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The Contortionist: Apparition

Episch.
Wertung: 9.5/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 33:58
Release: 25.09.2009
Label: Eigenproduktion

Sieht man sich einschlägige und entsprechende Websites und Foren an, merkt man schnell, dass kaum ein Album derart sehnlichst erwartet wird wie die neue EP der fünf Jungs um The Contortionist. Seit dem 25. September ist die CD bei Shows der Band erhältlich, am Montag, den 12. Oktober wird die EP auch online verfügbar sein.

Eben jene EP wartet mit sieben hochkarätigen Stücken auf, die sich irgendwo zwischen Progressive, Doom und Death Metal einordnen lassen und auch einige Core-Elemente nicht leugnen können. Zu Beginn der CD vernimmt man einige sanfte Gitarrenklänge des Songs „Infection“, jedoch wird diese Ruhe kurz darauf von hämmernden und breakdown-lastigen Riffs durchbrochen, die im Refrain trotz aller Brutalität keinesfalls Harmonie missen lassen. Im Refrain beginnt die Band ihre Stärken auszuspielen, die nicht nur in der technischen Anwendung der Instrumente, sondern auch in dem überdurchschnittlich cleveren Songwriting liegen: So unterlegen hier melodische Keyboardteppiche eine brachiale Wand aus epischen Tapping Parts der Gitarren und aggressivem Black Metal-Gekrächze sowie extrem tiefen Growls.

Auch wenn einige Doom-Elemente vorzufinden sind, vermag der aufmerksame Hörer auch – so abwegig diese Kombination auch klingen mag – sogar, wie bereits erwähnt, Core-Elemente vorzufinden, so gibt es zum Ende des Openers sogar noch einen kurzen Moshpart. Ebenso kontrastreich und unterschiedlich wie die berührten Genres sind auch die Songs, wie auch die Tracklist an sich: „Eyes: Closed“ ist ein achtminütiger Track mit schweren Gitarren, einem ruhigen, ja beinahe ambienten Zwischenpart und einem epischen Finale, das speziell durch die melodische und technische Gitarrenarbeit glänzt, bevor der Hörer dann mit sanften Keyboardklängen aus dem Song geleitet wird. Der Übergang zum nächsten Song „Eyes: Open“ erfolgt ohne Pause und entführt den Hörer in einen einminütigen Track, der gewissermaßen als besonderes, nachgeschobenes Outro des vorherigen angesehen werden kann.

Der Song „Oscillator“ (zu Deutsch: „Schwingungserzeuger“) verdient seinen Namen zu Recht. Zwar ist dieser eher auf Tonfrequenzen bezogen, allerdings wird dieser Track gerade auch bei der Live-Performance nicht zu knappe Schwingungen im Publikum erzeugen, denn zu Anfang kann man sich hier problemlos dem Pogo hingeben, wohingegen der Endteil, vor welchem auch hier eine ruhige Bridge folgte, so manchem ungeübten Nacken bleibende Schäden zufügen wird. Ungeübter Nacken? Ja, denn hier muss jeder seine Haare kreisen lassen, ganz gleich ob nun kurz oder lang.

Nachdem man sich mit dem erneut einminütigen Zwischenspiel „Apparition“ etwas erholen konnte, haut die Band mit dem letzten Track „Predator (Posing As A Housepet)“ noch Mal einen absoluten Übersong raus, der wieder durch die typischen Elemente der Formation besticht: Ein Markenzeichen sind die extrem tiefen Saiteninstrumete – man stelle sich beispielsweise einen wuchtigen, nochmals (!) tiefer gestimmten Fünfsaiter vor, der zusammen mit der Bassdrum magendrückende Breakdown-Riffs erklingen lässt - während die Gitarren wieder wahrhaft epische Melodien zum Besten geben, die den Hörer fasziniert und von einer derart grandiosen EP leicht verstört in einer vierminütigen Stille zurücklassen, bevor man erneut ein kurzes, Instrumentalstück vernimmt, mit dem die CD dann endgültig endet.

Bedenkt man, dass die CD in Eigenproduktion entstanden ist, ist der wuchtige Sound um so beeindruckender: Die tiefen Growls und keifenden Shouts klingen klar und drückend, die Gitarren wie es gerade erforderlich ist hämmernd, treibend und tragend und das Schlagzeug sowie der Bass bilden ein brachiales und mächtiges Grundgerüst, das bei einer guten Anlage schnell im Magen zu spüren ist.

Ich liebe diese CD. Uneingeschränkt. Jeder, der auch nur ein klein wenig offen ist für progressiven, technischen Metal der in Richtung Doom und auch Death Metal geht, wird hier etwas finden, was ihm gefällt, wie auch die Anhänger der Core-Fraktion. The Contortionist verstehen es wie kaum eine andere Band, eine Brücke zwischen den Genres zu schlagen und die jeweils besten Elemente zu vereinen. Diese CD ist ein absolutes Muss, wer hier nicht wenigstens mal auf MySpace reinhört, verpasst definitiv etwas!

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