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The Butcher Sisters: Respekt und Robustheit

TBS prollen jetzt mit den Großen
Wertung: 8/10
Genre: Rap, Hardcore, Metal
Spielzeit: 38:02
Release: 28.10.2016
Label: Bleeding Nose Records

Was unmöglich schien, ist eingetreten: Die Prolls vom Neckar, The Butcher Sisters, spielen mittlerweile im Sandkasten der großen Jungs, bei Bleeding Nose nämlich. Wurde auch Zeit, die letzte Veröffentlichung ist ja dann doch schon eine Weile her und wurde noch in Eigenregie veröffentlicht, das erste Full-Length-Album “Respekt und Robustheit” darf nun über ein richtiges Label erscheinen – das ist aber tatsächlich auch das einzige, was sich auf den ersten Blick geändert hat.

Prollig und niveaulos sind die Herrschaften immer noch, da muss man nur einen ersten kurzen Blick auf die Tracklist werfen: „Was für Gürtellinie“ oder „Schwanzvergleich“ zeigen da schon mal in etwa die Richtung an, das Niveau hängt ähnlich niedrig wie die Hose, man darf sich freuen auf zehn Songs voller Schlagringe, Baseballschläger und unnötig herausgeholter männlicher Geschlechtsorgane.

„Guck auf den Benz“ macht insofern als Opener schon Sinn, da die Jungs ein bisschen Lokalkolorit mit einbringen können – und was schreit mehr „Mannheim“ als eine Ode an das meistgefahrene Auto in der Quadratestadt! Musikalisch zieht sich der rote Faden, den man von TBS mittlerweile kennt, wieder durch das ganze Album: Hardcore-Beats, Metal-Riffs, Rapeinlagen von Fronter Alex, ordentlich deftiges Geschrei von Kollege Matsches und Texte, bei denen man manchmal nur laut lachen muss – schönes Beispiel in „Schwanzvergleich“: „Für diesen Schwanz brauch ich einen Waffenschein, denn ohne Dammriss komm ich nirgends rein“ – ja, ich weiß, sollte man als emanzipierte Frau nicht geil finden, aber irgendwie kann ich gar nicht anders! TBS treffen einfach den Proll-Nerv in jedem von uns.

„Streitschlichter“ kommt dann mit Matsches hysterischem Gebrüll richtig gut, hier leben die Jungs mal ihre nette Seite aus – erst mal drüber reden, bevor man eins auf die Fresse bekommt, vor allem, wenn der Gegner physisch besser ausgestattet zu sein scheint. Dass die Jungs ihre Heimat immer wieder anpreisen, schürt ein bisschen das Heimweh, gerade bei Songs wie „Die Jungz von der 68“ fühlt man sich ein wenig nostalgisch und verdrückt das ein oder andere Tränchen. Richtig geil kommt hier aber die melodisch-dramatische Gitarre im Hintergrund rüber – in Kombination mit Alex‘ Rap eine perfekte Mischung, die den Song auf die Liste der Anspieltipps bringt.

Man muss es entweder mögen, was TBS hier vorführen, oder eine ordentliche Portion Humor haben – im Idealfall beides und man sollte möglichst nicht dem gängigen Mannheimer-Gangster-Klischee entsprechen, sonst findet man sich allzu oft in den Texten der Jungs wieder. Musikalisch haben die Sechs auch einiges zu bieten, das Augenmerk liegt aber ganz klar auf den teils ziemlich fiesen Texten. Die meisten Metalheads werden kaum was mit dieser Veröffentlichung anfangen können, wer seinen Kopf nicht so tief im Arsch hat, könnte an „Respekt und Robustheit“ aber durchaus seinen Spaß haben.

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