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Teufelswerk & Narrentanz: Minnemetal

Von Piraten, Kriegern und Besoffenen
Wertung: 9/10
Genre: Folk Metal
Spielzeit: 49:0
Release: 01.05.2005
Label: Trollzorn

In Extremo und Subway to Sally haben es vorgemacht. Aber nun sind Teufelswerk & Narrentanz an der Reihe. Hier wird der Mittelalter Metal in Reinkultur zelebriert. Und das mit unglaublicher Intensität und Spiefreude.

Das von Trollzorn neu aufgesetzte Debütalbum der aus Espelkamp stammenden Jungmusiker ist eine Scheibe, das gute Laune macht und die Leute animiert, das Tanzbein zu schwingen. Dementsprechend fröhlich und aktiv scheint es auch auf den bisher leider sehr raren Konzerten zuzugehen.

Aber wenden wir uns nun der Musik zu. Sobald man die CD in den heimischen Player geschoben hat, bekommt man harte Gitarren und ein nettes Drumming um die Ohren geworfen. Bedrohlich wirken die ersten Sekunden des Openers "Teufel der Meere". Doch dann im Refrain wird die Geige ausgepackt und der mitgröhlwürdige Refrain tut das übrige. Einer der Knaller auf dieser Langrille. Lied Nummer 2 mit heidnischem Inhalt ist etwas langsamer. Die Gitarren dominieren hier ganz klar, obwohl auch eine wunderschöne Geigenmelodie integriert ist. Auch der atmosphärische Sprechpart des Zitates aus dem Film "Der 13. Krieger" ist sehr gut eingebaut.

"Müllers Tochter" ist - wie ich finde - der beste Song auf der Platte. Der sich um das verkorkste Leben eines schönen Mädchen drehende Text ist vertont mit einer sehr tanzbaren Melodie und ordentlicher Geschwindigkeit. Auch hier ist der Mitgröhlfaktor wieder sehr hoch. Oh, ein roter Faden! Nach der Tochter wird nun die Geschichte der Eltern besungen - mit einem großen Augenzwinkern. Sehr metallisch wird hier zu Werke gegangen, allerdings auch sehr abwechslungsreich. Viele Tempowechsel und schöne Gitarrensoli.

Das "Drachenopus" wartet mit stellenweise ziemlicher Schnelligkeit auf. Die Gitarre und die Geige wechseln sich wunderbar in der Führung ab. Auch hier finden sich wieder Anspielungen auf andere Lieder (Familie Müller).

Das dem Bandnamen gleiche Stück ist ein wildes, schnelles und vor allem tanzbares Feier- und Sauflied. Narrentanz - Hoi, Hoi! Bei "Diebesgilde" wird dem Stilmittel des Krächzgesangs gearbeitet - zwar nur im Hintergrund, aber das würde insgesamt wohl auch nicht zum Musikstil passen. Wo wir gerade beim Gesang sind: Die Stimme von Daniel, dem Hauptsänger, ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, passt aber doch sehr gut zur Musik. Aber das stellt in der Mittelalterrock/metal-Szene ja kein Novum da (man denke nur an Eric Fish von Subway to Sally und Micha von In Extremo).

Das anderthalb minütige Zwischenspiel "Galgenstrick" ist ein wahres Meisterwerk. In so wenig Zeit so viel gute Musik zu packen ist schon eine Leistung. Kommen wir nun zur Ballade von „Minnemetal“. Die Geschichte kann man sich bei dem Titel "Der Henker" ja schon denken. Dazu eine wunderschöne Melodie. Was für Gefühle! Das zehneinhalb minütige Finale "Von Trommeln und Schwertern" plätschert leider etwas vor sich hin. Ein wenig Geschrammel hier, eine bekannte Melodie dort. Ein Stück, das dann doch etwas zu lang geraten ist.

Nichtsdestotrotz ist "Minnemetal" ein äußerst starkes Debütalbum. Uneingeschränkte Kaufempfehlung für Bang- und Tanzwütige!

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