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The Burning: Rewakening

Ein herannahendes Schleudertrauma
Wertung: 9/10
Genre: Death Thrash Metal
Spielzeit: 47:06
Release: 27.02.2009
Label: Massacre Records

Hasserfüllt wird das dänische Metal-Jahr eröffnet. The Burning melden sich mit ihrem zweiten Album „Rewakening“ zurück. Zwar hat man einen klangvollen Titel für das Album gefunden, aber irgendwie scheint er nicht allzu gelungen, denn er wird immer wieder umgetauft, denn bei genauer Betrachtung müsste man auf „Reawakening“ pochen. Aber wen interessiert schon der korrekte Name, wenn man ein Album sucht. Egal, in irgendeinem Dialekt wird es schon passen.

Mit „It Came From The North” legen die vier Dänen kräftig los. Johnny Haven zeigt direkt, dass er nicht der angenehme Partner für den Nachmittags-Tee ist. Hasserfüllt presst er seine Lyrics durch die Stimmbänder und sorgt für recht aggressive Stimmung. Die eher groovend als schnellen Passagen lassen die Schädeldecke samt Haupthaar kräftig rotieren. Sehr starker Auftakt.

„Cloven Hoof“ geht zwar in die gleiche Richtung, kann aber nicht ganz mithalten, denn irgendwie ist man noch zu sehr beeindruckt vom Opener. Trotzdem sicher kein schlechter Song, aber der Gesang ist hier nicht dominant genug und so sorgt hauptsächlich Rasmus Vinding`s Gitarre für einige zusätzliche Freude.

Und dann bricht mit brachialer Gewalt der Übersong „Carnivora“ über den Hörer hinein. Man verflucht die Stereoanlage dafür, dass der Lautstärkeregler bei zehn endet und montiert den Knopf ab, um zu schauen, ob da nicht mehr geht. Leider ist dies nicht der Fall, aber auch so rieselt langsam, aber sicher der Putz von der Wand. Kräftig mosht der Hörer unweigerlich durch die Wohnung und vor dem Straßenfenster bildet sich langsam eine kleine Menschenansammlung, oder war dies doch nur wegen der Baustelle auf dem Fußgängerweg?

„Eight Legged Omen” klingt fast schon so, als ob der Sänger in den letzten Atemzügen liegt, unaufhörlich hämmern sich der Bass von Thue Moeller und das Schlagzeug von Toby Hoest in die Gehirnrinde, um für lange Zeit im Gedächtnis des Hörers sein Unwesen zu treiben. Die Kopfbehaarung kann getrost als Peitsche eingesetzt werden, derart heftig schleudert der Schädel vor und zurück. 

„Repentance ( Burned On The Stake)” geht dann deutlich zügiger zur Sache. Trotz der starken Gitarre wünscht man sich zeitweise eine zweite Streitaxt. Aber auch so versprüht die Band mit ihren Melodien ein ungeheures Flair. 
Ohne Umschweife kommt dann der nächste Song mit einem Oberhammer-Refrain: „Father They Call Me The Heretic“ Man grölt unweigerlich mit und erahnt schon den nächsten Polizeieinsatz wegen Ruhestörung. Stark, stimmig und absolut kraftvoll, auch wenn das Gitarrensolo recht böse daneben geht, der fulminante Bass und das fast schon als röchelnd zu bezeichnende Geschrei sorgen trotzdem für den passenden Adrenalinschub.

„He Who Whispers In The Back Of Us All” beweist schonmal, dass Songtitel gar nicht lang genug sein können. Stark, wie die Band zum Mitgrölen animiert: Bay Area-Gitarren paaren sich mit dem gnadenlosen Gesang. Aber das ist eigentlich auch wieder nur der Auftakt zum nächsten Übersong. Und dieser folgt sogleich.

„Evangelical Cannibal“ stampft erstmal recht behäbig daher, bevor man sich langsam schwankend auf die musikalische Reise begibt. Der Nacken kündigt ein herannahendes Schleudertrauma an, die an die Tür hämmernden Polizisten geben auf und rufen lieber einen Exorzisten und die Zeugen Jehovas nähern sich in den nächsten Monaten nicht mehr diesem Stadtteil. Zur Hölle mit allen Benimmregeln, dieses fiese Monster muss einfach mitgegrölt werden. Moshen ist hier angesagt, egal, ob dabei etwas zu Bruch geht.

Da kann „Unspeakable“ leider nicht mehr mithalten. Trotzdem sicher kein schlechter Song, auch wenn gerade die etwas schnellere Gesangspassage nicht wirklich kräftig genug rüberkommt. Der schön doomig geratene Ausklang entschädigt aber zumindest teilweise.
„Live The Goat“ drückt dann für The Burning-Verhältnisse das Gaspedal kräftig durch. Guter Thrash Metal mit einigem an Hassgefühl. Trotzdem kommt die Nackenmuskulatur nicht zur Ruhe.

Der Titelsong „Rewakening“ kann da noch ein wenig nachlegen. Unglaublich, wie die Band es versteht, es durch die unterschiedlichen Parts für kräftigen Hinhörcharakter zu sorgen. Hört euch mal den Mittelpart an: Eigentlich überhaupt nicht überladen, aber dennoch mit unheimlich viel Charme versehen, um für größere Moshpits zu sorgen. Well done, boys!

Etwas zügiger hämmert dann der leider schon letzte Song durch die Lautsprechermembranen. Starker energiegeladener Abschluss, der eigentlich nach noch mehr verlangt. Ein gelungener Schlußpunkt hinter dieser groovenden Hasstirade.

Fazit: Hier haben die Dänen The Burning einen echten Kracher abgeliefert. Hauptsächlich im Midtempo gehalten, hämmern sie sich ins Gedächtnis. Man kann nur hoffen, dass die Dänen sich auf eine ausführliche Deutschlandtour begeben, um ihren großartigen Live-Ruf auch dieses Jahr wieder unter Beweis zu stellen. Auch wenn die Spielzeit mit gerade mal 47 Minuten nicht wirklich üppig ausgefallen ist, zwei bis drei Songs weniger und die Höchstwertung wäre unvermeidbar gewesen. So, und jetzt verteile ich Ohropax in der Nachbarschaft, falls mich der Pfarrer vorbei lässt. 


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