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The Boyscout: Father

Eine schöne Platte
Wertung: 7.5/10
Genre: Pop Rock
Spielzeit: 10:6
Release: 11.06.2006
Label: BOB-MEDIA

Englischtest! Thema: Alltagswörter. Was ist ein “Boyscout”? Ich gestehe, ich war auch unwissend. Die Aufklärung ist aber sehr wichtig, um das Projekt an sich zu begreifen. Ein Boyscout wird in England ein Pfadfinder genannt. Auch beim Militär gibt’s die Jungs, die machen dann nur kein Lagerfeuer, sondern sind die Späher, die unbekanntes Gebiet auskundschaften.

Nächste Frage: Wer ist Manuel Mijalkowski? Um es vorwegzunehmen: Er ist mit 34 Jahren kein Pfadfinder und mit dem US-Militär hat er auch nicht viel tun. Herr Mijalkowski hilft auf andere Weise: Durch seine Musik.

Um Kindern aus sozial schwachen Familien den oft mit Sorgen verbundenen Gang zum Arzt zu ermöglichen, hat er den Verein “Children Of The Night e.V. - Musiker für Kinder in Not” ins Leben gerufen (benannt nach seiner ersten Single) und unterstützt damit Bedürftige z.B. bei der Praxisgebühr oder der Medikamentenzuzahlung.

Zurück zum Projekt Boyscout und Mijalkowski. Dessen erste Single wurde damals zur Hymne des Zweitbundesligisten Handball HBW, die 2005 erschienene “Biker’s Feeling”, deren Erlös ebenfalls “Children Of The Night e.V.” zu Gute kam, schaffte es sogar bis MTV und Viva, sodass Boyscout im Herbst des Jahres als “Bester Newcomer” für den Rock & Pop-Preis nominiert war.

Das Erscheinen der dritten Single “Father” ist nur ein Vorgeschmack auf das noch dieses Jahr erscheinende, unbetitelte Album des Vaters.

Zugegeben, drei Lieder sind etwas mager. Doch diese drei haben es in sich. Ein bisschen poppig, ein bisschen kitschig. Das ist beim Kontext aber auch nicht anders zu erwarten gewesen. Der Opener “Father” ist eine alternativ Mischung der typischen Radioballaden. In Anbetracht der Widmung an seinen Vater ist der Song dennoch passend. Hauptsächlich von einem Klavier getragen, überzeugt der Song wenn nicht durch seine unwerfende revolutionäre musikalische Untermalung (es ist eben das Popthema) durch die schöne Gesangsstimme Mijalkowskis. Das typische Gitarrensolo am Ende ist ebenfalls nicht übertrieben - ein schönes Lied, das ins Gehör geht. Auch wenn man auf die Engel und die ewige Sonne vielleicht verzichten hätte können.

Der nächste Track “Another little Lie” ist dafür schön rockig geworden, eine sehr dominante Gitarre zieht sich durch den kompletten ersten Teil und verdeckt fast den “Ich hasse sie - sie hasst mich”-Text. Auch wenn es am Ende heisst, er würde sie immer noch lieben.

Wirklich überraschend hingegen, dass Mijalkowski sich stimmlich auch hier behaupten kann. Nach der Ballade am Anfang hätte man ihm kaum einen so rauen Gesang zugetraut und eher damit gerechnet, dass seine Stimme untergeht.

Der dritte Teil der Single ist natürlich noch einmal “Children Of The Night”, dem man sein Alter schon deutlich anhört. Hier trägt ein vorwiegend synthetisch klingendes Keyboard die Melodie, während Mijalkovskis Gesang durch Percussions aufgelockert werden soll, was aber den gegenteiligen Effekt hat: Durch die gedoppelte Stimme wirkt der Song schwer wie ein Kirchenlied. Der Text tut sein übriges, der wahrscheinlich minder kitschig geklungen hätte, wenn Herr Mijalkovski auf Deutsch singen würde, denn seien wir mal ehrlich: Worte wie “cold, night, love, forever” - das ist mittlerweile derart ausgelutscht, dass keiner mehr irgendwie ergriffen wird oder sich Mühe gibt, zuzuhören. Seine Arbeit in Ehren, aber textmäßig ist an Boyscout wirklich noch zu arbeiten.

Alles in allem trotzdem eine schöne Platte, die auch zum aktuellen Wetter (kalt, grau, blöd) sehr gut passt. Nicht für die Sommerhits 2007 zu nominieren, aber wenigstens der guten Sache wegen zu kaufen.

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