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Terror: Live By The Code

Knackig, aggressiv und trotzdem weit entfernt von Stumpfsinn
Wertung: 8/10
Genre: Hardcore
Spielzeit: 26:46
Release: 05.04.2013
Label: Century Media

Terror. Ein Name, ach Quatsch, eine Institution, um die man nicht herumkommt, wenn man sich im Hardcore heimisch fühlt. Zehn Jahre hat die Truppe mittlerweile auf dem Buckel, ist damit noch recht jung, kann es mit den alten Hasen wie Agnostic Front aber durchaus aufnehmen. Zugegeben: Die letzte Scheibe „Keepers Of The Faith“ blubberte irgendwie an mir vorbei, trotzdem: Terror hielten sich beharrlich an dem Zipfelchen Hirn fest, in dem das Musikarchiv sitzt, Gang drei, Regal 6934, Unterkategorie: „Bands, die ich mir noch mal genauer anhören sollte“.

So sei es. Das gemütliche Stelldichein der Rezensentin mit ihrem lang ersehnten Katerfrühstück wird jäh durch die ersten Takte des Openers „The Most High“ unterbrochen. Netterweise gönnen sich die Herren ein ca. einsekündiges Intro, um den Hörer nicht vollends zu erschrecken, dann geht die wilde Fahrt aber schon los. Sänger Scott Vogel scheint ganz schlecht geschlafen zu haben – anders kann man sich die unglaubliche Angepisstheit, mit der der Ami seine Texte herunterkeift, nicht erklären.

Zeit zum Warmlaufen brauchen die Kalifornier also schon mal nicht: Schlag auf Schlag geht es weiter, schließlich ist Eile geboten: Knapp 27 Minuten Laufzeit sind nun mal schnell rum. Ehe man sich’s versieht, findet man sich schon beim dritten Song „Cold Truth“ wieder, das nicht nur mit mahlendem Bass tief in die Eingeweide drückt, sondern auch eine ganz großartige, wenn auch sehr dezente Leadgitarre sein Eigen nennen darf. Hier grooven die Jungs richtig schön durch die Botanik, ohne großartige Schnörkel, dafür aber sehr wirkungsvoll.

Richtig schön mit leichter Thrashkante kommt auch das folgende „I’m Only Stronger“ daher, das eine erstaunlich einprägsame Melodie mit sich führt, aber nichts an Aggression missen lässt. Im Gegenteil, gerade durch die genialen Gitarren kommt eine zusätzliche Prise Atmosphäre dazu und tanzbar ist das Ding auch noch – ein perfekter Hardcore-Song!

Der Titelsong gestaltet sich im Vergleich dazu fast schon platt, dabei haben die Jungs schon rein instrumental eigentlich einiges zu bieten – hier scheinen sie jedoch ein bisschen in Richtung Stumpfcore abzudriften. Macht aber insofern nichts, da schon „The Good Die Young“ trotz Klischeetitel ordentlich zum Mitfeiern einlädt. Sobald auch nur ein wenig Monotonie seitens des Fronters einzukehren droht, ziehen die übrigen Mitglieder ein bisschen an den Saiten und steuern wie beim deftigen „Hard Lessons“ mit bratenden Gitarren dagegen.

„Nothing In Your Head“ bietet kurz vor Schluss nochmal ungefilterte Aggression; laut, dreckig, angepisst und mit schöner Ohrwurmgitarre. Augenscheinlich haben Terror in einer Dekade Bandhistorie gelernt, wie man die Leute begeistert. „Live By The Code“ deutet jedenfalls stilsicher in diese Richtung. Hier handelt es sich um auditiv gelebte Wut, die authentischer kaum aus den Boxen dröhnen könnte. Da kann man trotz zwischendurch leise aufkeimender Eintönigkeit mal acht Punkte springen lassen.

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