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Terrorblade: Of Malice And Evil

Passender erster Brückenschlag zu einem infiltrierten Teutonenthrash-Gemälde
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 32:55
Release: 15.11.2013
Label: Bret Hard Records / SAOL

Mit großen Schritten sind die Münsteraner Traditionsthrasher Terrorblade auf das zehnjährige Jubiläum zugegangen – dazu herzlichen Glückwunsch –, haben aber mit „Of Madness And Evil“ erst eine Full-Length am Start. Wie das, mag man da fragen. Okay, ist ja nicht so, als wäre es generell der erste Release aus dem Hause der traditionellen Klingenschwinger, mit „Pure & Ugly“ sowie „Thrash Will Strike Back“ haben sie ja schon zwei EP-Manifeste ins teutonische Thrashfundament gezimmert.

Und wenn wir hier schon ein wenig in die „nähere“ Vergangenheit abdriften, dann sollen auch die die sonstigen Aktivitäten der Band nicht verschwiegen werden. Zum Glück für den Schreiberling hier ist das Plauzenthema vom Metal City Festival XI ausgeräumt (und warum wird das hier wieder aufgewärmt?; Anm. d. Red.), schöner kommt da die gemeinsame Reise unter der The-Pit.de-Reisegruppe kurze Zeit später zu einem Thrashevent in der Oberhausener Turbinenhalle – hach ja, schöne Erinnerungen, die da aufkeimen. Viel wichtiger  aber ist die Information, dass das Trio auch noch federführend für das Münster Metal Massaker ist, welches 2014 auch schon in die fünfte Runde geht. Hier wird also nicht nur palavert, sondern auch angepackt, was irgendwie immer wichtiger wird, da sich die Metalszene schon seit geraumer Zeit neu definieren muss, wenn man allein schon die ganzen neuen Medien mit einbezieht und beispielsweise der klassische Flyer oder das Printmagazin nicht mehr unbedingt Wahl Nummer eins sind – letzteres gilt auch für eine Truppe wie Terrorblade nur bedingt, thrashen sie doch eher weit unter dem Druckradar.

Zwar hat die Band unter den Fittichen von Perzonal War-Drummer Martin Buchwalter in seinen Gernhart Studios einen modernen Sound abbekommen, der zu jeder Sekunde ordentlich drückt, aber auch noch erdig genug klingt, die Mucke selbst lässt sich jedoch eher als Thrash in Reinkultur wie in den Achtzigern einordnen, wobei sie eine galante Mischung aus teutonischer Tradition und amerikanischem Riffing hinbekommen und live neben aller Rumpelhaftigkeit soundlich auch ein Stückchen authentischer klingen. Sieben  neue Songs haben sie nun zusammengetragen (das Intro dabei ausgeklammert), die beiden Rausschmeißer „Wiedertäufer“ und „World Is Broken“ dürften den Fans schon von den „Burn The Stage“ bzw. „Wiedertäufer“-Demos bekannt sein.

Nicht-Thrashheads werden natürlich eine gewisse Gleichtönigkeit der Songs bemängeln, wo vor allem „Prometheus“ ein wenig hervorragt, welches mit einem wie bei Accept angelegten Riff startet, dann aber groovig trotz der ratternden Double-Bass-Kanonade daherkommt und sich mehr und mehr zu einem brutalen Abrisshammer entwickelt, wo einmal mehr spätestens der Powerfaustrefrain für Verzückung sorgt., wie er auch schon bei „Gates To Hell“ vorzufinden war. Überhaupt, gerade die hasserfüllten Vocals – was will man auch bei Titeln wie „Raw War Madness“ oder „Time To Die“ erwarten – werden immer wieder von MetalBasstard wie abgehackt rausgerotzt und sorgen so neben den ganzen Gitarrenwänden für eine zusätzliche Portion Aggression.

Thrash auf den Punkt, kann man dazu nur sagen, was auch „Try To Follow“ bestens beweist, liefern Terrorblade doch kein unnötiges Ballastmaterial mit, sondern ballern sich in nicht einmal drei Minuten durch die Tabulaturen und nähern sich locker den typischen Szenevertretern an. Dass sie sich dabei durchaus auch auf Abwechslung verstehen, machen sie nach dem Intro schon früh mit dem „Quasititeltrack“ „Evil And Malice“ klar – ein Paradebeispiel für rollend groovende und harsch rasende Aggroparts sowie zahllose nahtlose Tempiwechsel.

Natürlich haben und werden auch Terrorblade das Thrashgenre nicht umkrempeln oder gar revolutionieren, aber das wollen sie auch gar nicht. Ballern, bis der Arzt selbst blutig daneben liegt, einmal mehr den Finger in die Ungerechtigkeiten dieses Erdenballs legen, bis der Schmerz zur Erlösung abschwillt und nur noch das pure Riffmassaker freilegt. Gut und Böse liefern reichlich Zündstoff bis nach Münster, weswegen man sich um die Zukunft der Band keine Sorgen zu machen braucht, denn „Of Malice And Evil“ ist ein passender erster Brückenschlag zu einem infiltrierten Teutonenthrash-Gemälde.

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