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The Butcher Sisters: Alpha & Opfah

Rapcore-Niveaulimbo à la 68
Wertung: 8/10
Genre: Rapcore
Spielzeit: 33:16
Release: 25.04.2019
Label: Bleeding Nose Records

The Butcher Sisters sind mittlerweile auch über die 68er-Grenzen bekannt als ein Haufen prollige Assis, die es irgendwie schaffen, zwischen all den Testosteronschüben noch ziemlich geile Mucke auf die Beine zu stellen. Der Titel der neuen Scheibe „Alpha & Opfah“ zeigt quasi den tiefenphilosophischen Aspekt der Truppe auf, die Texte gestalten sich entsprechend schwer verständlich. Oder schwer verdaulich? Auf den Schlips getreten fühlen darf man sich bei den Mannheimern definitiv nicht, sonst kann man sich das Anhören gleich vollends sparen.

Der Spagat zwischen hohl und humorvoll ist natürlich in Schnellfickerhosen von Adidas deutlich einfacher zu bewältigen und entsprechend fallen die Stücke eigentlich schon seit Beginn der Bandgeschichte aus. Neu anpassen musste sich der aktuelle Schreihals Nick vermutlich nicht, zumindest ersetzt er seinen Vorgänger ganz passabel: So hat Rapper Alex auch weiterhin einen würdigen Komplizen im Kampf gegen das Niveau.

A propos Niveau: Selbst für TBS-Verhältnisse ist „Cruisen“ mit seinem billigen Autotune-Refrain dann eine Spur zu schwach. Jungs, das könnt ihr besser – und das wird auch gleich von beiden Seiten gezeigt, nämlich mit dem ordentlich schmetternden „Klick Klack“ und einer absoluten Abrissbirne namens „Banana“. Hätte man ja nie gedacht, dass das magnesiumreiche Obst mal zu dem Symbolbild für deftigen Rapcore werden könnte. Bis heute hab ich mich allerdings nicht getraut, das zugehörige Video anzuschauen.

Der Titeltrack kann da nicht wirklich mithalten, dafür startet das groovige „Lauf Junge“ mit einem ordentlich bratenden Hardcore-Riffing, auch Nick darf sich hier etwas länger austoben und macht eine verdammt gute Figur, wenn er zornige Zeilen in den Äther rotzt. Um den Paradeplatz sollte man aber zukünftig eher einen Bogen machen. Um sämtliche Fitnessstudios im Mannheimer Umkreis vielleicht auch, wenn man sich den folgenden Brecher „Diamanten“ so anhört – der Song platzt fast vor Anabolika und Bizeps, da bleibt kein Auge trocken und man schwankt bei den Texten dann doch regelmäßig zwischen Headbangen und Lachen. Allerdings: Viel billiger darf‘s nicht werden auf der nächsten Platte, sonst kratzt das an der B-Note.

Allzu viel hat sich ja nicht geändert bei den Mannheimern, man darf gespannt sein ob das prollige Geprotze irgendwann langweilig wird. Bisher haben die Jungs noch fast alles richtig gemacht – nur musikalisch wird‘s dann manchmal doch ein bisschen zu billig („Cruisen“, „Testosteron“). Im oberen Drittel dürfen die Jungs aber trotzdem erst mal bleiben, ein Leistungsabfall im Vergleich zum Debüt „Respekt & Robustheit“ ist nämlich nicht zu verzeichnen.

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