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The Answer: Everyday Demons

The revival of exploding 70th Rock
Wertung: 9/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 46:10
Release: 27.02.2009
Label: Steamhammer/SPV

Die Iren von The Answer sind zurück von einer ausgedehnten Welttournee mit AC/DC und ihrem zweiten Album “Everyday Demons”. Und zumindest in Amerika haben sie es wohl geschafft, jeden Abend das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Wieder einmal ein Hype der Plattenindustrie oder Tatsache, wenn man schon von Superstars spricht? Versuchen wir es anhand von „Everyday Demons“ herauszufinden.

Paul Mahons Gitarre erklingt aus dem linken Lautsprecher. Sänger Cormac Neeson kommt von rechts und das Schauspiel nimmt mit dem Opener „Demon Eyes“ Fahrt auf. Irgendwie rotzfrech, wie die Iren hier kraftvoll und fast ein wenig ungestüm loslegen. Genauso wie in den 60ern und 70ern abgerockt wurde. Das Ganze aber mit richtig gutem 21. Jahrhundert-Sound. Hier hört man jede einzelne Note. Es gibt kein Keyboard oder sonstige Soundeffekte, hier wird einfach drauflos gerockt mit viel Groove, Hooks und authentisch wirkenden Seventies-Charme.

Ins gleiche Horn stößt „Too Far Gone“, wenn auch ein wenig langsamer. Unglaublich, dass die Band nicht aus mindestens 50-jährigen Musikern besteht. Hier wird gegroovt, was das Zeug hält. Still sitzen bleiben oder regungslos rumstehen ist quasi unmöglich. Die Gitarren pushen kräftig und die Rhythmussektion, bestehend aus Bassist Micky Waters und Schlagwerker James Heatley, sorgt für den passenden Antrieb. Irgendwie hat man das Gefühl, hier würden Led Zeppelin ein paar unveröffentlichte Songs freigeben. 

„On And On“ geht ebenso beherzt voran. Irgendwie meint man fast, dass hier ein alter Whitesnake-Song aus den Anfangstagen in Led Zeppelin-Manier dargeboten wird. Unglaublich, was die Iren hier darbieten. Es hört sich so an, als ob deren Eltern 24 Stunden am Tag die alten Klassiker der Bands damaliger Zeit rauf und runter gedudelt haben.

„Cry Out“ ist dann eher so etwas wie die langsame Powerballade, denn das Tempo ist deutlich zurückgenommen und man bewegt sich trotz aller Härte im eher melodischen Bereich, wie man es auch teilweise von Aerosmith kennt.
Noch mehr Atmosphäre bietet der Einstieg von „Why'd You Change Your Mind“, welches vom Bass dominiert wird und ein komisches, mulmiges Gefühl heraufbeschwört, bevor es dann zur musikalischen Explosion kommt. Spätestens hier beweist Cormac Neeson, dass er zur Spitze der Hardrock-Sänger gehört. Auch wenn der Song zum Ende hin ein wenig abflacht, ist dies ein tolles Stück, welches auch mit einem starken Solo ausgestattet ist.

„Pride“ ist dann eher der etwas unspektakuläre Rocksong zwischendurch, dies aber auf eher hohem Niveau. Schön klingt diese Gesangslinie, die da verfolgt wird und in keinster Weise sonor wirkt. Zum Durchschnaufen bestens geeignet. Aber langsam kristallisiert sich auch ein wenig heraus, warum die Scheibe nicht den Sprung an die Spitze des Rockolymps schafft. Man hat wirklich geniale Songs erschaffen, aber es fehlt der stark prägende Refrain, der das Ganze zu einem massenkompatiblen Mitsinger macht. Wäre das gelungen, stünde den Jungs ein Sturm auf die Charts bevor, denn gute Musik wird sich auch immer gegen den Einheitsbrei durchsetzen, besonders dann, wenn hier so ein gewisser Superstarcharme mitschwingt.

„Walkin` Mat“ kann das Begonnene gut weiterführen und knallt auch richtig gut, wenn man sich traut, den Lautstärkeregler voll aufzureißen. Starker Song mit viel Antrieb und auch genug Headbanging-Charakter. Der Song „Tonight“ hat ein wenig Foreigner-Charme in sich vereint. Er klingt wirklich alt und rockt trotzdem wie die berühmte Sau. Hier wird wirklich nicht überlegt, ob man das so spielen darf, nein, man macht einfach, was einem das Gefühl gibt. Nur so schafft man es wohl, eine echt alte Musik absolut quicklebendig neu aufzulegen. 

„Dead Of The Night” galoppiert dann wieder richtig nach vorne. Unaufhaltsam wird der Hörer mitgerissen und der Bewegungsapparat wird mit einigem Adrenalin angekurbelt. Wer da ruhig bleiben kann, der hat keinen Rock im Blut. Man meint förmlich, den Fernseher durch das geschlossene Fenster werfen zu müssen, um irgendwie dabei sein zu können, zumindest gefühlsmäßig. Glücklicherweise schaffe ich das in meinem Alter dank Fernsehergröße und Doppelverglasung nicht mehr.

„Comfort Zone“ ist langsamer und balladesk angehaucht. Das ist an dieser Stelle der passende Herzinfarktschutz, man ist ja auch nicht mehr der Jüngste. Starke Ausruhnummer mit viel Gefühl. Jawohl, so muss guter Rock`n`Roll klingen, der auch mal ein wenig weniger Fahrt aufnimmt. 

Den Abschluss bildet dann „Evil Man“. Richtig alt klingt der Song, wird aber dennoch frisch und absolut unverbraucht dargeboten. Man fragt sich, ob es inzwischen doch eine Zeitmaschine gibt, in welche sich die Herren Ende der Siebziger gesetzt haben, um anno 2009 der Welt zu zeigen, wie mitreißend Rock`n`Roll sein kann. Da wird die Mundharmonika ausgepackt und kräftig mitgegroovt.

Fazit. So sollten Alben der alten Bands klingen, wenn man versucht, die alte Zeit aufleben zu lassen. Unglaublich frisch und Popo tretend, ohne dass es trotz der dominierenden Einflüsse nur abgekupfert wirkt. Cormac Neesons Stimme ist eine echte Bereicherung für die Szene. Man scheint vor dem geistigen Auge förmlich zu sehen, wie die vier Jungs auf der Bühne abgehen, wenn man das Album hört. Besser kann man das Feeling auf einer CD wohl nicht rüberbringen.

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