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The 69 Eyes, Wednesday 13, Maryslim im Konzert (Bochum 2007)

Wertung: /10
Genre:
Spielzeit:
Release:
Label:

Dass der 02.04.2007 ein wirklich schöner Abend werden würde, deutete sich nicht nur durch das fast schon sommerliche Wetter im Ruhrgebiet an. Angekündigt hatten sich die 69 Eyes, die an diesem Tag den Start ihrer Deutschlandtour feierten. Schon kurz vor 19 Uhr wartete an der Zeche Bochum schon eine lange Menschenschlange, die gut gelaunt und voller Vorfreude um Einlass bat. Kurz vor der Eingangstür bestätigte sich dann auch das, was man angesichts der vielen Menschen bereits vermutete. Dort hing nämlich ein kleines, aber aussagekräftiges „Ausverkauft“ – Schild. Daran dürften aber auch Wednesday 13 ihren Anteil gehabt haben, denn blickte man einmal umsichtig in die Menge, waren etliche Fans der US – Amerikaner anwesend, die sich entweder dadurch zu erkennen gaben, dass sie T – Shirts von eben dieser Band trugen oder eine schwarze (Edding-) Dreizehn ihre Stirn verzierte. Der Großteil der Anwesenden allerdings kam wohl wegen dem finnischen Quintett um Sänger Jyrki69, welches vor wenigen Wochen mit „Angels“ ihr vielleicht bestes Album seit „Blessed Be“ veröffentlicht hatten und verdientermaßen in die Top 50 der deutschen Albumcharts eingezogen waren.

 

Maryslim:

 

Etwa eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn gingen dann bereits die Lichter aus und wenige Sekunden später standen die vier Schweden von Maryslim auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Und was die Jungs in einer guten halben Stunde zeigten, war wirklich nicht von schlechten Eltern. Auch wenn Maryslim stilistisch nicht ganz zu dem Sound der 69 Eyes und vor allem Wednesday 13 passten, so wusste ihr Alternative bzw. leichter Glam – Rock doch zu gefallen und das brachte der Band auch guten Applaus ein. Sehr motiviert und voller Spielfreude gaben sie Songs wie „B.T.L.“ oder „Red Room Lover“ zum Besten, die wohl nicht nur mir noch gut im Gedächtnis blieben. Besonders Bassist Urrke T fiel nicht nur durch ein extravagantes Äußeres aus, sondern es stellte sich auch heraus, dass dieser ein Poser vor dem Herrn ist. Highlight der Show war das abschließende Cover des Sisters Of Mercy – Klassikers „This Corrosion“, bei welchem richtig Stimmung im Publikum herrschte und welches live noch wesentlich besser klingt als im Studio (dort übrigens unterstützt von Jyrki69). Nach etwa 30 Minuten verabschiedete sich die Band und konnte sich sicher sein, den ein oder anderen neuen Freund gewonnen zu haben.

 

Die Umbaupause war daraufhin eine reinste Tortur. Nicht nur, dass sie für meine Begriffe einfach unnötig lang war, auch die gespielte, unglaublich ätzende Musik führte dazu, dass so manch ein Anwesender an seine nervlichen Belastungsgrenzen stieß. Dann demnächst doch lieber Totenstille!

 

Wednesday 13:

 

