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The Answer: Revival

Klingt vielleicht schon ein bisschen zu frisch
Wertung: 7.5/10
Genre: Classic Rock/Hard Rock
Spielzeit: 50:00
Release: 03.10.2011
Label: Spinefarm Records

Wenn es um handgemachte Rockmusik mit Retro-Flair geht, sind The Answer ganz vorne mit dabei. Mit ihrem Debüt „Rise“ und dem Nachfolger „Everyday Demons“ haben sich die Nordiren einen Namen als würdige Epigonen von Bands wie Led Zeppelin, Free und AC/DC gemacht. Kennzeichnend für den Sound des Quartetts waren von jeher Cormac Neesons kraftvolle Ausnahmestimme sowie eine – trotz aller musikalischen Rückspiegelblicke – zeitgemäße, klare und druckvolle Produktion, die Hits wie „Never Too Late“ oder „Under The Sky“ stets ins rechte Licht rückte.

Mit „Revival“ kommt nun im Classic-Rock-Jahr 2011 das dritte Werk der Jungs in die Regale. Darauf: zwölf Tracks, exakt 50 Minuten Spielzeit – und Prominenz am Mischpult: Als Produzent der Scheibe fungiert ein gewisser Chris „Frenchie“ Smith, der bereits für Bands wie ...And You Will Know Us By The Trail Of Death, The Dandy Warhols und Jet den Knöpfchendreher machte. Und auch, wenn The Answer wie gesagt schon immer für modernen Sound standen, merkt man „Revival“ den neuen Klangschmied durchaus an.

„Use Me“ zum Beispiel bildet eine gewaltige Klangmauer, die deutlich nach „Alle Regler auf Elf“ klingt. Retro im klanglichen Sinne war ja bisher noch keine The-Answer-Scheibe, aber was hier abgeht, ist schon fast ein bisschen zu modern und klingt stellenweise einfach zu unorganisch. Ein strategischer Zug im berühmt-berüchtigten „loudness war“? Vielleicht. Doch auch spieltechnisch scheinen sich die Iren zunehmend an der Gegenwart zu orientieren und fahren vor allem in den Refrains gerne mal Akkordwände auf, die gar nicht so recht nach dem oft beschworenen Classic Rock oder dem, was gemeinhin unter Hard Rock abgefertigt wird, klingen wollen.

Was nicht heißen soll, dass man die Wurzeln komplett gekappt oder sich großflächig umorientiert hat. Die Riffs, der Blues, Slidegitarre, Mundharmonika und Cormacs einzigartiges Organ sind immer noch da, nur nicht mehr ständig so präsent. Das Riffmonster „Waste Your Tears“, der leicht psychedelische „Tornado“ und „Vida (I Want You)“ gehen locker als absolut überzeugende Vertreter von modernem Classic Rock durch. „Caught On The Riverbed“ klingt dagegen aber eher, als würde sich eine Alternative-Rockband an einem Countryrock-Song versuchen – was nicht unbedingt schlecht ist, aber nicht wirklich nach dem klingt, was man von einer The-Answer-Platte erwartet.

Vielleicht liegt dieser Eindruck aber auch nur an der ordentlich komprimierten Produktion, die im höchsten Grade Geschmackssache sein dürfte. Wer die Band dank ihrer ersten beiden Alben schätzen gelernt hat, sollte also sicherheitshalber vor dem Kauf von „Revival“ mal reinhören. Handwerklich ist die Platte natürlich über alle Zweifel erhaben und auch der ein oder andere Hit (wie der Opener-Ohrwurm „Waste Your Tears“) ist wieder dabei. Alles in allem also ein ordentliches Stück pseudo-alter Rockmusik mit vielleicht etwas zu frischem Sound – und damit eigentlich fast genau das, wofür The Answer nun einmal stehen.

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