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The Crown: Doomsday King

Eine dreiviertel Stunde lang pausenlos auf die Glocke
Wertung: 7.5/10
Genre: Death / Thrash Metal
Spielzeit: 44:15
Release: 24.09.2010
Label: Century Media

Bei all den unzähligen namhaften Death-Metal-Combos, die Schweden hervorgebracht hat, geht eine vielleicht nicht ganz so bekannte Band wie The Crown fast schon ein wenig unter – dabei gründete sich die Formation bereits im Jahre 1990 (damals noch unter dem Namen Crown Of Thorns, welchen sie bis 1997 beibehielt, dann jedoch aus rechtlichen Gründen ändern musste) und hatte wenigstens für zwei Jahre mit Ex-At The Gates-Frontschreihals Tomas Lindberg einen sehr prominenten Vertreter der Death-Metal-Zunft in ihren Reihen.

Nach sechs Studioalben war 2004 allerdings die Luft raus und die Band löste sich auf. Bekanntermaßen aber sorgt eine längere Pause ja oftmals dafür, neue Kräfte zu sammeln und neuerliche kreative Schübe zu entwickeln und so sind The Crown nun mit ihrem neuen Album „Doomsday King“ wieder zurück im Geschäft – wenngleich auch ohne Originalsänger Johan Lindstrand, der nach der damaligen Auflösung seine eigene Gruppe One Man Army And The Undead Quartet gründete, die ihrerseits bereits drei Platten veröffentlichte und einige Achtungserfolge einheimsen konnte.

Der neue Mann am Mikro hört auf den sehr schön nach Metal klingenden Namen Jonas Stålhammar und liefert auf vorliegender Comeback-Scheibe einen sehr respektablen Job ab, zumal seine Stimme der seiner Vorgänger nicht unähnlich ist. Und so wie die Platte betitelt wurde, so beginnt sie auch: Stilecht ist gleich zu Anfang des Openers und Titeltracks eine Unheil verkündende Glocke, untermalt von schleppenden, doomigen Riffs zu hören; nach einer knappen Minute allerdings geht es gleich ordentlich zur Sache. Schneidende, gnadenlose Riffs treffen auf technisch filigranes, fein ausgearbeitetes High-Speed-Drumming von Schlagwerker Janne Saarenpää und entfesselte Gitarrensoli – meine Güte, hier wird gleich eindrucksvoll bewiesen, dass die Jungs nichts verlernt haben.

„Angel Of Death 1839“ tönt nach diesem furiosen Auftakt dann sogar noch aggressiver, während beim folgenden, ebenfalls ausschließlich in hohen Geschwindigkeitsbereichen angesiedelten „Age Of Iron“ äußerst clever einige sehr hübsche Gitarrenharmonien eingebaut wurden, ohne dass man an Brutalität einbüßen würde.

Erst bei „The Tempter And The Bible Black“ wird der Fuß erstmals seit der ersten Minute von „Doomsday King“ wieder vom Gaspedal genommen; dieser Midtempo-Song walzt in bitterböser Manier alles platt, was sich ihm in den Weg stellt, während „Blood O.D.“ eine gelungene Mischung aus rasenden Thrash-Salven, die teilweise an Slayer angelehnt sind, und mahlenden Zeitlupen-Death à la Bolt Thrower (im Refrain) darstellt.

Das alles ist durch die Bank gnadenlos und geht auch bei den insgesamt eher rar gesiedelten Midtempo-Sequenzen stets voll in die Fresse, allerdings wären ein paar mehr griffige Hooklines sicherlich wünschenswert gewesen, so wie sie bei „Age Of Iron“, „Blood O.D.“ oder „Desolation Domain“ zumindest streckenweise zum Vorschein kommen; jedenfalls lässt sich auch nach vier Durchläufen bis auf „Age Of Iron“ noch kein weiterer richtiger Hit ausmachen. Es wird einfach derart heftig zu Werke gegangen, dass man im wahrsten Sinne des Wortes erschlagen wird und es manchmal schwer fällt, den Strukturen angemessen zu folgen. Zudem ist der Schlagzeugsound, vom schwindelerregend hohen handwerklichen Niveau mal ganz abgesehen, darüber kann es keine zwei Meinungen geben – für meinen Geschmack zu steril produziert.

Dennoch darf man alles in allem von einem gelungenen Comeback sprechen – beeindruckend ist „Doomsday King“ trotz der kleinen Kritikpunkte allemal. Das Ganze braucht eben seine Zeit, um sich zu entfalten – sicherlich besonders die beiden letzten Songs „From The Ashes I Shall Return“ und „To Light“, die mit jeweils sechs Minuten die längsten und somit auch die komplexesten geworden sind, dadurch aber natürlich zum Entdecken einladen – und live dürfte das Material gleich noch einmal eine Stufe mehr knallen – davon durften sich die Besucher des diesjährigen Summer Breeze und Party.San bereits überzeugen lassen. 

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