Unter lautem Jubel betraten Wednesday 13 die Bühne der Zeche Bochum und für viele waren die US – Amerikaner wohl so etwas wie der heimliche Headliner des Abends. Und spätestens als die Band die ersten Töne spielte, rasteten ihre Fans vollkommen aus, was sich während der nächsten knapp 45 Minuten auch nicht ändern sollte. So richtig konnte ich die Hysterie der Leute nicht verstehen, denn schon auf ihren CDs gefallen mir Wednesday 13 überhaupt nicht. Stumpfe Songs, keine Abwechslung, musikalisch höchstens durchschnittlicher Gothic / Glam – Punk - gepaart mit einem Gesang, der live bedrohlich oft einzubrechen drohte – und ziemlich peinliche „Mittelfinger - in – die – Luft - und - dazu - völlig - crazy - fuck - brüllen“ - Aktionen, die schon nicht cool waren, als Fred Durst und seine Nu Metal - Konsorten noch unseren schönen Planeten heimsuchten, standen auf der Tagesordnung. Der Band konnte man allerdings keinen richtigen Vorwurf machen, denn sie gab verstärkt mit einem fantastischen Sound wirklich alles für ihre Fans. Es ist eher eine persönliche Aversion die ich gegen diese Band hege. Fragt, mich jetzt bitte nicht nach Songtiteln, denn außer „My Home Sweet Homicide“, war für den Band - Laien nicht wirklich viel erkennbar. Die Fans hatten jedenfalls ihren Spaß und das ist letztendlich ja die Hauptsache, auch wenn ich es als überflüssig empfand, nach jedem zweiten Song das Licht auszumachen und ein minutenlanges Interludium nach dem anderen von der Konserve laufen zu lassen. Ein bis zwei Songs mehr wären mit Sicherheit sinnvoller gewesen.

 

The 69 Eyes:

 

Und dann war es endlich soweit. Nach etwa 2 ½ Jahren Club Show – Abstinenz in Deutschland erklang das gewohnte, wie immer perfekt einstimmende „Cry Little Sister“ - Intro (aus dem Kult – Vampirstreifen „Lost Boys“) und kurz darauf legte die Band furios mit dem „Blessed Be“ - Knaller „Framed In Blood“ los. Die Bühne war sehr schlicht gehalten, doch in Verbindung mit der effektiven Lichtshow, wurden Songs wie „Don't Turn Your Back On Fear“, „Gothic Girl“ oder „Sister Of Charity“ überragend in Szene gesetzt. Was man aber sagen muss, ist, dass die Stimmung eine ganz andere war als noch bei Wednesday 13. Es ging während den Songs wesentlich gemächlicher zu, doch nach diesen und bei ganz bestimmten Passagen erschallten donnernde Ovationen in Richtung Bühne, die zeigten, dass die Finnen mal wieder alles richtig machten. Darüber schien ein gut aufgelegter Jyrki69 sehr erfreut gewesen zu sein und dieser führte die Fans mit vielen Posen und einer guten Dosis Theatralik durch eine 90 minütige Zeitreise, die alle großen Hits der letzten vier Alben umfasste. Auch das aktuelle Album „Angels“ war zahlenmäßig gut vertreten, wobei besonders die neue Single „Never Say Die“, das punkige „Frankenhooker“ und das eingängige „Wings & Hearts“ abgefeiert wurden. Lediglich das Fehlen des grandiosen „Ghost“ habe ich der Band noch immer nicht ganz verziehen, denn dafür hätte das etwas peinliche „Rocker“ sehr gerne weichen können. Wie immer war es auch eine Freude Drummer Jussi69 zu beobachten, denn dieser Mann versteht es einfach eine One - Man - Show hinter seinem Drumkit abzuliefern. Der Sound war, wie schon bei den Vorbands hervorragend und so konnte man Highlights wie „Feel Berlin“ und „The Chair“ richtig genießen. Kein Halten seitens der Anwesenden gab es beim letzten regulären und bekanntesten 69 Eyes - Song „Lost Boys“, welches wohl am besten aufgenommen wurde. Natürlich konnte es das noch nicht gewesen sein und so kehrte die Band zurück, um die Gassenhauer „Brandon Lee“, „Perfect Skin“ und „Devils“ anzustimmen, die sie noch einmal mit all ihren Fans feierten. Insgesamt also eine perfekte Leistung der 69 Eyes, mit der sie ihren Thron in Sachen bester „Gothic Rock Live – Act“ locker verteidigen konnten.

 

Setlist The 69 Eyes:

 

1.Intro (Cry Little Sister)

2.Framed In Blood

3.Don't Turn Your Back On Fear

4.Angels

5.Feel Berlin

6.The Chair

7.Rocker

8.Gothic Girl

9.Wings & Hearts

10.Never Say Die

11.Sister Of Charity

12.Frankenhooker

13.Dance d'Amour

14.Lost Boys

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15.Brandon Lee

16.Perfect Skin

17.Devils

18.Outro

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