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The Cascades: Something To Happen

Trotz einer Menge Feuer nur lauwarm
Wertung: 6/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 52:26
Release: 27.03.2009
Label: New Crusade Records

Nachdem 2006 das letzte Album der deutschen Gothic Rocker The Cascades mit dem alten Sänger M.W. Wild erschien, läutet „Something To Happen“ nun eine neue Ära für die Band ein. Nicht nur, dass mit Ben Richter nun der Frontmann der Folk Metaller Thanateros das Mikrofon übernimmt, zusätzlich hat sich der Stil der Band auch noch ein ganzes Stück weit gewandelt.

Der Einfluss von Ben ist an vielen Stellen des Albums zu erkennen; so wurden abseits der eigentlichen Musik auch die Texte verändert, denn zusätzlich zu den düsteren Weltuntergangs- und Herzschmerztexten gibt es jetzt neuerdings auch Gesellschaftskritisches auf dem Album. Zudem wurde dieses Mal komplett auf deutschsprachige Songs verzichtet, die CD ist durchgängig in englischer Sprache gehalten.

Auf musikalischer Ebene wurde passend zu dem rauen Gesang eine härtere Ausrichtung gewählt und die Keyboards komplett entfernt. Im Gegensatz zum neuen Album von Thanateros, auf dem Ben fast durchgängig rauh singt, finden sich auf „Something To Happen“ auch oftmals sehr klare und emotional vorgetragene Passagen. Bei diesen besagten Momenten verleiht der tiefe und dunkle Gesang der Musik nach wie vor eine Menge Gothic-Flair, das man ansonsten auf der aktuellen Platte nur noch in der teilweise melancholischen Melodieführung wiederfindet. Ob man nun den Gesang M.W. Wilds oder den von Ben Richter vorzieht, ist sicherlich Geschmackssache; außer Frage steht jedoch, dass der neue Gesangsposten durchaus gut besetzt wurde.

Die Musik im Allgemeinen ist als sehr straigther Rock mit gelegentlichen Gothic-Einschüben zu bezeichnen und daher vielleicht am ehesten mit Sentenced zu vergleichen, ohne jedoch jemals deren kompositorische und emotionale Klasse zu erreichen. Problematischerweise krankt das aktuelle Werk der Cascades nämlich an mangelnder Abwechslung im Songwriting; nur wenige Tracks fallen hier wirklich aus dem Rahmen. Zwar wird meist treibendes Riffing geboten, dem es aber leider an Variation mangelt. So rockt sich das Quintett zwar recht impulsiv durch die zwölf Stücke, verzichtet dabei meist aber auch auf Songstrukturen abseits des Strophe-Refrain-Schemas, was zur Folge hat, dass auch nach mehreren Durchläufen kaum ein Track wirklich heraussticht und sich von den anderen Songs unterscheidet.

Mit dem Hookline-Wunder „All The Best“ wird ein wirklich starker Einstieg hingelegt, doch wird das Niveau danach nicht gehalten, denn einige der nachfolgenden Stücke versinken schlichtweg in der Belanglosigkeit. Gelegentlich wagt sich die Band ein Stück weit vom eigentlichen Konzept fort und weiß gerade dann zu überzeugen. So überrascht „Another Dream“ mit einem gelungenen Spannungsaufbau samt weiblichem Background-Gesang und Hammond-Orgel, während auf dem flotten Titelstück „Something To Happen“ ein leichter Punk-Einschlag zu bemerken ist. Die anderen Songs als generell schlecht abzustempeln, würde der Band sicherlich unrecht tun, denn Tracks wie „Everyday“ bieten durchaus gute Hooks, allerdings auch nichts, was man nicht woanders schonmal besser gehört hätte.

Trotz des gelungenen Sängerwechsels können The Cascades mit ihrem aktuellen Album nicht komplett überzeugen, da „Something To Happen“ doch recht uninspiriert klingt. Die neue, etwas dreckigere Ausrichtung hat zwar durchaus ihre Reize, scheitert aber an mittelmäßigem Songwriting, durch das die ganze Platte relativ gleichförmig klingt. Wirklich schlecht klingt die CD zu keiner Zeit, aber leider auch bis auf wenige Ausnahmen nie wirklich gut. Wer Lust auf straighten und harten Rock N' Roll mit Gothic-Einflüssen hat, kann in „Something To Happen“ durchaus einmal reinhören, alle anderen Goth Rock-Anhänger sollten lieber bei härteren Genre-Kollegen wie Poisonblack oder düstereren Vertretern wie The 69 Eyes bleiben.


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