abzielt. Das stört und wird auch einige alte Fans vergrätzen. Nach einem gewissen Kultstatus („Black Roses“) hat man sich zu sehr in Richtung Power Metal („A Good Day To Die“) orientiert, um nun letztendlich mit „Black Widow“ eine gewisse Orientierungslosigkeit zu präsentieren. Hoffentlich bricht das der Band nicht das Genick.

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