Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Testor: Animal Killstinct

Grooviger Thrash Metal aus Polen
Wertung: 7/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 41:55
Release: 17.06.2011
Label: Killer Metal Records

Bereits seit rund 20 Jahren spielt sich die Band Testor durch Polen, stand bereits mit Größen wie Vader oder Decapitated auf der Bühne und gehört nach eigenen Angaben zur Spitze der polnischen Thrash-Metal-Szene. Außerlande hat man allerdings noch nicht viel von ihnen gehört, kein Wunder, wurden doch alle bisherigen Platten nur in Polen vertrieben. Das soll sich aber nun ändern, denn nicht ohne Grund wurde zum mittlerweile vierten Werk "Animal Killstinct" bei dem deutschen Plattenlabel Killer Metal Records unterschrieben. Die Band ist bereit für den nächsten Schritt und erhofft sich nun ebenso auf internationalem Gebiet Erfolg zu ernten.

Das Intro ist mit düsteren Klängen und Didgeridoo-Sounds (?) versetzt und verbreitet eine mulmige Stimmung in Erwartung dessen, was da auf den Hörer zukommt. Die fast Soundtrack-artige und mystische Atmosphäre erinnert an alte Sepultura-Intros. Abrupt wird es still und sofort prescht der erste Song "Heroes To The Gallows" los, der jedes Thrash-Metal-Herz gleich ein wenig höher schlagen lässt. Hier zeigt sich direkt, was die Musik auf "Animal Killstinct" ausmacht: ein grooviges, dennoch aggressives Riff, bahnbrechende Soli, ein herrlich druckvoller Sound und eine ebenso kraftvolle Stimme mit melodischen Ansätzen im Refrain. Beim darauffolgenden Titeltrack wurde das Tempo ein wenig runtergeschraubt, erreicht aber dasselbe Potenzial wie der Vorgänger, denn auch hier wird dem Hörer ein Riff geboten, das das vorherige sogar noch übertrifft. Der vierte Track "Rise Of The Cobra" kann zu Beginn nicht überzeugen, sei es deshalb, weil er im Schatten der vorangegangen beiden Lieder steht oder das Riff nicht besonders innovativ ist, doch spätestens bei der Bridge, die das grandiose Solo ankündigt, ändert sich diese Meinung. Besagtes Solo ist nämlich sehr beeindruckend, zugleich im Aufbau, wie im melodischen Zusammenspiel mit dem Rest der Musik. Nahtlos knüpft das nächste "This Brock" an und weist mit seinen von Doublebass untermalten und im Midtempo angesiedelten Stakkato-Riffs erste Parallelen zu Groove-Metal-Titanen wie Machine Head oder Devildriver auf.

Die restlichen Songs auf "Animal Killstinct" laufen dann ungefähr nach dem selben Schema und die Band verliert mit der Zeit an Variation und Power, jedenfalls kommt nichts mehr wirklich Überraschendes. Lediglich der letzte offizielle Song "Total Annihilation" geht noch einmal richtig steil. Das Tempo wurde nochmal raufgedreht, Sänger Rafal "Kefir" Wachnicki zeigt sich von seiner besten Seite und die Gitarrenarbeit sticht mal wieder mit eingängigen Riffs und einem genialen Solo heraus. Das Ganze wird dann beendet mit einem beinahe hymnischen Instrumental-Outro.

Angefangen mit zwei Mörder-Songs wird das Album gegen Ende leider ein wenig eintönig, der Opener und darauffolgender Titeltrack sind sogleich die besten Tracks der Platte, doch das soll keinesfalls heißen, das das Album nicht hörenswert ist. Keiner der Tracks an sich ist schlecht, doch als Gesamtes wird es schwer, sich in der breiten Masse heutzutage zu etablieren. Dennoch wurde hier gute Arbeit geleistet, das Songwriting ist ausgefeilt, die Stimme ebenso wie die groovigen Riffs kommen gut zur Geltung und selbst nach dem zehnten Song stellt man sich die Frage, wie Testor es hier schaffen, ein meisterhaftes Gitarren-Solo nach dem anderen auf die Platte zu zaubern.

comments powered by Disqus