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The Dahmers: Demons

Ein buntes Sammelsurium des Punk
Wertung: 7/10
Genre: Punkrock, Garagepunk, Horrorpunk
Spielzeit: 39:26
Release: 13.11.2015
Label: Farsot Records/Lövely Records

15 Songs, knapp 40 Minuten – The Dahmers aus Schweden machen, entgegen ihrem Bandnamen, keine Gefangenen und spielen mit “Demons” zu einem orgiastischen Punk-Vergnügen auf. Schwer zu beschreiben, am ehesten noch eine Mischung aus Hippies, den frühen, giftigeren Sum 41 und Alt-Punk, aber damit hat man den Nagel noch bei Weitem nicht auf den Kopf getroffen. Hinzu kommen noch stellenweise Pop-Appeal, ein bisschen Horror (muss ja, bei dem Namen) und Garagenrotzigkeit.

Überhaupt ein Review zu „Demons“ zu schreiben, gestaltet sich schon erstaunlich schwierig, auch nach dem fünften Durchlauf weiß man noch nicht hundertprozentig, was man von der Scheibe halten soll, schließlich sehen die Herren aus, wie aus den Siebzigern entsprungen, klingen aber, als hätten die Sechziger mit den Achtzigern und Neunzigern eine Zeitmaschinen-Orgie gefeiert und vereinen dann auch noch mindestens die oben beschriebenen Einflüsse, wenn nicht noch etliche mehr, die einem aber vor lauter Reizüberflutung gar nicht einfallen wollen.

Beginnen vor also der Einfachheit halber mit dem Opener „Stalker“, das mit schaurigem Klavier, gruseligem Gelächter und entsprechender Gitarre eher in die Psychobilly- und Horrorpunk-Ecke abdriftet. Ein super Einstand, keine Frage, aber The Dahmers können auch noch ganz anders: Das halbminütige „Creepy Crawl“ ist ein giftiger Schleimbrocken von einem Punksong mit mehrstimmigem Gesang und räudigem Sound, wobei „Down On My Knees“ was die Melodie angeht ein bisschen an Sixties Rock erinnert.

Ähnlich breit gestreut geht es weiter: „Not Good Enough“ ist ein tanzbarer Punkrocker, bei dem der an die Sechziger angelehnte Refrain mit den flotten und lärmigen Strophen konkurriert; „Dripping Blood“ ist dem Titel gemäß wieder im Psychobilly anzusiedeln, agiert wird hier mit verzerrter Stimme, was den Gruselfaktor noch ein Stückchen nach oben schraubt; „Howling“ wird dann von einem – wer hätte es erwartet – Wolfsheulen eingeleitet und wartet mit einem unangemessen fröhlichen Gitarrenriff auf, auch hier wird aber tief in die Nostalgiekiste gegriffen, man fühlt sich an einige Best-Of-Scheiben erinnert, die dem Sound der sechziger Jahre huldigen. Zum guten Schluss verbeugen sich die Herren musikalisch noch mal vor Kapellen wie Misfits („I Spit On Your Grave“), bevor die wilde Fahrt zu Ende ist. Für Punkfans mit offenen Ohren in alle Ausprägungen des Genres gibt es auf „Demons“ sicherlich das ein oder andere spannende Stück zu entdecken. Insgesamt wirkt die Platte in wenig zusammengewürfelt, hört man sich die Songs einzeln an, hat man aber einige echte Perlen an Land gezogen. Trotzdem gibt es für den chaotischen Eindruck und die leichte Eintönigkeit, die sich in einigen Passagen breitmacht, erstmal „nur“ sieben Zähler.

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