Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

The Amity Affliction: Everybody Loves You... Once You Leave Them

Leider über weite Strecken belanglos
Wertung: 5,5/10
Genre: Metalcore, Emo, Post-Hardcore
Spielzeit: 37:35
Release: 22.02.2020
Label: Pure Noise Records

Die Australier The Amity Affliction waren schon immer eine Band, die im musikalischen Archiv der Verfasserin dieser Zeilen abgespeichert war, bei der man sich aber nie so ganz sicher sein konnte, ob sie positiv oder negativ in Erinnerung geblieben war. Immerhin, der neue Albumtitel „Everybody Lovey You… Once You Leave Them“ setzt sich schon mal in den Hirnwindungen fest – auch das ist aber noch lange kein Garant für Erfolg.

Und tatsächlich haben die elf Songs des neuen Albums so ihre Schattenseiten: Das siebte Studioalbum der Jungs wartet zwar mit recht druckvollen Stücken wie dem vorab veröffentlichten „All My Friends Are Dead“ auf, bei dem vor allem die „unclean vocals“ überzeugen und ordentlich Dynamik aufbauen können, während die elektronischen Parts eher ein Gähnen erzeugen dürften; dem gegenüber stehen unsagbar gesichtslose Tracks wie „Aloneliness“ mit seinem geradezu schmalzigen Klargesang – abgelöst von dem knalligen „Forever“, das in klassischer Metalcore-Manier das Gaspedal durchtritt, nur um dann einen ebenso unsäglichen Refrain zu produzieren, der vor allem durch seine „wohoho“-Gesänge irritiert.

Ein solches Auf und Ab zieht sich wie der berüchtigte rote Faden durch das ganze Album und trägt nicht unbedingt dazu bei, eine Bewertung einfacher zu machen. Wenn die Australier richtig zornig agieren, können sie deutlich mehr Punkte einfahren und sich durchaus im oberen Bereich der Bewertungsskala festsetzen. Ungeschickterweise wechseln sich diese bärenstarken Parts viel zu häufig und zu schnell mit bestenfalls langweiligen, meist aber eher störenden, fast schon nervigen Stücken ab, die weder Post-Hardcore, noch Metalcore oder gar Emo zu besonderem Glanz verhelfen.

Dabei scheitert es, wie gerade auch „Just Like Me“, keineswegs an der Qualität beispielsweise des Klargesanges – sowohl Ahren Stringer als auch Fronter Joel Birch haben immerhin recht angenehme, warme Stimmen. Auch dieser Track wird aber viel zu bald von zu poppigen Samples und stark nach Autotune klingenden Vocals zerschnitten, was nicht nur schade ist, sondern irgendwann auch deutlich frustriert. Da kann dann der angepisste Refrain von „Born To Lose“ noch so sehr punkten, wenn man bei den zähen Strophen beinah die Skiptaste drücken will, und selbst ein spannender Titel wie „Baltimore Rain“, der eigentlich mit derben Samples und passenden Shouts recht vielversprechend startet, gleitet zum Refrain hin nicht nur in die Mittelmäßigkeit ab, sondern wird nach recht kurzer Zeit zum nervigsten Ohrwurm der Platte.

Gegen poppige Einsprengsel kann man ja im Metalbereich nicht oft genug wettern, muss sie aber akzeptieren, wenn sie entsprechend gut gemacht sind – was The Amity Affliction hier streckenweise präsentieren, ist aber unterm Strich hochgradig belanglos; was vor allem deswegen schade ist, weil hier keineswegs untalentierte Musiker am Werke sind, und in Songs wie beispielsweise „All My Friends Are Dead“ oder „Fever Dream“ durchaus massig Potential gelagert ist. Weniger Samples, weniger Popappeal und ein bisschen mehr Zuwendung zum klassischen Metalcore beziehungsweise Post-Hardcore würde der Truppe sicherlich ganz gut tun. So kann „Everybody Loves You… Once You Leave Them“ sich nur mit viel gutem Willen ins Mittelfeld schleppen. Da kann auch das finale, stärkere "Catatonia" nicht mehr viel retten.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna