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Terrorblade: Thrash Will Strike Back

Soundchecks sind out, True Thrash Metal-Feeling ist in
Wertung: 7.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 30:26
Release: 24.10.2009
Label: Eigenproduktion

Drei Münsteraner haben sich auf die Reise begeben, dem Thrash Metal wieder zu Ruhm zu verhelfen. Ein löbliches Unterfangen, haben sich doch auch einige der großen Bands in den letzten Monaten auf ihre einstigen Stärken besonnen und mit fulminanten Scheiben dicke Ausrufezeichen gesetzt. Bei Terrorblade verhält sich das naturgemäß anders, denn bisher hat man weder Millionenverkäufe eigener Musik geschweige denn ein Plattenlabel. Dies wird aber auch mit einem Augenzwinkern auf der Rückseite der CD demonstriert. Anstatt sich mit einem Pseudolabel zu brüsten, steht dort: „Hier könnte Ihr Label stehen“. Hören wir mal, ob das musikalisch auch so zugeht.

In recht rohem Rumpelsound, wie ihn wohl selbst die Kultmetaller von Venom nicht akzeptiert hätten, donnert der erste Track „Hellfire“ durch die Lautsprecher. Laut bandeigener Aussage ist der Sound allerdings genau so gewählt worden. Nun ja, lassen wir das mal so stehen. Bei einem Demo rückt der Sound bei der Punktevergabe ja sowieso mehr in den Hintergrund, zum Glück für Terrorblade. Das Trio wechselt geschickt das Tempo und zeigt, dass es bestens im urzeitlichen Thrash Metal zu Hause ist.

Der Titeltrack „Thrash Will Strike Back“ wird von starkem Riffing eröffnet. Der Schädel fliegt natürlich im Takt vor und zurück, zu dominant ist das Dargebotene, als dass man ihm sich entziehen könnte. Eigentlich wirklich stark, was Fridi da an der Schießbude abliefert, auch wenn der Sound recht viel verschleiert. Dazu die guten Songideen und das Ganze würde mit einer, nennen wir es mal moderneren Produktion gnadenlos in den Allerwertesten treten.

„Dead Man Walking“ zeigt eigentlich, dass die Band im Grunde gar nicht so auf uralt machen, denn da schlummert schon etwas Moderneres im Gesamtsound. Gelungen werden die einzelnen Parts miteinander verbunden und der Headbanger zum bedingungslosen Kopfschütteln angeregt. Die Gitarre von Persil! zeigt, was sie kann, und weiß zu gefallen, auch wenn mir persönlich so manches Mal eine Doppelstreitaxt besser gefallen würde.

Fast schon ein wenig Venom-lastig donnert dann „Shut Up Or Die“ daher. Das gefällt und auch Bassist MetalB darf durch seine Vocals glänzen. Das passt wie der sprichwörtliche Popo auf Eimer und sollte jede Thrash Metal-Party stimmungsmäßig oben halten.

„The Terrorblade“ setzt dann zeitweise auf deutlich höheres Tempo, welches aber auch wieder ein wenig vom Sound verschüttet wird. Speziell das Solo sollte man hier einmal erwähnen, in dem der Song nochmals Fahrt aufnimmt, um dann irgendwo in der Good Old German Thrash-Ecke zu versinken. Eine starke Nummer, die durchaus das Zeug zur bandinternen Hymne hat.

Als Höhepunkt würde ich aber „Spike Spangled Fist“ bezeichnen, da es gerade von der Gitarreninstrumentierung her am meisten heraus sticht. Clevere Breaks und ein passender Gesang. Da bleibt keine Nackenmuskulatur kalt, das beißt sich wie ein fieser kleiner Dämon in den Schädel hinein. Schade, dass gerade dieses Juwel langweilig ausgeblendet wird. Ob die Band weiß, welch ein Juwel sie hier geschaffen haben?

Mit deutlich mehr Knüppel aus dem Sack-Feeling wird dann mit „Feed Your Inner Beast“ der Abschluss bestritten: Ein klarer Rausschmeißer mit einer gelungenen Guitarline, die den gemeinen Fan entzücken dürfte.

Fazit: Schade, dass sich die Band angeblich in vollem Bewusstsein ihrer tatsächlichen Chancen beraubt und sich durch den urig truen Sound um viele Fans bringt. Es fällt hier sehr schwer, das Klangbild nicht mit in die Wertung einfließen zu lassen, denn selbst mit Kopfhörern fällt es schwer, die vorhandenen Feinheiten zu erlauschen. Ohne Frage, auf jeder alkoholgeschwängerten Metal-Party mit vielen Kuttenträgern wird die Band die Stimmung richtig hochbringen, aber ob das wirklich das letztendliche Ziel sein soll? Für den Soundcheck braucht sie wohl nur gut zwei Minuten, da es höchstens ein Linecheck wird, alles andere wäre irgendwie seltsam, aber Potential ist definitiv vorhanden.

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