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The Chuck Norris Experiment: The Return Of Rock`n`Roll

Peinliche Selbstüberschätzung oder einfach nur dummer Realitätsverlust?
Wertung: 7/10
Genre: Rock`n`Roll
Spielzeit: 43:56
Release: 16.08.2008
Label: Masterrock Records

Leute, der Rock`n`Roll war weg und anscheinend hat es keiner gemerkt außer The Chuck Norris Experiment. Nun ja, vielleicht war das ja in Schweden so, aber hierzulande sieht das dann wohl doch etwas anders aus. Aber die Schweden haben sich auf die Fahne geschrieben, dass sie den Rock`n`Roll zurückbringen. Peinliche Selbstüberschätzung oder einfach nur dummer Realitätsverlust? Nun ja, hören wir mal, was die Band hier abzuliefern gewillt ist.

„You Got It Coming“ prescht recht ungestüm nach vorne und sorgt für einen gelungenen Einstieg, die Melodie beim Refrain scheint zwar vertraut, aber das stört überhaupt nicht, denn die Band klingt hier so räudig-dreckig, dass es sich irgendwie schon wieder richtig gut anhört.

„Less Than A Man“ zeigt, wie schön kratzig und, man verzeihe mir den Ausdruck, abgefuckt sich eine Sangesstimme anhören kann. Chuck Ransom sorgt mit seiner kratzigen, leicht erschöpft klingenden Stimme für den Flair, den die Band versprüht. Der Song treibt schön und sorgt für Bewegung im Bein und auch die ersten Kopfbewegungen stellen sich unweigerlich ein.

„Move Like A Machine“ kann da leider nicht so gut mithalten, wobei ich denke, dass die Nummer speziell live dargeboten für richtig Stimmung sorgen dürfte. Ganz schön groovig beginnend, entwickelt sich der Song zu einer etwas chaotisch wirkenden High Speed-Nummer.

„Cold Blood“ ist dann wieder etwas interessanter gehalten. Irgendwie erinnert mich das Stück ein wenig an die Bloodhound Gang durch die kleinen Breaks und das allgemein versprühte Feeling, das Ganze hier nur deutlich dreckiger und härter gezockt - starke Nummer.

„On The Case“ beginnt recht rifflastig und es wird immer mehr klar, dass die Mucke von The Chuck Norris Experiment sehr stark auf das Drumming von Chuck Manhattan ausgelegt ist. Er sorgt mit Bassist Chuck The Ripper immer für den treibenden, im Vordergrund stehenden Rhythmussound. Dazu gesellen sich dann eher zurückhaltend als dominierend die Gitarren von Chuck Daniels und Chuck Lee Riot. Der Gesang, der genau richtig abgemischt ist, sorgt dann für das letzte gelungene Quäntchen Feeling.

„Silikone City“ driftet dann etwas stärker in die Punk Rock-Schiene ab. Nicht schlecht, aber irgendwie für The Chuck Norris Experiment-Verhältnisse doch eher langweilig. Zu gleichförmig und wenig inspiriert braten hier die Gitarren und der monoton, eben punkmäßige Gesang.

„That Shit Is Over Jack” beginnt mit Radipop /Fernsehshow-Trompetenintro, bevor die Band erstmal für sage und schreibe elf Sekunden Gas gibt und der Song beendet ist. Hm, das haben die Stormtroopers Of Death deutlich besser hinbekommen. Das war nichts.

„!!!Electrified!!!” bedient sich dann recht deutlich bei AC/DCs „T.N.T.“. Definitiv einer der besseren Songs, auch wenn das Original natürlich nicht im Entferntesten erreicht werden kann.

„Bastards“ ist dann zwar nicht der zornige Rocker, den der Name zu versprechen scheint, weiß aber dennoch, Akzente zu setzen. Oft ist es bei diesen Rotzrock-Combos ja so, dass sich eigentlich fast jeder Song gleich anhört, dies trifft aber auf The Chuck Norris Experiment nicht zu. Man variiert in den eigenen Möglichkeiten und schafft es so, ein abwechslungsreiches Album auf die Beine zu stellen.

Richtig überrascht wird der Hörer dann aber, wenn „Radio Shadow 2007“ erklingt. Als ob die fünf Schweden zu lange Urlaub in Amerika gemacht hätten, zocken sie hier einen treibenden, ungewöhnlichen Countrysong. Stark, man schnippt mit den Fingern mit und besingt mit dem Sänger den elektrischen Sturm. Nicht rockig, aber dennoch exzellent. Nicht, dass die Band versuchen sollte, lauter solche Songs zu schreiben, das ginge nach hinten los, aber dieses Juwel unter den anderen, ja komplett anders gearteten Stücken ist so etwas richtig Gutes und Besonderes.

Und um da noch einen drauf zu setzen, gibt es dann noch mal skandinavisch getränkten Stonerrock. „The Road, The Dust And The Goddamn Power” rockt sich schön durch die Lautsprechermembranen. Ein guter Abschluss, wenn es denn einer wäre. Man nimmt sich zwei Minuten und 15 Sekunden Pause, um dann akustisch noch mal kurz nachzulegen, was man aber ruhig als Zeitschinderei ansehen kann. Der versteckte Song ist zwar musikalisch auch eine Überraschung, weiß aber nicht wirklich zu überzeugen .

Fazit: Eine erfrischende Scheibe, die aber auch ein paar Hänger hat. Die Band, die sich die schwarzen Streifen auf Gesicht malen lässt, um unerkannt zocken zu dürfen, hat einiges an Potenzial aufzuweisen und wird sicher einige neue Bands mit dem Album dazu gewonnen haben. Man darf gespannt sein, wie sich die Formation weiterentwickelt.

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