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The Cheaters: Midnight Run

Starkes Album mit einem offiziellen Ende, das sich gewaschen hat
Wertung: 9/10
Genre: Southern Hardrock
Spielzeit: 48:47
Release: 03.07.2009
Label: Eigenproduktion

Nach ihrem 2007´er Debüt „The Cheaters L.P.“ legen die Rocker aus Baltimore kräftig nach und man frönt weiter ausgiebig seinen rockenden Genen und schert sich einen Haufen Kot um die Musik, die gerade angesagt ist. Und das ist auch verdammt gut so, denn das dürfte das sein, was sie am besten können. 

The Cheaters widmen sich dem Rock`n`Roll mit deutlichen Southern Rock-Einflüssen, das Ganze irgendwie mit einem breiten Grinsen im Gesicht des Sängers, denn der Spaßfaktor ist jederzeit greifbar. Classic Rock, der nicht den Trends hinterher hechelt. 

Treibend drischt Kevin Shook erstmal auf sein Schlagzeug ein, um dann nach einigen Sekunden sehr tieftönigen Beistand von Bassist Dave Wolf zu bekommen. Erst dann legt die Band komplett los und rockt sich kräftig durch „Fast Time“. Klingt cool und lässig, ohne dabei den Drive zu verlieren. Das Bein stampft praktisch automatisch mit und der Kopf beginnt wohlwollend zu nicken. Cooler Einstand der Baltimorer.

„Blow My Mind“ stampft sich ebenso direkt ins Gedächtniszentrum. Sänger Jason Morton, der nebenbei auch noch die zweite Gitarre bedient, klingt einerseits so lässig und andererseits so bestimmt, dass man gar nicht so recht weiß, was dominiert. Die exzellenten Gitarren sorgen für bestes Hardrock-Feeling. Man nickt unweigerlich das Köpfchen im Takt. Der Sound ist für eine Eigenproduktion richtiggehend klasse. Ich weiß gar nicht, was man da noch verbessern könnte. 

„Lay It On The Line“ startet ungeheuer kräftig, bevor man das Tempo drosselt und etwas „lazy“ wirkt. Das wechselt sich dann gekonnt ab. Der starke Refrain sorgt dann weiterhin dafür, dass hier das erste echte Highlight steht. Starker Song mit einigem Ohrwurmcharakter.
„Let Down“ lebt von seiner temperamentvollen Instrumentierung und dem hier deutlich moderner klingenden Gesang. Stellenweise erinnert der Gesang irgendwie an das abgehackte Gesinge des verstorbenen Michael Jackson. Klingt aber irgendwie cool.

„You Just Don`t Get It“ rennt da schon wieder deutlich zügelloser durch die eigenen musikalischen Welten. Eine coole Nummer mit Abgehcharakter, auch wenn das nicht wirklich ausgelebt wird und immer wieder die Bremse getreten werden muss, wohl damit der Motor nicht überdreht. 
„Justify“ hat ein wenig Boogie-Blues in seinen Genen. Klingt richtig gut und macht Spaß. Brett Wilmers Gitarrenspiel sorgt hier genau wie bei den restlichen Stücken für einiges Aufsehen. Sein Spiel ist quasi das Sahnehäubchen auf der durchweg guten Leistung. Auch wenn man bisher nur an der Genialität kratzte, das Album ist eigentlich fast schon ein Muss für Rockfans.

Der Titeltrack „Midnight Run“ hat genauso viel Tempo wie man es bei dem Titel erwarten darf. Trotzdem weiß er nicht so zu zünden wie dies schon einige Songs vorher taten. Das hätte man vom Titeltrack so nicht erwartet.
Etwas besser wird es dann bei „One Night Woman“. Hier wird der kurzen Affäre gefrönt, das Ganze aber mit einer kleinen versteckten bluesigen Unternote, die erst bei genauerem Hinhören offenbart wird und ein cooles Detail darstellt. Ansonsten hämmert sich der Song eher treibend nach vorne.

„Locked And Loaded“ geht einen deutlich älteren Hard Rock-Weg. Dieser Song könnte so auch in den Siebzigern entstanden sein. Der elektronisch verzerrte Gesang weiß mich aber keinesfalls zu überzeugen. Der cleane Refrain sorgt da für viel mehr Freude. 
„In Your Lies“ ist ein schwer groovender Stampfer. Cool gemacht und eigentlich deutlich härter, auch wegen der Backing Vocals. Der Schädel bangt gemäß dem Takt unweigerlich mit. 
„It Ain`t Comin` Back“ rockt sich richtig stark mit Mundharmonika in deutlich südlichere Gefilde Amerikas. Coole Nummer mit viel Flair und Spaß in den Backen.

Den Abschluss unter ein gutes Album setzt dann das sicherlich gute „Bye Bye Baltimore Sky“. Aber nein, so ist das nicht. Mit unheimlich viel Blues im Blut wird hier plötzlich derart geil losmusiziert, dass man sich fast schon fragt, ob das immer noch die gleiche Band ist. Jason Moton klingt hier derart Whiskey-geschwängert und weinerlich, dass es dem Hörer Gänsehaut auf den Körper treibt. Wow, welch ein Hit zum Abschluss. Auch wenn es hier nicht so munter vonstatten geht, ist dieser Song quasi das „Sweet Home Alabama“ der Band. Besser kann man das nicht machen. Man schreit und weint quasi jede Zeile mit, ohne auch nur einmal im Leben in Baltimore gewesen zu sein. Eine Hymne für die Ewigkeit!

Eigentlich hätte dann Schluss sein sollen, aber es gibt noch einen Hidden Track, der erst nach zweieinhalb Minuten Stille in Aktion tritt. „Shame On You“ ist ein bluesiger AC/DC-Stampfer, den man sich nach dem eigentlich letzten Song hätte sparen sollen.

Fazit: Ein starkes zweites Album ohne jeglichen Demo-Charakter, welches elf wirklich gute Songs beinhaltet. Und dann haut die Band da noch diesen Megablues-Song „Bye Bye Baltimore Sky“ raus, dass es Mark und Bein erschüttert (im positiven Sinne). Der Song ist jetzt schon bald 50 mal durch die Lautsprecher gedonnert und weiß immer noch die Begeisterung in mir zu wecken. Eine Hymne für die Ewigkeit.


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