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The Brimstone Days: We Are The Brimstone Days

Ein Sommeralbum, dem ein paar Ecken vielleicht ganz gut getan hätten
Wertung: 7/10
Genre: Funk Rock, Retro Rock
Spielzeit: 34:11
Release: 26.11.2010
Label: Eigenproduktion

Dass die aktuelle Platte von The Brimstone Days gerade jetzt in die Redaktion geschneit kam, ist ein typischer Fall von richtigem Timing. Wäre „We Are The Brimstone Days“ noch vor ein oder zwei Monaten auf dem The-Pit.de-Schreibtisch gelandet, hätte man sie vielleicht zwei- oder dreimal durchgehört und sich dann mit einem verhaltenen Brummen notgedrungen eine Rezension aus den Rippen geleiert.

Jetzt allerdings, wo es draußen allmählich wieder nach Sommer ausschaut, ist die Platte genau das richtige für Strandparties und Grillabende: Bunt, frisch und gut gelaunt kommen die Songs daher, ohne den Rock-Faktor zu vernachlässigen. Siebziger Jahre-Gitarrenriffs paaren sich mit leicht psychedelischen Flower-Power-Melodien und der sehr angenehmen Stimme von Gitarrist Håkan Lanz. Bei der Mischung ist es kein Wunder, dass die erste EP-Auskopplung des Trios auf den Namen „Flowers And Rainbows“ hörte – und ein bisschen Hippie-Feeling kommt tatsächlich auf, wenn man sich die neuen Tracks zu Gemüte führt.

Die Schweden beschreiben sich selbst als „Modern Retro-Rock“, und bevor man sich in lange Genre-Verzwirbelungen verliert, kann man das durchaus so stehen lassen: Teils bilden rockig-erdige Gitarren die Grundlage der Songs wie zum Beispiel bei „Grand Theft Of Time“; teils schmeicheln sich poppige Melodien in die Gehörgänge und sowieso kann man Funk und eine Spur Psychedelic Rock an fast jeder Ecke heraushören. Benannt sind die Jungs übrigens nach dem „Brimstone Butterfly“, einem Schmetterling, der in schönstem Gelb leuchtet – passender könnte ein Bandname für das sonnige Gemüt der Combo kaum gewählt sein. Der „Brimstone Day“ entspricht nun also dem Tag, an dem alle Brimstone-Schmetterlinge sich ziemlich zeitgleich zu neuen Ufern aufmachen und die Welt in eine gelbe Wolke hüllen – ein untypisches Bild im Rock'n'Roll, aber nichtsdestrotrotz irgendwie absolut passend zur Musik. 

Ohrwürmer en masse tummeln sich auf „We Are The Brimstone Days“, angefangen mit dem ersten „richtigen“ Song „Confusion“, einem sehr tanzbaren Track, der es trotzdem schafft, nicht gewollt catchy zu klingen. Wer sich an leicht nasalem Gesang stört, wird mit der Scheibe vielleicht wenig Freude haben; vor allem bei „Get In Line“ fällt zum ersten Mal auf, dass Håkan durchaus ein wenig verschnupft ins Mikro trötet. Trotzdem machen die Jungs ordentlich Stimmung, auch wenn einige Songs wie beispielsweise „Come On Come On (Let’s Get It On“) weder durch innovativen Text noch durch besondere Kreativität bestechen können. So klingt der Titel doch sehr nach den Landsmännern von Royal Republik, nur mit weniger Eiern. Überhaupt ist das das einzige Manko auf „We Are The Brimstone Days“: Es fehlt einfach ein wenig an Biss und den meisten Songs würde es durchaus gut stehen, wenn sie ein wenig knackiger ausgefallen wären.

Ein Track, dem die fehlende Knackigkeit wenig ausmacht, ist das funkige „Electric Blue“, dessen Strophengesang fast ein bisschen an das französisch-irische Chaosteam City Weezle erinnert, das zwar beinah monatliche Line-Up-Wechsel verzeichnet, aber durch unangefochtene Verwirrung überzeugen kann. Natürlich gehen die Schweden sehr viel geradliniger zu Werke und so ist auch „Electric Blue“ ein straighter Song, zu dem man nicht unbedingt headbangen, aber zumindest die Hüften kreisen lassen kann – und hier wird sogar recht überraschend ein psychedelisch ploppendes Keyboard-Stück eingebaut, das sich in einer kleinen Orgel-Orgie entlädt.

Wenn man von dem viersekündigen Intro und dem vierminütigen Hidden-Track-Outro absieht, das zwar interessant ist, weil es die Geschichte mit den Brimstone-Schmetterlingen erzählt, aber durchaus kürzer hätte ausfallen können, absieht, kann man „We Are The Brimstone Days“ ganz simpel als gutes Sommeralbum bezeichnen. Nichts stört, nichts unterbricht den funky Fluss – aber durch die fehlenden Ecken und Kanten wird der Rockfaktor doch auch um ein paar Zähler gemindert. Einen Sympathiepunkt in Gedanken gibt’s für das grandiose Foto im CD-Hüllen-Inneren: Håkan mit riesigen Chucks, gelden Röhrenjeans und dunkelblauer Beatles-Jacke aus der Sergeant-Pepper-Phase – ein denkwürdiges Outfit!

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