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TesseracT: Perspectives

Als Experiment leider nicht so spannend wie gehofft
Wertung: 6.5/10
Genre: Progressive Metal, Post-Hardcore
Spielzeit: 23:04
Release: 18.05.2012
Label: Century Media

Anfang 2011 hatten die Briten von TesseracT mit ihrer Debüt-Full-Length "One" ein astreines Konglomerat aus Post-Hardcore und Progressive Metal veröffentlicht, das prompt die Acht-Punkte-Hürde erreichen konnte. Mittlerweile hat sich einiges geändert im Hause TesseracT: Shouter Daniel Tompkins, der auf "One" noch durchweg überzeugen konnte, wurde durch den neuen Kollegen Elliott Coleman ausgetauscht. Als wäre das noch nicht genug der Umstellung, präsentieren sich die Fünf auf der neuen EP "Perspective", wie der Name schon sagt, in einem völlig anderen Licht: Akustisch geht es nämlich zu und das weitaus progressiver noch als auf der Langrille.

Die Tracklist setzt sich eigentlich ziemlich spannend zusammen: 2011 gingen die Briten mit den Proggern von protest the hero auf Tour; dabei entstanden eine Akustiksession, die das Quintett so inspirierte, dass gleich noch ein paar Stücke umarrangiert wurden, hier in Form der ersten drei Setlist-Posten. "Eden 2.0" stellt die Amtseinführung von Sänger Elliott dar, wurde der Song, der bereits auf "One" überzeugen konnte, doch vorab den Fans vorgestellt, um ihnen den Neuen näherzubringen. Zu guter Letzt findet sich mit "Dream Brother" noch eine Jeff-Buckley-Coverversion auf der EP. Zwar handelt es sich nur um fünf Songs, doch die geben zumindest wenn man die erste Platte kennt, eine Menge Zündstoff.

Als Erstes kümmern wir uns um das Offensichtlichste: den Sängerwechsel. Am Mikro stand vorher ein Mann, der vor Wut nur so geschäumt hat, dazu gaben die klaren Vocals von Bassist Amos Williams natürlich den perfekten Gegenpart ab. Elliott kümmert sich hier ebenfalls um vornehmlich klar gehaltenen Gesang, was natürlich schon mal den Kontrast stark verringert. Klar geht es hier hauptsächlich um akustische Songs, die ohnehin immer etwas ruhiger sind, aber dennoch - ganz so stark wirkt das neue Sängerduo irgendwie im direkten Vergleich nicht. Vorneweg sei aber gesagt, dass TesseracT zumindest nicht vorhaben, diesen Stil beizubehalten - laut Aussagen der Band soll die nächste Scheibe wieder mehr Richtung "One" tendieren und "Perspectives" lediglich als Experiment dienen. Da darf man dann schon auf die Nachfolge-Langrille gespannt sein.

Zäumen wir das Pferd mal von hinten auf und kümmern uns zuallererst um die Neuversion von "Eden", zu der es an sich wenig zu sagen gibt. Der Song muss schon wie auf "One" als Anspieltipp herhalten, auch wenn mir die Variante mit dem alten Sänger einen Tick besser gefallen hat. In Sachen Cover haben sich die Jungs dann einen echten Hammer vorgenommen: "Dream Bother", anno 1994 erschienen auf Jeff Buckleys einzigem Studioalbum "Grace", ist im Original ein echter Gänsehautgarant mit hypnotischem Intro und der Hammerstimme des Songwriters, der bereits 1997 durch Ertrinken den allseits bekannten und zu frühen Musikertod starb. Um so etwas zu covern, muss man entweder extrem bescheuert oder extrem gut sein. TesseracT sind jetzt keines der beiden so richtig, machen ihre Sache bei dem Song aber wirklich ausnehmend gut. Schon beim einprägsamen Intro hätten sie durchaus scheitern können, stattdessen beschert einem die Gitarre aber fast so einen Kloß im Hals wie beim Original. Nur der Gesang passt natürlich nicht hundertprozentig, Elliott gibt sich aber alle Mühe, an Buckleys warme, samtige Stimme heranzukommen.

Nun zu den eigentlichen Stars der Scheibe: den Akustiktracks, die es sich auf den ersten drei Plätzen der Tracklist gemütlich gemacht haben. Los geht es mit dem ruhig anlaufenden "Perfection", das sich als TesseracT-typischstes Stück entpuppt. Zum Refrain hier wird ein bisschen Druck nachgelegt, perkussive Elemente werden dem Keyboard hinzugefügt und zweistimmiger Gesang setzt ein. Das ist nicht übel, das muss man den Jungs lassen, auch wenn man sich an das Akustikgewand erst ein wenig gewöhnen muss.

Hat man sich dann allerdings mal mit dem vorübergehend neuen Sound arrangiert, fängt er schon an, einen ein bisschen zu langweilen. "April" beispielsweise kann schon nicht mehr so recht überzeugen, zumal es seinem Vorgänger zu sehr ähnelt, mit dem Unterschied, dass hier dieser spezielle Ausraster fehlt, der "Perfections" so interessant gemacht hat. "Origins", der dritte Akustiksong im Bunde, mag dann schon nicht mehr so recht gefallen: Zuviel schwappt hier von Truppen wie beispielsweise Alesana herüber, die einem aufgrund des recht hohen Klargesangs als Erstes in den Sinn kommen, und so richtig viel gibt es bei diesem Track ohnehin nicht mehr zu entdecken. Das ist schade, denn eine Truppe wie TesseracT mal auf akustischen Schleichwegen zu begleiten, hätte durchaus extrem spannend werden können - so gestalten sich aber ausgerechnet das eigentlich alte "Eden 2.0" und das Cover als die besten Songs der Scheibe. Da hofft man, dass die EP tatsächlich nur dem Experimentieren im jugendlichen Leichtsinn galt und sich die Combo auf dem nächsten Album wieder ihrer Wurzeln besinnt, sonst dürften sich viele Fans recht schnell abwenden.

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