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The Body & Braveyoung: Nothing Passes

Teamwork zahlt sich aus
Wertung: 8/10
Genre: Drone
Spielzeit: 35:31
Release: 27.09.2011
Label: Eigenproduktion

The Body und Braveyoung – zwei Bands, die sich musikalisch zugleich nahe stehen und doch unterschiedlicher kaum sein könnten. Erstere bauen gewaltige, rauschende Wände aus dem Nichts auf, Zweitere entlocken ihren Instrumente friedliche, sanfte Klänge, die eher im Natürlichen als im Unnatürlichen verwurzelt zu sein scheinen, doch eines haben beide Projekte gemein: Eine greifbar dichte Atmosphäre entsteigt in mal undurchdringlichem, mal verwehtem Nebel aus den Lautsprechern und zieht den Hörer tief in die grauen und doch farbenfrohen Welten der Bands. Diese sich anziehenden Gegenpole finden auf der Kollaboration „Nothing Passes“ zusammen und verschmelzen zu einem gänzlich neuem Sounduniversum, in dem doch bekannte Orte verstreut sind.

Was dabei entsteht, ist musikalisch näher an The Body, ohne jedoch so trostlos wie deren Veröffentlichungen zu klingen, denn obwohl vorrangig lupenreiner Drone geboten wird, gestalten sich die Klangcollagen noch ein Stück experimenteller als sonst und erhalten beispielsweise durch den geschickten Einsatz eines Glockenspiels eine melodische Note. Auch Passagen im Ambient-Stil gehören zum Repertoire der Zusammenarbeit, nehmen aber eine eher untergeordnete Rolle ein, denn in erster Linie regieren durch extreme Verstärkereinstellungen gejagte Gitarrenwände, die in ihrer relativen Gleichförmigkeit zugleich die größte Tugend des Genres als auch den Grund für dessen Spezifität darstellen – der eine lässt sich tief in diese rauschenden Konstrukte saugen, andere wiederum empfinden sie als schlichtweg langweilig und aufgesetzt. Doch selbst diese Kritiker müssen im Falle von „Nothing Passes“ in einigen Belangen zurückstecken, denn ein gewöhnliches Drone-Werk hat man hier nur bedingt vor sich.

Obwohl drei Minuten überschritten werden, erscheint „Song One“ dabei im Kontext des Albums wie ein Intro und stimmt mit einem meterhohen Wall aus Verzerrung auf das ein, was noch kommen wird, wobei mit einer langsam herabsinkenden Violine aber schon erste Akzente gesetzt werden. Der folgende „Song Two“ nimmt mit seinen fünfzehn Minuten einen großen Teil der Veröffentlichung ein und prägt diese dementsprechend stark – Zeit ist so genügend vorhanden, um den Sound weit auszureizen und jede Ecke in der grauen Dunkelheit zu beleuchten. Der tiefe, warme Klang eines Cellos leitet das Stück ein und erhält schon bald Gesellschaft in Form eines zarten Glockenspiels, das kaum merklich die Lautstärke anhebt und schließlich von einem weiblichem Chor umfangen wird, der gemeinsam mit rhythmischen Trommeln eine episch anmutende Stimmung erschafft. Das bedrohliche Dröhnen der Gitarren wird dabei immer fordernder und lauter und wechselt sich im Laufe des Songs mit finsteren Dronescapes ab, bevor zum Ende hin wieder Fahrt aufgenommen und die hinzugewonnene Schwere mit hohen Kreischern durchlöchert wird.

Die zweite Hälfte der Kollaboration besitzt nicht nur einfallsreichere Titel als die erste, sondern hält auch abseits davon einige Überraschungen bereit. „Nothing Passes“ steigt mit einem Noise-Intro ein, das zwar nicht gerade die Trommelfelle zerfetzt, aber doch nicht unbedingt unter Easy Listening fällt und begeistert erneut mit dem perfekt platzierten Glockenspiel, das eine gespenstische Atmosphäre erschafft, die sich auch in den ausgedehnten Ambient-Passagen fortsetzt, bevor die stets im Untergrund brodelnden Gitarren schlussendlich zu einem Crescendo anschwillen. Der wirkliche Stilbruch folgt aber erst mit dem abschließenden „The Vision“: Fast schon in Country-Manier finden hier akustische Gitarre und eine prägnante weibliche Stimme zueinander, begleitet von subtilen Drone-Riffs, die erstaunlicherweise gut mit dem Rest des Songs harmonieren. Mit der Zeit wird nicht nur der Gesang heiserer, sondern auch die instrumentale Fraktion agiert bombastischer, nur um plötzlich in sich zusammenzufallen und einer sanften Männerstimme Platz zu machen, bevor sich als würdiges Ende die Gitarren noch einmal auftürmen.

Ein bedrückender, aber tiefgehender Trip ist „Nothing Passes“ also – obwohl die dem Genre eigene Monotonie durchaus viel Raum einnimmt, finden sich doch viele kompositorische Finessen in den vier Stücken und sorgen für viele Umschwünge in der Stimmung, halten aber gleichzeitig stets die unheimliche, unterschwellig bedrohliche Atmosphäre aufrecht. Wer sich bereits mit einer der beteiligten Bands auseinandergesetzt hat, findet hier eine Möglichkeit, die Kreativität der jeweiligen Truppe beim Teamwork und den daraus resultierenden Sound als Überschreitung der eigenen Grenzen zu bewundern, doch auch Drone-Jünger können hier nichts falsch machen, denn diese Kollaboration hat beeindruckende Früchte getragen, die gerade durch ihre Vermischung von Gewohntem und einfallsreichen Details besonders munden.

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