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The Black: Alongside Death

Kompromisslos und konsequent
Wertung: 7.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 30:31
Release: 02.10.2009
Label: Pulverised Records / Soulfood

Bei dieser Band ist alles schwarz: Der Name lautet ganz schlicht The Black und die Frontseite ist passenderweise ebenfalls mit einem pechschwarzen Hintergrund versehen; lediglich ein umgedrehtes goldenes Kreuz ist darauf zu finden, sowie der Name der Band und des Albums. Will heißen, schon anhand des Covers ist zu erkennen, dass auf jeglichen Firlefanz verzichtet wurde – hier wird knallhart absoluter Old School-Black Metal zelebriert.

Schon seit Anfang der Neunziger sind The Black in der Szene aktiv und genießen durchaus Kultstatus – noch dazu, wo in jener Zeit der inzwischen verstorbene, frühere Dissection-Frontmann Jon Nödtveidt unter dem Pseudonym Reitas bei der Band mitmischte und damals auch das bisher einzige Album „The Priest Of Satan“ einkreischte. Die Schnellsten sind die Schweden, die jetzt aus dem Trio Make Pesonen (Eternal Darkness), Andreas Jonsson und D. F. Bragman (Vinterland, Tyrant) besteht, demnach nicht gerade. Um so größere Erwartungen durfte man an „Alongside Death“ haben; der heutige Black Metal ist mit Bands wie den spanischen Newcomern Teitanblood, die gerade ihr aufsehenerregendes Debüt „Seven Chalices“ veröffentlicht haben, Watain oder Deathspell Omega, die längst zu festen Größen herangewachsen sind und der Szene mit eigenständigem Sound ihren Stempel aufgedrückt haben, stark wie lange nicht mehr – ob The Black nach so langer Abstinenz da mithalten können, ist demnach fraglich.

Auf progressiv angehauchte Experimentierfreudigkeit à la Deathspell Omega oder ausgefeilte Kompositionen wie zuletzt teilweise bei Watain haben The Black jedenfalls verzichtet, was bereits der Opener „On The Descent To Hell“ sogleich zeigt: In nicht einmal zwei Minuten wird hier nichts als garstiges, von Blastbeats dominiertes Schwarzmetall geboten – nicht sonderlich innovativ sicherlich, aber roh, primitiv, fies und gemein. Ein Intro oder ähnliche Spielereien sind nicht vorhanden, es gibt ohne Umschweife sofort voll auf die Glocke; man scheint da weitermachen zu wollen, wo man in den Neunzigern aufgehört hat, ohne ängstlichen Seitenblick darauf, was die anderen machen. Davon zeugt auch die räudige Produktion, die in Underground-Manier mit höhenlastigen, klirrenden Gitarrenwänden und wenig Bass, allerdings zum Glück nicht nach Keksdose klingendem Schlagzeug aufwartet und dem Spirit des Albums durchaus gerecht wird.

Das alles ist erfreulich kompromisslos und konsequent, zumal The Black nicht ausschließlich auf High-Speed-Prügelorgien setzen: Nach dem bereits erwähnten „On The Descent To Hell“, sowie dem ebenfalls ziemlich rasenden „Death’s Crown“ertönt mit „A Contract Written In Ashes“ ein sich langsam steigernder, im Midtempo gehaltener Wutklumpen und auch die danach erklingenden „Dead Seed“, „Fleshless“ und „Death Throes“ sind eher in gemäßigteren Tempi gehalten, dadurch aber nicht weniger fies, sondern durch den brillant vorgetragenen, hasserfüllten Gesang sehr verstörend. Das bedrohlich-atmosphärische Zwischenstück „The Wrath From Beneath“ läutet dann den Titelsong ein, bei dem sowohl in ICE-Geschwindigkeitsregionen gehaltene Blastbeats, als auch schwermütig walzende Midtempo-Passagen auftauchen. Schade nur, dass dieser letzte Track so verhältnismäßig abrupt endet – da hätte man irgendwie mehr draus machen können.

Insgesamt ist The Black jedoch ein gutes, weil sehr garstiges Black Metal-Album gelungen, bei dem die einen jubilieren und die anderen nur verständnislos den Kopf schütteln werden. Das Ganze ist abartig fies und sicher nur etwas für Leute, die mit dem Schwarzwurzel-Sound der frühen Neunziger etwas anfangen können. Produktionstechnisch hat man es bestens geschafft, Underground-mäßig zu klingen, ohne dass sich alles gleich nach Matsch und Dilettantismus anhört.

Einzig die Spielzeit der CD hätte – gerade nachdem es schon Ewigkeiten dauerte, bis endlich mal das zweite Album erschien – etwas länger sein dürfen. Auch wenn Qualität immer mehr zählt als Quantität – eine halbe Stunde ist schon ein wenig mager.

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