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Terrorgod: Coming Home

Der Terror hat einen Namen
Wertung: 2.5/10
Genre: Heavy Metal, Hard Rock
Spielzeit: 46:28
Release: 07.09.2009
Label: STF-Records

Von einer Band, die erst seit knapp vier Jahren existiert, zu verlangen, die komplette Musikszene umzukrempeln, scheint mir etwas zu optimistisch. Gewisse Anforderungen stellt man jedoch nichtsdestrotrotz an jedes Album einer Metalband, zum Beispiel guten Gesang, innovative oder wenigstens handwerklich gut gemachte Instrumentals, frische Ideen.

Schade, dass diese Platte mit nahezu nichts davon aufwarten kann. Beim „W.A.R.“-Intro, stilecht mit Bombengewitter und Maschinengewehr-Sound, graust es dem Hörer ganz gewaltig und ist man noch versucht, der Platte beim folgenden „2000 Years“ eine Chance aufgrund der doch recht coolen Gitarrenarbeit zu geben, ist beim einsetzenden Gesang dann doch alles zu spät. Die Stimme klingt beim klaren Gesang sehr ungeschult, der Refrain erinnert eine Spur zu sehr an Edguy – überhaupt bewegt sich die komplette Platte textlich zwischen selbigen und Iced Earth. Wo hier „Melodic Thrash Metal“ vorkommen soll, ist mir schlicht und ergreifend ein Rätsel, aber noch ist ja nicht aller Tage Abend.

Beim Titeltrack des Albums hat man bei der aufkommenden Akustik-Gitarre zu Anfang fast ein wenig Hoffnung, die wird jedoch rasch zerstört; Terrorgod klingen auch hier wieder wie ein Abklatsch der oben genannten Bands, obwohl die Instrumentals immerhin zum Bangen einladen.

Auch textlich halten die Vier einige, nun, nennen wir es mal Überraschungen für den geneigten Zuhörer bereit. „This is not a love song, this is not a hate song, this is just a statement“ – ja, aber wofür? Dafür, dass man dankbar sein muss, dass die Band sich nicht auch noch an Manowar orientiert hat? Man bleibt gespannt, aber alle Stricke reißen, als einem bei „The Burning Cross“ der Versuch des Sängers Michi entgegenschallt, ein Vibrato einzubauen, das mich schaudern lässt. Nach allem nun auch noch Power Metal – zumindest beherrscht er dieses Genre stimmlich halbwegs; die schnellen Drums sind bisher das Einzige, was irgendwie in Richtung Thrash Metal geht.

Noch nie war ein Mensch so glücklich über ein Instrumental, nur leider geht das Stück, das wieder von einer Akustik-Gitarre getragen wird, nur knapp eine Minute. Bei „Betrayer“ klingt Michi phasenweise wieder wie der kleine Bruder von Edguy-Sänger Tobias Sammet; im Refrain kommt sinnloses Gekeife zum Einsatz, das wohl die Behauptung untermauern soll, Melodic Thrash Metal zu sein.

Tatsächlich schafft es Michi um ein Haar, mich beim Song „The Murderer“ zu überzeugen. Seine Stimme klingt zumindest in der ersten Strophe sehr angenehm, beginnt aber im Refrain schon wieder zu stören. Schlimmer geht´s immer, möchte man meinen, aber nach dem ebenfalls recht einfallslosen „Raven“ ist die Reise auch schon zu Ende – Terrorgod sind zu Hause angekommen und können bei dieser Leistung froh sein, wenn ihre Freundinnen sie nicht mit Nudelhölzern begrüßen.

Insgesamt versammeln sich auf diesem Album Melodien, die man schon 100 Mal gehört hat, aber zumindest beherrschen die Musiker ihre Instrumente. Was bei anderen Sängern cool klingt, nämlich klarer, aber leicht kratziger Gesang, klingt hier nach Frosch im Hals und Null Bock. Wenn man sich überlegt, dass die Band beim bayerischen „Local Heroes“-Bandcontest auf Platz zwei gelandet ist, möchte man die Konkurrenz gar nicht erst hören.

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