Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

The 69 Eyes: Angels

Absoluter Kaufbefehl!
Wertung: 9.5/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 44:15
Release: 02.03.2007
Label: Virgin Records

Da ist es also endlich, das neue und heiss ersehnte neunte Studioalbum der finnischen Gothic Rocker von den 69 Eyes. Auf das 2004 veröffentlichte “Devils” folgt nun “Angels”, und dass diese Alben nicht nur vom Titel her, sondern auch musikalisch eng miteinander verknüpft sind, dürfte jedem Fan der Band spätestens nach dem Release der ersten Single “Perfect Skin” klar sein.

Nachdem das düstere Quintett aus Helsinki schon mit Alben wie “Wasting The Dawn” oder “Blessed Be” für grosses Aufsehen sorgen konnte, waren es doch “Devils” und die Hit - Single “Lost Boys”, welche die 69 Eyes endgültig an die Spitze des Genres katapultierten. Im Gegensatz zu fast allen Genre - Kollegen aus Finnland, z.B. Negative oder HIM, hat die Band es geschafft, konstant sehr gute, streckenweise sogar überragende Alben zu veröffentlichen. Dies auch, da sie immer einen Mittelweg zwischen Treue zum eigenen Sound und Mut zur Weiterentwicklung gefunden hat.

Besonders auffällig war dieser Mut beim bereits angesprochenen “Devils”, bei welchem die Jungs so offensichtlich wie nie zuvor Einflüsse aus Glam- und Poser Rock in ihren ureigenen Sound integriert haben. Jahrelang hat die Szene nach einem legitimen Nachfolger der legendären Sisters Of Mercy gesucht, die bis auf ein paar vereinzelte Konzerte heutzutage nicht mehr viel von sich hören lassen. Spätestens mit der Veröffentlichung von “Angels” sind die 69 Eyes für mich endgültig dieser Nachfolger.

Wie auch bei “Devils” steht am Anfang von “Angels” der Titeltrack und dieser rockt genauso einprägsam los, wie der Opener des Vorgängers. Der Song verfügt über ein geniales, sehr glamouröses Gitarrenriff und das dezent eingesetzte Keyboard verleiht dem Song eine sehr apokalyptisch - düstere Note. Grossartig ist die Stimme von Frontmann Jyrki 69, der auf dem Album seine bisher beste Performance überhaupt abgibt. Gehörte Jyrki mit seiner originellen Stimme schon immer zu den besten Gothic - Sängern, verweist er nun endgültig die Konkurrenz in ihre Schranken. So lässig und so cool hat man ihn bis dato noch nicht erlebt. Der Refrain des Titelsongs eignet sich hervorragend zum Mitsingen und dürfte auf den nächsten Konzerten der Band ordentlich Stimmung im Publikum verbreiten. Schon jetzt erahnt der Hörer, dass die Band ihren auf “Devils” eingeschlagenen Kurs weiterführt, was die Verknüpfung von Gothic und Glam Rock anbelangt.

Dies verdeutlicht auch “Never Say Die”, welches die zweite Single sein wird und dessen Titel einem Zitat aus dem Film “Die Goonies” entnommen ist. Mit seinem brillanten Refrain und der sehr eingängigen Gesangsmelodie in den Strophen wirkt “Never Say Die” etwas wie der Nachfolger zum Überhit “Lost Boys”. Dieser Song hat grosses Ohrwurmpotential und dürfte absolut jeden Fan der Band ansprechen.

Aber die 69 Eyes wären nicht die 69 Eyes, wenn sie ihre Fans nicht auch überraschen würden. So geschehen im göttlichen “Ghost”, in welchem Jyrki 69 und Co. von den kollaborationsfreudigen Cellisten von Apocalyptica begleitet werden. Perfekt harmonieren die wunderschönen, dezent eingesetzten Cellomelodien mit der tiefen Stimme des Sängers und das Ganze gipfelt in einem Refrain, der den Hörer wie ein Pfeil ins Herz trifft. Ich hoffe sehr auf eine Veröffentlichung von “Ghost” als Single, denn dieser Song, der schon jetzt zu meiner persönlichen The 69 Eyes - Top 3 gehört, darf keinem Musikfan dieser Welt vorenthalten werden.

Noch überraschender als “Ghost” ist für mich die Ballade “Star Of Fate”, die man so von der Band wahrscheinlich nie erwartet hätte. Mit seinen schönen Streicherpassagen und dem kitschigen, aber mitreissenden Refrain scheint “Star Of Fate” wie für einen Soundtrack zu einem noch nicht gedrehten Film gemacht zu sein. Auch wenn dieser Song zunächst etwas gewöhnungsbedürftig klingt, ist der Band diese Überraschung absolut gelungen.

Mit “Perfect Skin” als erste Single hat die Band eine richtige Wahl getroffen, um alle Fans auf “Angels” einzustimmen. Auch wenn “Perfect Skin” meiner Meinung nach nicht der beste Song des Albums ist, so ist dieser trotzdem mehr als gelungen. Auch hier fällt besonders der schöne Refrain und die guten Riffs auf, die wiedereinmal äusserst cool aus den Boxen dröhnen. Noch besser sind allerdings “Wings & Hearts” und “Shadow Of Your Love”, welche leichte Erinnerungen an die “Blessed Be” - Tage wecken und die mit ihren starken Melodien sofort ins Ohr gehen.

Wer die 69 Eyes schon einmal live erleben durfte, weiss, dass bei den Auftritten der Band absolute Partystimmung herrscht und dank der Hymnen “Rocker”, “Los Angeles” und “Frankenhooker” dürft Ihr diese Stimmung nun immer und überall geniessen.

Ein grosses Kompliment muss ebenfalls dem Produzenten - Duo, bestehend aus Hiili Hiilesmaa und Johnny Lee Michaels, gemacht werden, denn der Sound von “Angels” lässt sich höchstens mit dem Wort “perfekt” beschreiben. Dieser sorgt für ordentlich Druck und lässt allen Instrumenten grossen Spielraum. Wenn doch nur alle Alben so klingen würden.

Fazit: Mit “Angels” führen die 69 Eyes ihren auf “Devils” eingeschlagenen Weg fort, lassen aber auch Überraschungen nicht zu kurz kommen. Songs wie “Ghost”, “Never Say Die” oder “Wings & Hearts” sind einfach überragend und dürften jeden Freund der Band begeistern. Es müsste wirklich mit dem Teufel zugehen, wenn dieses Album nicht einschlägt wie eine Bombe. Schon jetzt ist “Angels” ein heisser Anwärter auf den Titel “Gothic Rock - Album des Jahres”.

Absoluter Kaufbefehl!

comments powered by Disqus