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The Defiled: Daggers

Am Besten balladesk
Wertung: 6,5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 44:42
Release: 02.08.2013
Label: Nuclear Blast

Heutzutage noch Metalcorebands zu finden, die einen überraschen (und dann auch noch überzeugen!), scheint immer schwieriger zu werden. Aus aller Herren Länder strömen die Corebands via World Wide Web zum geneigten Hörer, um ihn zu verwirren und unter ihrer Flut zu begraben. Highlights bilden sich da eher selten heraus, eher versinkt alles im Einheitsbrei.

"Einheitsbrei“ ist ein Wort, das man jetzt nicht unbedingt auf die britischen The Defiled anwenden kann, aber das Rad erfinden die Jungs mit ihrem Zweit-Full-Length-Album „Daggers“ nun auch nicht neu. Was aber direkt auffällt, ist die Nutzung von Pseudonymen, die in diesem Genre ja doch eher selten auftritt. Sänger und Gitarrist Stitch D, Keyboarder The AvD, Gitarrist Aaron Curse, Bassist Vincent Hyde und Drummer Needles klingen jetzt den Namen nach eher nach einer Psychobillyband, haben sich aber größtenteils dem modernen Core verschrieben und sich damit auf Nuclear Blast häuslich eingerichtet. Gerade bei dem Labelriesen muss man aber ein wenig vorsichtig sein: Zu oft schon klangen Bands auf dem ersten NB-Album letztlich viel glatter als auf den vorangegangenen Scheiben.

Da mir weder die erste EP „1888“ noch das Debütalbum „Grave Times“ bekannt sind, müssen wir uns auf das stützen, was hier vor uns liegt: eine knappe Dreiviertelstunde Spielzeit, verteilt auf elf Songs. Nach kurzer Eingewöhnungszeit wird klar: The Defiled wirken am besten, wenn sie aus ihrer typischen Metalcore-Struktur ausbrechen. Technisch haben die Jungs zwar einiges auf dem Kasten, aber gerade genrefremde Songs wie das wahnsinnig stimmungsvolle, balladeske „Five Minutes“ kommt mit dem klaren, aber vor allem im Refrain rauhen Gesang richtig genial rüber und etabliert sich direkt mal als Anspieltipp und Gänsehautgarant.

Nach einem wahrhaft majestätischen Intro startet die Platte allerdings ein paar Songs weiter vorne mit „Sleeper“, das hörbar mehr auf die Kacke haut als „Five Minutes“ und zeigt, dass Sänger Stitch D durchaus diabolische Schreie und heftiges Shouting in seinem Repertoire hat. Als Opener ist der Track perfekt geeignet, zeigt er doch die beste Seite der Band.

„Saints And Sinners“ ist dann einer der Songs, bei denen der Refrain in etwas zu poppige Gefilde abdriftet, was aber nicht so recht zum Gesamtsound passen will. Bei „Porcelain“ wird dann zu einem massiven Refrain angesetzt, der gut zu den eher minimalistisch gehaltenen Strophen passt – allerdings kommt der Gesang dann zu dünn rüber, als dass er gegen die Gitarren ankäme.

„Fragments Of Hope“ versetzt einen dann ein bisschen zurück in die Zeit Ende der Neunziger bzw. Anfang der Zweitausender, in der Bands wie Sevendust ihren Zenit hatten – ein Hauch von Alternative Metal wird hier verbreitet, obwohl The Defiled nicht ganz an ihre amerikanischen Kollegen rankommen. Zumal spätestens beim eigentlich recht coolen „Infected“ klar wird, dass der Gesang noch ein bisschen mehr in den Vordergrund geschraubt werden muss. Spätestens wenn Samples und Drums gemeinsam loslegen, geht Stitch D mit seinem an sich recht kräftigen Organ ein wenig unter.

Unterm Strich ist „Daggers“ ein gutes, dynamisches Album geworden, aber der rote Faden wird zwischendurch doch sehr ausgedünnt. Komischerweise sind The Defiled ausgerechnet bei dem balladesken „Five Minutes“ am überzeugendsten – vielleicht wäre als nächstes ein Akustikalbum angebracht?

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