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The Birthday Massacre: Pins And Needles

Perfekt im eigenen Sounduniversum
Wertung: 8/10
Genre: Synth Rock
Spielzeit: 42:06
Release: 17.09.2010
Label: Cellar Door/Dependent

Selten lässt sich eine Klangfarbe so deutlich bestimmen, wie es bei der Musik von The Birthday Massacre der Fall ist – hier regiert nicht nur auf dem Cover Lila, sondern auch in dem einzigartigen Genre-Mix der seit nunmehr elf Jahren aktiven Kanadier. Mit „Pins And Needles“ steht nun der von vielen Fans sehnlichst erwartete „Walking With Strangers“-Nachfolger an, der dem Sound der Band in allen Belangen treu bleibt, gleichzeitig aber auch minimale Veränderungen erfährt, die jedoch keinen Anhänger der außergewöhnlichen Truppe abschrecken sollten.

Den Kern der Musik bildet immer noch eingängiger Rock mit reichlich Synthie-Einsatz – hier liegt jedoch der Clou, denn, wer die Band kennt, weiß, dass bei The Birthday Massacre diese Klänge perfekt eingesetzt sind und eine völlig eigene Atmosphäre schaffen, die der Truppe ihre Identität gibt. Wichtiges Aushängeschild der Kanadier bleibt natürlich nach wie vor Frontfrau Chibi, die mit ihrem mädchenhaften, extrem klarem Gesang das Tim-Burton-artige Ambiente der Stücke perfekt unterstützt. Auch wenn man an diesem Konzept nicht großartig herumgeschraubt hat, sorgen die härtere Ausrichtung einiger Songs und die bombastische Produktion von David Ogilvie (Marilyn Manson, Skinny Puppy) doch für ein wenig frischen Wind.

Mit „In The Dark“ wird der Hörer mit einem ungewohnt brachialen Riff empfangen, das jedoch schon nach kurzer Zeit von reichlich Synthesizer-Einsatz unterbrochen wird und der atmosphärischen Strophe weichen muss, während im Refrain so viel Ohrwurm-Potential geboten wird, dass man den Song nicht mehr so schnell aus dem Kopf bekommt. „Always“ setzt das Album nicht minder gelungen fort und wird von den hellen elektronischen Klängen in eine verträumte, melancholische Stimmung getaucht, die auch im grandiosen Chorus aufrechterhalten wird. Nach dem in die gleiche Kerbe schlagenden Stück „Pale“ folgt mit „Control“ ein weiteres Highlight auf der Platte: Der schnelle Rhythmus wird von harten Gitarren und einer gelegentlich einsetzenden Roboterstimme begleitet, die dem Track auf wundersame Weise einen unwiderstehlichen Groove verleiht.

Ansonsten reicht die Palette der Stile von harten Songs wie dem Titelstück „Pins And Needles“, das überraschenderweise den poppigsten Refrain des Albums besitzt, über Industrial-geschwängerte Tracks wie dem an die aggressiveren Momente von Nine Inch Nailserinnernden „Sleepwalking“ bis hin zu tanzbaren Stücken wie „Shallow Grave“ oder der dichten Atmosphäre in „Sideways“. Gegen Ende der CD präsentiert die Truppe mit „Two Hearts“ noch einen weiteren hochklassigen Song, der mit wabernden Synths und harten Riffs daherkommt, bevor mit dem ruhigen, mehrstimmig gesungenen „Secret“ der Ausklang geschaffen wird. Nicht außer Acht gelassen werden sollte jedoch bei all den Hits, dass diese sich erst nach mehreren Hördurchgängen herauskristallisieren – das liegt schlichtweg darin begründet, dass die Melodien alle recht ähnlich aufgebaut sind, so dass eine Unterscheidung bei einigen Stücken noch relativ schwer fällt.

Das alles ändert jedoch nichts daran, dass The Birthday Massacre erneut ein Album voller großartiger Hooklines und in ihrem ganz eigenen Stil geschaffen haben, das seinen Vorgängern insofern voraus ist, dass die Musik dieses Mal noch ausgewogener wirkt und besser produziert ist. Noch immer ist die Band in ihrer ganz eigenen Nische einzigartig und zieht den Hörer nach einigen Durchläufen vollends in den Bann ihres atmosphärischen und eingängigen Sounduniversums – für Neueinsteiger ist dieses Werk ohne Frage die optimale Wahl, doch auch alte Fans der Band sollten vollauf zufrieden sein, sofern sie keine großen Innovationen erwartet haben. Bleibt nur noch die Frage, wie die Truppe ihren Weg nun fortsetzen soll, groß verfeinern lässt sich wohl nichts mehr, denn The Birthday Massacre haben ihren Sound perfektioniert.

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