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The Cotton Soeterboek Band: Twisted

Alles solide, ohne große Überraschungen
Wertung: 6.5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 31:08
Release: 14.10.2008
Label: Caf Fine Records

The Cotton Soeterboek Band (was für ein Name!) beglückt den siebziger Jahre Hardrock Fan mit dem Album „Twisted“ und setzt sich selbst das Thema: “Rock and Roll for the new millenium“. Krasser können die Gegensätze kaum sein. Wenn man nun aber die Besetzungsliste anschaut, dann fallen einem direkt Namen wie After Forever, Driver und Ayreon ein, in denen die Mitglieder schon gezockt haben. Allein das macht schon Lust auf die Musik und hebt die Vorfreude.

Schön im Old School-Style rockt „Set Me Free“ daher. Der Schädel wackelt von vorne nach hinten und zurück. Irgendwie hat es die Band geschafft, zwar die 70er einzufangen, das Ganze aber mit einer modernen Prise King`s X zu würzen. Starker, mit Blueseinschlägen durchzogener Hardrock. Irgendwie erinnert Alan Cotton`s Gitarrenspiel ein wenig an Ritchie Blackmore. Starker Song, der aber recht eindimensional daher kommt. Etwas mehr Abwechslung im Refrain wäre sicher nicht verkehrt gewesen.

„Pretty Maureen“ weiß da noch einen drauf zu setzen. Der Groove gefällt und man ist positiv gestimmt. Robert Soeterboek hat eine schöne, angenehme Stimme, leider variiert er sie viel zu wenig. Mal eine etwas andere Betonung, Intonierung oder auch einen etwas eher bestimmen Akzent setzen, das findet man leider nur zu selten. Man hat das Gefühl, dass hier hinter keiner Zeile mal ein Punkt steht, der dementsprechend betont wird. Trotzdem ein richtig schöner Song.

„Twisted“ ist zumindest etwas breiter gefächert, was das angeht. Ein sehr gelungenes Solo sorgt für zusätzliche Stimmung. Irgendwo erinnert der Gesang auch ein wenig an Saxons Biff Byford. Guter Song, aber kein Highlight.

Ein Highlight findet sich dann mit „Colorado“. Auch wenn die Songs insgesamt zu relaxt daher schwimmen, weiß dieser Song aufgrund seiner genialen Chorusmelodie das Gedächtniszentrum zu stimulieren. Schade, dass auch hier das Ganze ein wenig zu wenig energetisch rübergebracht wird, sonst hätte die Band hier einen richtigen Meilenstein setzen können. Das ist dann auch der große Unterschied zu solchen Größen wie Deep Purple oder Whitesnake, denn da wird auch mal richtig Spielfreude vermittelt und die jeweiligen Sänger zeigen mal an den richtigen Stellen eine gewisse Entschlossenheit und Härte.

„Leave Me Blue“ ist dann ein eher positiv verträumter Rocker, der wiederum mit einem schönen Solo aufwartet. Die auf Hammond Orgel getrimmten Keyboards von Joost van den Broek sorgen wie auch bei jedem anderen Song für eine gewisse, teilweise erdrückende Schwere, die aber sehr gut die siebziger Jahre präsentiert.

„Little Sister“ weiß da nicht ganz mitzuhalten. Die Rhythmussektion, bestehend aus Mike Davis am Bass und Reynold Carlson am Schlagzeug sorgen für den perfekten Background. „Gold And Gray“ ist zwar wie eigentlich jeder Song sehr schön geraten, weiß aber keine richtigen Akzente zu setzen, dies aus den schon angesprochenen Gründen.

„Still Of The Night“ kommt vom Gesang mal etwas abgehackter rüber, aber so etwas wie Spielfreude scheint gänzlich abhanden gekommen zu sein. Kein schlechter Song, nur recht lau rübergebracht. Roberts Stimme scheint in den halbwegs geschrienen Passsagen schon ein wenig an seine Grenzen zu kommen.

Den Abschluss besorgt dann „The Game“. Alles wie gehabt, schade eigentlich, denn so ist kein einziger richtiger Hammer auf dem Silberling vorhanden, dabei zeigen die Songideen doch so viel Potenzial.

Fazit: Es fällt mir richtig schwer, diese Scheibe zu bewerten. Alle neun Songs sind vom Grunde her richtig stark. So, wie sie hier aber umgesetzt wurden, geht jede Menge Fun flöten. Keiner der Musiker explodiert mal vor Spielfreude. Böse gesagt hat man das Gefühl, dass die Leute für mehrere Wochen bei totalen Sexentzug und Wasser und Brot im Tonstudio eingesperrt wurden und dann an den letzten beiden Tagen die Songs eingezockt haben. Schade, denn so wird die Band wohl untergehen. Falls es dennoch mal ein paar Rockbands geben sollte, die mit etwas mehr Energie zu Wege gehen und beliebige Songs dieses Albums covern, dürfte der Band ein Licht aufgehen, warum es lief, wie es laufen wird. Schade, denn hier wäre eine hohe Bewertung möglich gewesen, hinzu kommt noch eine Abwertung aufgrund der unverschämt kurzen Spielzeit von gerade mal 31 Minuten.

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