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Thanateros: Liber Lux

Wo ist das Verbindungsglied?
Wertung: 6.5/10
Genre: Gothic Metal / Folk Metal
Spielzeit: 55:11
Release: 03.04.2009
Label: New Crusade Records

Was ist eigentlich mit Thanateros passiert? „Circle of Life“ und „Into The Otherworld“ waren überdurchschnittliche Alben. Doch plötzlich wurde es still um die Band, die sich irgendwo zwischen Folk Rock und Gothic Metal bewegte. Dass nach vier Jahren tatsächlich noch ein weiterer Streich von ex-Evereve-Sänger Ben Richter in die Läden kommt, hätten wohl die wenigsten erwartet.

Und tatsächlich: Die vier Jahre sind deutlich zu spüren. So scheint der bisher gut nachvollziehbare Weg vom Debütalbum „The First Rite“ bis zum dritten Album „Into The Otherworld“ mit dem neuen Werk ins Leere zu verlaufen. „Liber Lux“ ist keineswegs als eine Fortsetzung des Sounds des fröhlich-folkigen und teils fast poppigen Vorgängers zu sehen. Im Jahr 2009 sprechen wieder die rauen, ungeschliffenen und vor allem metallischen Klänge.

Das heißt nicht, dass das keltische Instrumentarium aus der Musik verbannt oder gnadenlos totgemischt wurde. Eher fehlt die Beschwingtheit von Songs der Marke „Siuil A Run“ oder „Falling Away“. Stattdessen betont die über weite Strecken des Albums präsente Fiedel eher die sowieso schon düstere Musik. Gleichermaßen vergebens sucht man oftmals die Eingängigkeit von Tracks wie  „In Time“ oder „Tir Na n'Óg“.

In dieser Hinsicht liefert Ben Richter vergleichsweise schwere Kost: Der noch recht einprägsame Opener „Illumination“ beispielsweise beginnt mit einem Gitarrenriff, das an die neuesten Entwicklungen In Extremos erinnert, sich später aber dem Gesamtbild fügt und einen typischen Thanateros-Song der harten Sorte liefert. Die folgenden Songs zeigen die Entwicklung deutlicher: „Cairn (A Dying Age)“, ein düsterer Song, in dem die Doublebass nur so vor sich hin brettert, hat seine starken Momente. Auch „No More Pain“ überzeugt gerade in der groovigen Strophe und „Emain Ablach“ ist auch ganz schön anzuhören. Doch eines verbindet viele neue Songs: Es bleibt nicht wirklich etwas hängen, Ohrwürmer sind nicht auszumachen. Das mag an der deutlichen Old School Gothic Metal-Ausrichtung liegen, doch ein etwas höherer Grad an Eingängigkeit würde sicherlich auch dieser Musik gut tun.

Das zeigt vor allem die zweite Hälfte von „Liber Lux“, deren Songs wieder mehr an alte Zeit erinnern - und sofort hängen bleiben. Nummern wie „Ardour Of Will“ und „Vanity“ sind heavy, besitzen aber dennoch eingängige Folk-Parts. „Morrigan“ wartet sogar mit hintergründigen Growls auf und verbindet perfekt Härte mit verträumter Melancholie, während „Fear A Bhata“ die Stärken des „Circle Of Life“-Albums aufzugreifen und neu zu verbinden scheint.

„Dieses Album ist wesentlich ehrlicher, emotionaler und tiefgehender als alle vorherigen Alben“, kommentierte Ben Richter selbst das Album. Das mag stimmen, denn gerade die Energie, mit der der Sänger seine Lyrics zum Besten gibt, ist wirklich beachtlich. Seine Stimme strotzt nur so vor allen erdenklichen Gefühlseinflüssen, ist aber zu jederzeit rauer als gewohnt.

Letztendlich bewegt sich „Liber Lux“ aber in verschiedene Richtungen: Einerseits ist die rohe Produktion eine neue, interessante Facette. Andererseits vermisst man die Eingängigkeit von früher. Gleichzeitig fehlt die klare Stimme von Ben Richter, während seine rauen Vocals ebenfalls so ihre Reize haben. Es scheint fast, als fehle ein Verbindungsglied zwischen „Circle Of Life“ und „Liber Lux“. Demnach wird sich der erste Durchlauf für den einen oder anderen Fan früherer Tage wie ein Sprung ins kalte Wasser anfühlen. Vielleicht findet er aber in „Liber Lux“ auch genau das, was ihm bisher an Thanateros gefehlt hat.

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