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Texas In July: Bloodwork

Trotz Titel spürt man kaum Herzblut
Wertung: 7,5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 40:57
Release: 19.09.2014
Label: Redfield Records

Für jede Band ist es, so wichtig die anderen Musiker auch sein mögen, wohl ein absolutes Fiasko, wenn der Sänger das Handtuch wirft. Der Super-GAU eines Musikers, sozusagen. Texas In July aus Pennsylvania haben genau das nach dem Release ihrer letzten, selbst betitelten Platte (die uns leider durch die Finger flutschte), erleiden müssen – neben Sänger Alex Good verließ auch Gitarrist Christian Royer die Truppe. Ersatz wurde aber zum Glück recht schnell gefunden: Mit J.T. Cavey steht jetzt ein langjähriger Freund der Band am Mikro und auch der vakante Saitenposten ist mittlerweile durch Cam Welsh frisch gefüllt, der bereits letztes Jahr bei einigen Liveshows aushalf.

Derart gestärkt kann das neue Album „Bloodwork“ also herausgebracht werden – das erste mit neuem Line-Up, daher herrscht natürlich bei Fans und Presse gesteigerte Aufmerksamkeit. Vergleicht man den neuen Mann am Mikro mit seinem Vorgänger, fällt direkt auf, dass Cavey rauer und älter klingt, was die neuen Songs zumindest ein bisschen aus der typischen Metalcore-Schiene herausbringt und spannender macht. Es scheint insgesamt mehr Druck hinter den Stücken zu sein, zumindest im ersten, flüchtigen Durchlauf wird ordentlich Gas gegeben. Genaueres Hinhören wird zeigen, ob die Band in neuer Formation mit mehr Biss an die Sache rangeht. Ehrlich gesagt konstatieren läppisch-poppige Titel wie „Sweetest Poison“ oder „Broken Soul“ eher das Gegenteil, aber man soll ja einen Song nicht nach seinem Namen beurteilen.

Mit selbigen klebrigen Titeln startet dann das Album auch in seine knapp 40 Minuten Spielzeit, es wird vom ersten Moment an Gas gegeben, dabei wird die Dynamik aber durch die wahnsinnig abwechslungsreichen Gitarren aber sogar etwas abgebremst. Der Funke will aber trotz ordentlicher Action (noch) nicht überspringen.

Mangelndes technisches Know-how kann man den Amis wirklich nicht vorwerfen, an allen Ecken und Enden werden Drumfills und Gitarrenspielereien geboten, auf Dauer wirkt das aber ein wenig zu bemüht. Bei „Defenseless“ kommt dann durch die Melodie im Refrain ein bisschen Ruhe ins Geschehen und der Track ist auch der erste, der wirklich Pluspunkte einfahren kann.

Bei „The Void“ haben sich Texas In July mit Miss May I-Sänger Levi Benton dann einen ebenbürtigen Gegner für J.T. ausgesucht, es wird ordentlich drauflos geprügelt und damit befinden sich die Jungs dann definitiv schon am härteren Ende des Metalcore-Spektrums – irgendwie kommt aber keine rechte Stimmung auf. Das ändert sich zum Glück recht schnell beim folgenden „Inner Demons“, das mit großartigen Gitarren überzeugen kann und eine dicke Gänsehaut verursacht. Ganz großes Kino, aber wieso hat das so lange gedauert? Immerhin haben wir das Album jetzt schon zur Hälfte hinter uns und „Inner Demons“ ist der erste Song, bei dem sich die Haare aufstellen.

Gegen Ende wird noch mal ein bisschen Kohle nachgelegt: „Illuminate“ wirkt zuerst etwas chaotisch, kommt aber mit einem richtig geilen, tanzbaren Refrain daher.  Damit hat es sich aber auch schon. Trotz des vollmundigen Albumtitels spürt man auf „Bloodwork“ kaum Herzblut, die Band wirkt angestrengt und kann nur stellenweise punkten. Die Songs sind technisch sehr gut gemacht, schließlich hat man es hier mit erfahrenen Musikern zu tun – der Funke springt aber nur bei wenigen Tracks über.

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