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Texas In July: One Reality

Mehr kann Metalcore kaum begeistern
Wertung: 9.5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 33:02
Release: 07.10.2011
Label: Nuclear Blast

Texas In July wurden vom Metalcore-hörenden Teil der The-Pit.de-Redaktion bereits hoch gelobt, brachte ihr erstes Full-Length-Scheibchen „I Am“ vor ziemlich genau zwei Jahren doch direkt neun Punkte ein. Inzwischen haben die Herren, die gar nicht aus Texas, sondern aus Pennsylvania stammen, mit Chris Davis einen neuen Gitarristen an Bord und werfen den armen Kerl auf „One Reality“ direkt mal ins kalte Wasser.

Aus irgendwelchen Gründen waren mir Texas In July zu „I Am“-Zeiten zu poppig, weshalb die Band bei mir recht schnell zumindest halbwegs in der Versenkung verschwand. Erst eine Hörprobe des neuen Albums strafte die vorherige Meinung Lügen: Die Jungs sind nicht nur brilliante Musiker, sie haben auf der neuen Platte auch einige richtig brachiale Kracher gelandet, die bestens dazu geeignet sind, den Putz von der Decke rieseln zu lassen. Obwohl ein Teil der Band in ihrer Heimat noch nicht mal Alkohol kaufen darf, reißt die Truppe auf „One Reality“ Mauern ein, stampft alles nieder und schafft es dennoch, mit „May“ eine wunderschöne Instrumentalnummer in dem ganzen Geprügel einzubringen, die auch völlig für sich alleine stehen kann.

Die Erwartungen sind also hoch und werden über die komplette Laufzeit von leider nur 33 Minuten nicht enttäuscht: Selbst das Intro ist mit seinem Gitarren und dem kraftvollen Schlagzeugspiel ein Kunstwerk für sich, erst recht das breakdownlastige „Magnolia“, das sich direkt anschließt. Kinder, was für ein Spektakel! Man weiß gar nicht so recht, ob man vor Begeisterung Pfützchen auf den Zimmerboden machen oder sich moshend mit dem Kleiderschrank duellieren soll, aber letzten Endes verbleibt man staunend und sabbernd vor den Boxen.

Kein einziger (!) Ausfall ist auf „One Reality“ am Start, nicht ein Song, bei dem seufzend die Augen verdreht und mit einem „Och nööö“ nach der Skiptaste grabbelt. Im Gegenteil, in Endlosschleife ploppt das Album durch die Membranen und Trommelfelle, Tracks wie das tief gestimmte „Dying World“ oder selbst das eingangs erwähnte Instrumentalstück wissen durchweg zu überzeugen. „No Greater Love“ schließt sich an, ohne dass man auch nur ein Fitzelchen Qualität einbüßen müsste – wenn die Jungs so weitermachen, haben sie den Metalcore-Streber-Award direkt in der Tasche.

„Cyclops“ baut dann auf den frontalen Angriff: Derbe Shouts kündigen das Drama an, untermalt von fast verspielten Gitarrenlicks, die ein wenig an Trivium erinnern und in jedem Fall dazu dienen, den Song tiefer ins Gedächtnis zu treiben. Ein richtig geiles Ende bietet dann der Titeltrack der Zweitlings-Scheibe: Die Combo breakdownt sich durch die erste Minute und man kann wieder mal nicht anders, als sich in den Schreien von Alex Good zu wälzen, das Wechselspiel zwischen den aufreibenden Riffs und den Shouts zu genießen und sich zu fragen, wieviele Felle bei Drummer Adam Gray wohl pro Tour in den Arsch gehen. Meine Fresse, ganz ehrlich: Wer als Metalcore-Fan hier noch stillsitzt, der soll lieber Emocore hören!

Fazit: Eine Winzigkeit scheint zu fehlen, weswegen Texas In July mit läppischen 9,5 Zählern abgestraft werden. Man schwankt so zwischen Gänsehaut, Begeisterungsstürmen und dem Verlangen, auf die Straße zu rennen und die nächstbeste Oma mit Krückstock über den Haufen zu moshen. Allein die „Introduction“ ist Gold wert – und das in dem Alter, schließlich hat keiner der Jungs seine Lehrjahre auch nur annährend abgeschlossen. Mein Tipp: kaufen, klauen, solange betteln, bis der liebe Verkäufer einem die Platte für lau überlässt – egal wie, Hauptsache, das Ding landet in der Anlage!

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