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The Answer: New Horizon

Mehr vom Gleichen!
Wertung: 8/10
Genre: Hard Rock/Classic Rock
Spielzeit: 37:44
Release: 30.09.2013
Label: Napalm Records

Neue Alben von The Answer haben – zumindest vom Titel her – fast immer etwas von Neuanfängen. Das Debüt „Rise“ markierte den Beginn eines bemerkenswerten Aufstiegs, der die Nordiren mittlerweile in den Supportslot für AC/DC und weiter führte. Mit „Everyday Demons“ gastierte man dann kurz in der Alltäglichkeit, bevor das dritte Album „Revival“ schon die Wiedergeburt einläutete. Zwei Jahre später steht mit „New Horizon“ nun der nächste Aufbruch an, diesmal zu neuen Ufern, beziehungsweise: neuen Horizonten. Was das musikalisch zu bedeuten hat? Wer The Answer kennt, kennt auch die Antwort auf diese Frage: Natürlich nichts.

Das Rezept der Herren um Goldkehlchen Cormac Neeson lautet schließlich von Album zu Album: Mehr vom Gleichen! Wer tausendfach kopierte olle Rock-Kamellen so gekonnt aufkocht, dass das Ergebnis nach zeitgemäßem, druckvollem Rock'n'Roll tönt, darf es sich auf diesem Bett aber auch gern bequem machen. Ich jedenfalls werde den Teufel tun und mich beschweren.

Auch „New Horizon“ haut dem Hörer wieder fett produzierte Riffs, energiegeladene Grooves und Cormacs kraftvolle Vocals um die Ohren, dass es eine Freude ist. Schon im Opener keift sich der Frontmann durch den Refrain wie anno 2006 durch den Überhit „Under The Sky“. Ein bisschen Mystik-Kitsch darf er dabei gern verbreiten: Eine Zeile wie „Forgive me father, don't return my soul to the wind“ könnte jedenfalls auch gut aus Robert Plants Feder stammen – nichts, wofür man sich schämen müsste.

Bevor sich „Spectacular“ als mögliche Hitsingle empfiehlt, wird es mit „Leave With Nothing“ dann rifftechnisch noch einmal deutlich heftiger. Ohnehin gilt: Wenn sich im Songwriting überhaupt etwas seit der letzten Platte geändert hat, dann haben The Answer in Sachen Druck noch eine Schippe draufgepackt. Wen der nervöse Stakkato-Rock von „Somebody Else“ nicht aus dem Sitz zieht, der wird wohl spätestens vom brutal groovenden „Concrete“ aus selbigem gedrückt. Einen gefühlten Schritt zurück zu mehr Dynamik gibt es dafür in der Produktion, was vor allem den Gitarren gut zu Gesicht steht.

Verschnaufpausen inmitten der zahlreichen Riffgewitter gibt es wenige. Als halbwegs ruhig gehen noch am ehesten die ersten zwei Minuten des bitteren „Call Yourself A Friend“ durch, bevor die Band in einen kollektiven Wutausbruch explodiert – den sie dann über das textlich absurde „Baby, Kill Me“ und den Stampfer „Burn You Down“ bis zum letzten Song „Scream A Louder Love“ ausdehnt. Und erst wenn dessen letzte Töne verklungen sind, fällt auf, dass da sehr wohl etwas anders ist, als auf den letzten Alben: Von ehemals effektvoll gesetzten Trademarks wie Slidegitarren und Cormacs Mundharmonikaspiel haben sich die Jungs wohl vorerst verabschiedet. Einerseits ist es schade um die klangliche Abwechslung, andererseits ein verschmerzbarer Verlust im Angesicht von zehn amtlichen Tracks. Wer mit der wohl modernsten Retro-Rockband auf dem Markt bisher etwas anfangen konnte, wird auch von „New Horizon“ nicht enttäuscht.

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