Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

The Butcher Sisters: The Butcher Sisters EP

TBS kultivieren die Beklopptheit
Wertung: 8/10
Genre: Hardcore, Beatdown, Metal, Rap
Spielzeit: 26:40
Release: 25.10.2013
Label: Eigenproduktion

2013 erschütterte eine neun Track starke EP die Mannheimer Musikwelt und die Schwiegermütter im Rhein-Neckar-Kreis: „The Butcher Sisters“, gleich benannt nach der Band, die diesen Bastard ins Leben gerufen hatte – eine Kombination aus Hardcore, Beatdown, Metal, Rap und jeder Menge böser Wörter. Damals noch zu fünft, wurden The Butcher Sisters eigentlich als Spaßprojekt begonnen, dabei wurde aber die Gier nach niveaulosen Texten stark unterschätzt – die Jungs bekommen Konzertslots, Fans und mittlerweile ist das zum Sextett angewachsene Monster bei Bleeding Nose unter Vertrag. Bald kommt das Debütalbum „Respekt und Robustheit“ unter die Leute, entsprechend sollte der Leserschaft auch die mittlerweile drei Jahre alte Debüt-EP nahe gebracht werden.

Auf deutsche Texte steh‘ ich nun nicht unbedingt, die Lyrics der EP sind aber teilweise so stumpf, dass sie schon wieder super sind, zumal Mikrohalter Alex die Inhalte staubtrocken und todernst rüberbringt. Titel wie „The Final Fistdown“, „Asozial Und Ausgestoßen“ oder „Parkplatzwächter Ralf“ zeigen da schon stark, wo der Hammer hängt – ziemlich niedrig nämlich. Da fliegen beim Konzert auch schon mal Zähne, weil der Text zu „Alphatier“ allzu wörtlich genommen wird –aber wo gehobelt wird, fallen bekanntlich Späne.

Zimperlich sein darf man bei den Jungs eh nicht. „Wir stehen auf harte Mucke, Frauen und Gewalt“ – is‘ klar, die deftigen Gitarren, teilweise stark metallischen Arrangements und die Texte belegen das ganz deutlich. Dabei kommen aber bei aller Niveaulosigkeit richtig geile Tracks heraus wie zum Beispiel das eingangs erwähnte „The Final Fistdown“ mit ordentlich breiter Hardcore-Gitarrenwand, das vor allem zu Beginn stark Grindcore-lastige „Auf die Fresse“  mit seinem Heavy-Metal-Riff im Mittelteil, oder das knapp zweiminütige „TBS2011“, das – wie alle anderen Tracks auch – ordentlich die Werbetrommel in eigener Sache rührt und mit kurz eingestreuten Synthie-Samples neben derbem Geschrei überrascht.

Auch live immer wieder schön ist der mittlerweile zum Klassiker avancierte Track „Pralinchen“, dessen Refrain wahrscheinlich inzwischen jeder mitsingen kann, der mehr als einmal ein TBS-Konzert besucht hat. Übrigens textlich wahrscheinlich der beste Song: Das finale „Parkplatzwächter Ralf“, das mit schön beschwingter Melodie daherkommt und ein bisschen klingt, als hätte das Quintett sich an allen Kinderhörspielen bedient.

Fazit: Geschmackssache hin oder her, TBS machen Stimmung und das sollte bei der vorliegenden EP die Hauptsache sein. Der textliche Nährwert seien mal dahingestellt, die Instrumentalfraktion alleine macht aber schon einen sauguten Job und punktet durch Abwechslung, während Alex die Lyrics einfach gut rüberbringt – zumal das Hauptaugenmerk hier nur minimal auf Ernsthaftigkeit liegen dürfte. Man kann wirklich gespannt sein, ob die Jungs ihre Beklopptheit unter den Fittichen eines großen Labels beibehalten – Ende Oktober werden wir’s erfahren.

comments powered by Disqus

Rauschende Jubiläumsparty mit ein paar Wermutstropfen

Bundeswehr-Musikkorps und U.D.O. für den guten Zweck

Delirious und Terrorblade im Rausch der Kanalfahrt

Darkness Drummer Lacky beim Selbstversuch mit dabei

„Deutsch“ ist in und Schumi irgendwie mit dabei