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The Deadnotes: I’ll Kiss All Fears Out Of Your Face

Anstrengendes Debüt mit Potenzial
Wertung: 6/10
Genre: Alternativ
Spielzeit: 42:01
Release: 07.10.2016
Label: KROD Records

Über dreihundert Konzerte in den letzten fünf Jahren und eine Split-EP sind die bisherige Ausbeute von The Deadnotes, die ihrem nun vorgelegten Debütalbum den etwas sperrigen Namen „I’ll Kiss All Fears Out Of Your Face” gaben. Immerhin ist dies schon eine Ansage, welche es in elf Titeln zu beweisen gilt. Geboten wird laut Promo-Beilage eine Mischung aus Punk, Indie und Emo, wobei die Herren aus Freiburg tatsächlich in einer klassischen Punk-Dreierbesetzung unterwegs sind.

Das Cover in einem klassischen, schlichten Antlitz, kann durchaus überzeugen, wobei sich die schwarze Schrift auf dunkelbraun-melierten Hintergrund im Booklet, nicht gerade als leseförderlich erweist. Egal, immerhin ist Sänger Darius durchaus gut zu verstehen. Und damit ist man auch schon direkt beim Hauptproblem der Scheibe: Dem Gesang. Schon beim Start mit „Favourite Shirts“, einer eingängigen und recht netten Indie-Nummer, konzentriert man sich fast ausschließlich auf den stimmlichen Output. Höflich gesagt ist dieser sehr emotional, auf gut vierzig Minuten gesehen, wird man dann aber doch unhöflich und stuft dies als nerviges Gejammer ein. Dabei kann man dies bei einer ruhigen Nummer wie „Stay In Touch, Stay Forever“ durchaus akzeptieren, manchmal braucht ein Song eben nicht vielmehr als eine zurückgefahrene, ruhige Grundmelodie und eine teils markdurschneidende Vocal-Leistung. So wirken The Deadnotes eigentlich immer am stärksten, wenn sie etwas leiser daherkommen, was sich ebenso in „Cardboard“ wiederspiegelt, welches zusätzlich mit kräftigeren Sequenzen angereichert wird.

Leider muss man eine gewisse Hemmschwelle überwinden, um bis zu diesem Titel vorzudringen und dies liegt zum Teil auch an der Zweitstimme, die zwar etwas wärmer klingt, allerdings hin und wieder zu stark durchklingen lässt, warum man nicht die komplette Scheibe einsingt. Selbst wenn man hier bei weiten nicht alles niedermachen will, und sich glücklicherweise immer wieder Lichtblicke bieten, ist das Konglomerat der beiden Stimmen nicht immer als besonders günstig zu bewerten.

Die reine Instrumentalschiene stellt sich allerdings besser dar, wobei auch hier noch Luft nach oben ist. Hier und da hat man das Gefühl, dass die Übergänge noch etwas hakeln oder der Gesamtsound nicht ganz komplex wirkt, was vielleicht letzten Endes auch nur an der Abmischung liegen mag. Gerade bei „All Tied Up“ wirken die Instrumente stellenweise zu isoliert voneinander, was den Klang etwas schmälert. Insgesamt sind dies aber alles nur Kleinigkeiten, zudem trumpfen die Freiburger mit den letzten beiden Songs nochmal richtig auf und fast erzeugen diese den Eindruck, als wären „I’m A Dreamer“ und „Dead“ einer anderen Schaffenszeit entsprungen. Gerade mit dem Ausklang „Dead“ setzen The Deadnotes einen starken Schlusspunkt, der etwas experimenteller, kräftiger und durchdachter um die Ecke kommt.

Selbst wenn hier die Kritik überwiegt und der Dreier stellenweise mehr Ängste produziert, als sie aus dem Gesicht küssen können, lohnt es sich doch mal ein Ohr zu riskieren und dem Debüt ein paar Minuten Hörzeit zu schenken. „I’ll Kiss All Fears Out Of Your Face” weist zumindest viel Potenzial auf und man kann sich tatsächlich gut vorstellen, dass die Mucke live ordentlich abgeht. Für das kommende Album bleibt zu hoffen, dass das Geheule etwas reduziert wird und sich dafür etwas mehr Druck breitmacht.

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