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The Dark Unspoken: Diode In Your Head?

Vielleicht mit anderer Stimme...
Wertung: 5/10
Genre: Dark Electro, EBM
Spielzeit: 60:14
Release: 15.10.2010
Label: Echozone

Gähn. Noch eine Dark Electro-Combo aus deutschen Landen, die auszieht, um die Tanzflächen zum Beben und die Menschen zum Nachdenken zu bringen. Solcherlei Releases werden von der tanzwütigen Gemeinde sabbernd zur Kenntnis genommen, unsereins hat für die 14837. Veröffentlichung aus dem EBM-Bereich allerdings meist nur noch ein müdes Schmunzeln übrig.

Und das hat einen ganz besonderen Grund. Nicht, dass The Dark Unspoken schlecht wären. Im Gegenteil, das Trio hat auf seinem neuesten Silberling einige sehr gute Beats und Samples versammelt. Lediglich die Stimme von Sänger Darkun macht mich so gar nicht an. Eine geschlagene Stunde lang bleibt der Gute in derselben nervtötenden monotonen Stimmlage, ab und an changierend durch leichte bis mittelschwere Verzerrung. Für ein oder zwei Songs mag das ja funktionieren, aber spätestens nach dem dritten Track zittert der Finger unwillkürlich gen Skiptaste. Aber nein, wir sind stark, wir sind mutig und außerdem haben wir sicherlich schon Schlimmeres gehört.

Seit 2007 gibt es die Combo und mit „Die By Echoes“ und „Rotten Memories“ haben sie vorneweg immerhin zwei Alben auf den Markt geworfen, die mir zwar beide unbekannt sind, sich aber anscheinend in EBM-Kreisen einiger Beliebtheit erfreut haben. „Diode In Your Head?“ ist nun also Album numero tres, was ja bekanntlich den Knall oder Fall einer Band ausmacht… nun ja, mal sehen, was da genau auf uns zukommt.

An und für sich startet die Scheibe recht vielversprechend mit „Angels In The Summerrain“, das man ja nun nicht unbedingt als typischen Dark Electro-Titel bezeichnen würde. Der Beat schnarrt schön vor sich hin, auch Darkuns Stimme, weil noch neu für den Hörer (vorausgesetzt er kennt die Band nicht), gefällt, auch wenn hier schon erste Tendenzen entstehen, die Augen angesichts der etwas gleichförmigen Tonlage zu verdrehen. Trotzdem setzt sich hier bereits der erste Ohrwurm fest, auch wenn es etwas schwach weitergeht. Man muss dem Mann allerdings zu Gute halten, dass er das Keyboard, das er auch noch unter seine Fittiche genommen hat, besser einzusetzen weiß als seine Stimme: Schön flächig wird das Tasteninstrument eingestreut, in Kombination mit den Gitarren von Kollege Dirk und Michas eher dezenten Drums ist das eigentlich eine schöne Kombination.

Bevor man sich an den Kopf greift und endgültig abschaltet, hauen die Drei glücklicherweise schnell den Titeltrack raus, bei dem Darkuns Stimme zwar leicht verzerrt wird und dadurch ein wenig unangenehm schnarrt, bei dem aber trotzdem ein gewisses Tanzfeeling aufkommt. Ganz schrecklich dagegen „Abandon Thrill“, das einfach nur lärmt und einem dabei tierisch auf die Nerven fällt. „Growning Paintree“ hebt den Level dann glücklicherweise noch mal ein ganzes Stück mit seinen leicht tanzbaren Beats, obwohl – ja, auch hier – die Stimme wieder enorm stört, wenn man sie in genau dieser Tonlage schon sieben Lieder lang hat ertragen müssen.

„Painful Heaven“ zelebriert eine etwas eigentümliche Atmosphäre, zu der aber Darkuns Stimme ganz gut passt und die den Song aus der Masse herausstechen lässt. Leider bleibt das dann auch schon das letzte Highlight der Scheibe, denn mit den beiden letzten Songs „Wild Life“ und „Decisions“ können TDU nicht mehr so richtig viel reißen, obwohl letzteres seinen Job als Instrumentalstück eigentlich ganz gut macht.

Fazit: Mehr als die Hälfte der Punkte kann hier nicht drin sein und selbst die gibt es größtenteils auch nur wegen der tanzbaren Beats und teils doch recht interessanten Songstrukturen. Zu einem oder zwei Songs passt Darkuns Stimme wirklich gut, der Rest fängt schon nach wenigen Sekunden an, einem gehörig auf den Keks zu gehen und macht den Gebrauch der Skiptaste beinahe unausweichlich.

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