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The Cutthroat Brothers: Taste For Evil

Eine Scheibe voller rohem, unfiltriertem Rock’n’Roll
Wertung: 7,5/10
Genre: Garage-Rock
Spielzeit: 25:58
Release: 01.11.2019
Label: Hound Gawd! Records

Mit Jason Cutthroat und Donny Paycheck schicken sich zwei waschechte Barbiere an, die Welt des Rock’n’Rolls neu aufzumischen. Bewaffnet mit Gitarre und Schlagzeug legten The Cutthroat Brothers voriges Jahr ihr selbstbetiteltes Debüt vor und scheinbar war die Zusammenarbeit dermaßen belebend, dass nun bereits der Nachfolger „Taste For Evil“ bereitsteht.

Im Stile der Barbiere, die früher schon mal Aderlass betrieben oder hin und wieder den Zahnarzt ersetzten, ist das Booklet gehalten; allerdings sollte man sich durch die recht blutigen Fotozeugnisse nicht zu sehr in die Irre führen lassen, denn wer hier Horror-Punk oder Gothic erwartet, könnte nur zu Teilen auf seine Kosten kommen. Geboten wird stattdessen Garage-Punk/Rock, der allerdings sehr schnittig die Gehörgänge rasiert. So setzt schon der titelgebende Song einen markanten Einstieg, bei dem man allerdings zugeben muss, dass dieses Werk eine gewisse Eingewöhnungszeit braucht. Dies liegt sicher zum einen an dem übersichtlichen Instrumentarium, zum anderen verströmt der Sound ein lange nicht mehr gehörtes Vinyl-Feeling.

Wer sich aber darauf einlässt und dem Album eine Chance gibt, wird mit zehn Songs belohnt, die sich erstaunlich variabel präsentieren. Anfängliche Bedenken, dass die fünfundzwanzig Minuten etwas einseitig werden könnten, kann man zügig knicken, denn spätestens mit dem flott in die Beine gehenden „Wrong“ laufen The Cutthroat Brothers zu Hochform auf. Das nachfolgende, tiefergelegte „Black Candle“ überzeugt mit seinem lässigen, leicht lasziven und dreckigen Groove, bei dem man sich stellenweise gar an eine Band wie T. Rex erinnert fühlt. Dem entgegengesetzt agiert „Medicine“, hier setzt das Duo auf kurze, schnellere Akkorde und irgendwie fühlt man sich beim Anhören wie ein Wackel-Elvis im Auto, der gerade mit 90 km/h über Kopfsteinpflaster holpert und dementsprechend durchgerüttelt wird.

Zum Ende der Scheibe setzen die beiden Wahl-Hawaiianer noch eine anständige Duftmarke, da wummert „Get Haunted“ mit seinen eingestreuten Breaks und voller Energie in die Ohren. Das abschließende „The King Is Dead“ agiert hingegen um einiges schleppender und wird mit ordentlich Zerrung gespielt. Dabei kriecht es unaufhörlich in die Seele und scheint einen förmlich auffressen zu wollen, trotzdem lässt es noch ausreichend Dynamik einfließen, die den Titel auf der Anspieltippliste ganz nach oben schiebt.

Letztlich wird mit „Taste For Evil“ die Musikgeschichte zwar nicht neu erfunden, aber immerhin dem Garage-Punk zu einem weiteren Frühling verholfen. The Cutthroat Brothers bieten zehn schnörkellose Stücke an, die einen rohen und ungeschliffenen Rock’n’Roll zum Vorschein bringen, der insgesamt sehr stimmig wirkt. Live dürften Songs wie „Killing Time“ und „Candy Cane“ schätzungsweise gar noch etwas mehr überzeugen, tragen sie doch eh schon einen nicht unerheblichen Mitmach-Faktor in sich.

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